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  • Was wäre, wenn wir Wale als „Klima-Aktien“ an der Börse handeln würden?

    Erzählt von Gary Gullson Stell dir eine Welt vor, in der der Wert eines Wals nicht nur an seiner majestätischen Präsenz oder seiner Rolle im Ökosystem gemessen wird, sondern auch an seiner Fähigkeit, Kohlenstoff zu binden und zum Klimaschutz beizutragen – eine Welt, in der der Börsenwert eines Blauwals oder eines Pottwals mit seinem Beitrag zum Klimaschutz steigt und fällt. Klingt absurd, nicht wahr? Aber was wäre, wenn wir aus diesem humorvollen Gedankenexperiment etwas Wertvolles lernen könnten? Willkommen in der Welt der Wal-Börse – eine satirische Erkundung, wie der Schutz der Ozeane aussehen könnte, wenn wir die Prinzipien des Kapitalismus und der Finanzmärkte auf den Schutz dieser Meeresgiganten anwenden würden. Im Laufe dieses Artikels werden wir uns mit der Wissenschaft hinter der Rolle der Wale im Kampf gegen den Klimawandel befassen, mit dem Potenzial eines Finanzmodells, das den Walschutz revolutionieren könnte, mit den ethischen Implikationen der Behandlung von Lebewesen als Finanzanlagen und mit Beispielen aus der realen Welt, die möglicherweise nicht allzu weit von unserer skurrilen Wal-Börse entfernt sind. Kapitel 1: Wale – Die heimlichen Klimahelden der Ozeane Um den potenziellen Wert eines Wal-Aktienmarkts zu verstehen, müssen wir zunächst den immensen Beitrag würdigen, den Wale zur Gesundheit unserer Ozeane und zum globalen Klima leisten. Wale sind nicht nur prächtige Geschöpfe, die die Meere schmücken; sie sind auch Schlüsselarten in den Ökosystemen der Ozeane. Hier ist der Grund: Biomasse-Speicher:  Ein einzelner großer Wal kann bis zu 33 Tonnen CO2 in seinem Körper binden – das entspricht dem jährlichen CO2-Fußabdruck von 30 Menschen. Nahrungsketten-Booster:  Wal-Exkremente (liebevoll „Walkot“ genannt) düngen das Phytoplankton, das 50% des Sauerstoffs produziert, den wir atmen, und 40% des globalen CO2 absorbiert. Tiefsee-Pumpe:  Wenn Wale sterben, sinken ihre Kadaver auf den Meeresboden und binden dort über Jahrhunderte Kohlenstoff – ein Prozess, der als „Whale Fall“ bekannt ist. Einer Studie in der Zeitschrift Trends in Ecology & Evolution zufolge könnten wiederhergestellte Walpopulationen zusätzlich 1,7 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr binden – das entspricht der Entfernung von 400 Millionen Autos von den Straßen. Betrachten wir vor diesem Hintergrund einmal den finanziellen Wert eines Wals. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt den „Klimabeitrag“ eines großen Wals über seine gesamte Lebenszeit auf über 2 Millionen US-Dollar – deutlich mehr als der durchschnittliche Kohlenstoffbindungswert eines Baums, der bei etwa 2.500 US-Dollar liegt. Dieser Wert bleibt jedoch abstrakt, solange er nicht in ökonomische Modelle integriert wird. Hier kommt der Whale Stock Market ins Spiel. Kapitel 2: Wie könnte ein „Whale Stock Market“ funktionieren? Die Idee hinter einem Wal-Aktienmarkt ist es, ein Finanzinstrument zu schaffen, das den ökologischen Wert einzelner Wale oder ganzer Populationen widerspiegelt. So könnte es funktionieren: Staaten, NGOs oder Privatfirmen emittieren „Wal-Aktien“, die den ökologischen Wert einzelner Tiere oder Bevölkerungen abbilden. Investoren kaufen diese Anteile und profitieren, wenn: Die Walbevölkerung wächst (höhere CO2-Bindung). Der „Klima-Beitrag“ durch neue Forschung steigt (z. B. bessere Phytoplankton-Messungen). Regierungen CO2-Preise erhöhen (höhere Nachfrage nach Kohlenstoffzertifikaten). Allerdings wäre die Implementierung eines solchen Systems mit Herausforderungen verbunden, unter anderem in Bezug auf Tracking-Technologie, Bewertungsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen. Tracking-Technologie:  Satellitenmarkierungen, DNA-Datenbanken und KI-gestützte Walerkennung müssten sicherstellen, dass jeder „Aktien-Wal“ überwacht wird. Bewertungsmodelle:  Die Quantifizierung des CO2-Beitrags eines Wals und die Berücksichtigung sekundärer Vorteile wie Tourismuseinnahmen wären unerlässlich. Regulierung:  Die Einrichtung einer „Wal-Börsenaufsicht“, die den Markt reguliert, Transparenz gewährleistet und Korruption verhindert, wäre von entscheidender Bedeutung. Betrachten wir nun ein hypothetisches Beispiel eines „Whale Stock Market“-Unternehmens – die „Blue Whale AG“. Einnahmen:  Investitionen in den Walschutz, Anti-Walfang-Patrouillen und Phytoplanktonforschung. Rendite:  Steigende CO2-Preise oder wachsende Walpopulationen würden den Wert der Aktien in die Höhe treiben – ähnlich wie bei grünen Anleihen. Kapitel 3: Ethische Dilemmata – Zwischen Artenschutz und Ausbeutung Während eine Wal-Börse wie eine innovative Lösung für die chronische Unterfinanzierung des weltweiten Walschutzes klingt, wirft sie auch ethische Fragen auf. Finanzierungslücke schließen:  Der weltweite Walschutz ist chronisch unterfinanziert. Ein solches Finanzierungsmodell könnte Milliarden von Dollar mobilisieren. Wertschätzung steigern:  Wenn Wale einen klaren wirtschaftlichen Wert haben, könnte die öffentliche Akzeptanz für den Walfang oder die Meeresverschmutzung sinken. Innovation fördern:  Es könnten neue Technologien zur Walüberwachung und Wiederherstellung von Ökosystemen entstehen. Auf der anderen Seite: Kommodifizierung von Leben:  Die Behandlung von Walen als handelbare Vermögenswerte könnte zu einer Vernachlässigung führen, wenn ihr „Aktienwert“ sinkt. Ökologische Risiken:  Künstlich vergrößerte Walpopulationen könnten Ökosysteme destabilisieren (z. B. durch Überweidung des Krills). Korruptionsgefahr:  Die Verhinderung von Betrug wäre eine Herausforderung, da der Wert der Wale weitgehend von schwer überprüfbaren Daten abhängt. Kapitel 4: Realität vs. Utopie – Gibt es schon ähnliche Modelle? Oder anders gefragt: Haben wir den Knall schon gehört oder ist er erst auf dem Weg? Fallstudie 1: Kohle für Wale – Klingt komisch, ist aber... vielleicht bald Realität?! (Die Saga von Whale Carbon) Island, das Land der Elfen, Geysire und jetzt auch der „Wal-Kohlenstoffzertifikate“. Ja, richtig gelesen. Ein Startup namens „Whale Carbon“ (klingt nach dem neuesten Superhelden-Team, oder?) hat sich 2022 gedacht: „Hey, Wale sind doch die Biodiversitäts-Bitcoins der Meere! Lasst uns Zertifikate drucken!“ Die Idee: Firmen kaufen diese „Wal-Zertifikate“, um ihren CO2-Ausstoß auszugleichen. Sozusagen Ablassbriefe, nur in cool und blau und mit Blasloch-Garantie. Das Prinzip ist im Grunde wie bei Waldprojekten. Bäume nehmen CO2 auf, außerdem sind sie wertvoll für den Klimaschutz. Wale... äh... machen... auch irgendwas mit CO2, oder? Hust.  Okay, Spaß beiseite. Wale sind tatsächliche Klimaschutz-Champions. Sie düngen das Meer mit ihren ... Hinterlassenschaften (ja, Wal-Kacke ist ein echtes Ding und super wichtig!), was das Wachstum von Phytoplankton ankurbelt, und das nimmt CO2 auf. Logisch, oder? Fast schon zu logisch, um wahr zu sein! Die Sache hat aber einen Haken, größer als ein Buckelwal: Die Berechnungen sind, sagen wir mal, „kreativ“. Kritiker – diese Miesepeter! – meckern, dass das alles noch ziemlich vage ist, um wissenschaftlich „wasserdicht“ zu sein. Stell dir vor, Wissenschaftler in Island, die Wochen lang Wale anstarren, mit dem Versuch, den CO2-Fußabdruck zu messen. Wahrscheinlich mit Unterwasser-Excel-Tabellen und der Frage: „Hat der jetzt gefurzt? Zählt das zum Carbon Offset oder zur Blowhole-Tax?“ Wir bleiben dran! Fallstudie 2: Der „Great Whale Conservancy Bond“ – James Bond, aber mit Flossen (und hoffentlich weniger Explosionen) Dominica, diese karibische Inselperle, hat sich was Schickes ausgedacht: „Blaue Anleihen“! Klingt nach einem Cocktail, ist aber Finanz-Fach-Chinesisch für „Geld sammeln für Meeresschutz“. Und zwar: für Buckelwale. Investoren stecken Kohle in diese Anleihen und kriegen Zinsen ... wenn die Walbevölkerung wächst. Erfolgsprämie für Wal-Nachwuchs! Das ist doch mal ein Anreiz, oder? Demnächst gibt's noch Wal-Geburten-Boni für Dominica-Bürger? Stell dir die Investoren-Meetings vor: „So, meine Damen und Herren, wie performen unsere Blauwal-Blue-Chips diese Saison? Gibt es einen Baby-Boom im Humpback-Futures-Segment?“ Und der CEO von Dominica präsentiert stolz eine Grafik mit einer steigenden Wal-Kurve. „Dank unserer Anleihe konnten wir die Buckelwal-Bestände um 2,7% steigern! Prost, auf die Wale ... und auf unsere Rendite!“ Lessons Learned – Was wir aus diesen Wal-Experimenten lernen können (außer, dass Wale cooler sind als wir dachten) Diese Projekte zeigen: Die Idee ist ... irgendwie  machbar. Aber: Wir brauchen „strenge wissenschaftliche Standards“. Ja, wer hätte das gedacht? Einfach nur „Wale sind toll“ reicht halt nicht für die Finanzwelt. Überraschung! Es braucht Zahlen, Daten, Fakten – und am besten noch ein paar Diagramme mit putzigen Wal-Symbolen. Und dann noch was: „Ohne Einbindung lokaler Gemeinschaften scheitern solche Modelle.“ Erinnert uns das an irgendwas? Ach ja, diese ganzen Waldschutzprojekte (REDD+), die im Sande verlaufen sind, weil man die Leute vor Ort vergessen hat. Es ist wie bei jeder guten Party: Wenn man die Locals nicht einlädt, wird's halt 'ne doofe Veranstaltung. Und Wale sind auch Locals, im Ozean-Sinne. Kapitel 5: Die Zukunft – Wal-Börse 2050: Chancen, Warnungen und die Frage, ob wir dann alle in Wal-Aktien investieren Ein Blick in die Glaskugel (oder besser: in die Kristall-Qualle) – Szenario 2050 Stell dir vor: „Wal-Dashboards“ auf deinem Smartphone. Echtzeitdaten zur CO2-Bindung, Wanderrouten und Gesundheitszustand deiner Lieblingswale. „Oh, mein Buckelwal-Portfolio ist heute aber aktiv! Und die CO2-Bilanz meiner Blauwale ist Spitze! Zeit für 'nen Wal-Dividenden-Drink!“ Pensionsfonds investieren in „Wal-Portfolios“ als sichere Langzeitanlage. „Oma Erna, wie legst du dein Geld an?“ – „Ach, Schatz, in Wale! Die sind wertstabil und machen was für die Umwelt. Und wenn die Bevölkerung wächst, klingelt die Kasse!“ Rentenvorsorge war noch nie so... blubberig. Auf Klimakonferenzen wird über „Wal-Emissionsrechte“ verhandelt. „China fordert mehr Wal-Emissionsrechte! Die EU pocht auf strengere Wal-Zitate! Und die Wale selbst demonstrieren vor dem UN-Gebäude mit Plakaten: “Mehr Krill für uns!” Aber Achtung, liebe Freunde! Die Schattenseiten der Wal-Wall-Street „Spekulationsblasen“: Was, wenn „Wal-Aktien“ zum Spielball von Hedgefonds werden? Wie 2008 mit Immobilien? „Whale-Street-Crash 2050! Die Wal-Blase platzt! Millionen Wale in der Insolvenz! Panik an den Märkten! Verkauft eure Wal-Aktien, solange es noch geht!“ Wir wollen ja nicht, dass unsere geliebten Meeressäuger zum nächsten Finanzdesaster werden. „Ökozid durch Profitdenken“: Was, wenn der Profit-Gedanke Amok läuft? „Überpopulationen“, weil „zu viele Wale“ höhere Renditen versprechen? Stellt euch vor: Wal-Farmen! Wale in Massentierhaltung, nur um die Wal-Aktien-Kurse hochzutreiben. „Mehr Wale, mehr Rendite! Egal, ob die armenischen Bürger Platzangst bekommen!“ Gruselig, oder? Alternativen zum Börsen-Modell – Weil Wale nicht auf den DAX gehören Vielleicht brauchen wir „hybridere Ansätze“. Klingt fancy, heißt aber: nicht alles oder nichts. „Wal-Steuern“: Länder mit Walfanggeschichte zahlen Abgaben in einen globalen Schutzfonds. „Okay, liebe Walfänger-Nationen, jetzt zahlt ihr mal schön in die Wal-Kasse ein! Payback Time! Oder besser gesagt: Payback's a Breach!“ „Ökosystem-Dividenden“: Küstengemeinden kriegen Geld für den Wal-Erhalt. Wie in Costa Rica mit den Wäldern. „Hey, liebe Küstenorte, schützt die Wale und wir zahlen euch! Easy Money für Meeresschutz! Win-Win für Mensch und Wal!“ Sich bezahlen lassen, um die Natur nicht  zu zerstören? Klingt schnell zu einfach, um wahr zu sein. Fazit: Ein Werkzeug, keine Wal-Wunderwaffe Die Idee, Wale an der Börse zu handeln, ist... provokant. Und riskant. Aber sie zeigt uns was Wichtiges: In unserer kapitalistischen Welt überleben oft nur Dinge, die einen Preis haben. Traurig, aber wahr. Ob wir Wale retten, indem wir sie zu Aktien machen? Fragezeichen. Aber dieses Gedankenexperiment zwingt uns, wichtige Fragen zu stellen: „Wie viel ist uns ein lebendiger Wal wert?“ (Mehr als 'ne Tüte Pommes, hoffentlich!) „Dürfen wir die Natur zur Ware machen, um sie zu retten?“ (Macht es das besser oder schlimmer?) „Was verlieren wir, wenn wir alles nur durch die Brille des Marktes sehen?“ (Vielleicht den Blick für's Wesentliche?) Eines ist klar: Symbolpolitik ist vorbei. Ob Börse, Steuern oder Gemeinschaftsprojekte – wir brauchen radikale neue Ansätze, um die „Klima-Helden“ der Ozeane zu schützen. Denn mal ehrlich, wer will schon in einer Welt ohne Wale leben? Außer vielleicht die Krabben-Industrie. Aber deren Meinung ist hier ja erstmal egal. Und jetzt bist du dran! Was denkst du darüber? Teile hier deine salzigen Ideen mit uns … und vielleicht (aber nur vielleicht) schreiben wir einen Beitrag über deine Ideen (natürlich anonym und wenn sie gut genug ist … “grins”).   Bis zum nächsten Mal bei „The Ocean Tribune“! Bleib neugierig und lass die Wale schwimmen! Bitte bedenke, dass dieser Artikel zwar rein fiktiv ist und nur hypothetische Annahmen darstellt, aber dennoch von realen Tatsachen inspiriert sein kann. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Der Rebell mit dem Hobel: Ein Bayer erklärt dem Ozean seine Liebe – und meint es verdammt ernst.

    Photo by Anija Schlichenmaier Von Doris Divebomber Hört mal zu, ihr Landratten und sonnenverbrannten Wellenreiter! Hier spricht Doris Divebomber für die Möwen-Crew, und heute geht mir das Herz auf wie eine frisch geknackte Auster in der Abendsonne. Wir ertrinken in einer Flut aus Plastikmüll, Chemie-Scheiße und Greenwashing-Parolen, die uns die Surf-Industrie täglich ins Gesicht klatscht. Und dann, ausgerechnet aus dem Binnenland, aus München, taucht ein Kerl namens Johannes Helfrich auf und baut mit seiner Marke „Eddie Wood Go“ einen verdammten Leuchtturm in diese ewige Nebelsuppe des Konsumwahnsinns. Ein Shaper aus München, der Holzbretter baut und dabei tatsächlich an den Ozean denkt? Das klang für uns erst mal wie Seemannsgarn. Also haben wir von der Möwen-Crew beschlossen, den Jo mal ordentlich auf den Zahn zu fühlen. Wir wollten wissen, ob da wirklich Substanz hinter der Fassade steckt oder nur heiße Alpenluft. Wir haben ihm also einen Fragenkatalog geschickt, der härter einschlägt als eine Brecherwelle auf Fels. Kein oberflächliches Geplänkel, sondern ein tiefes Eintauchen in den Kopf und die Seele dieses Mannes. Wir wollten seinen ganzen Lebensweg ausleuchten, von den ersten Paddelschlägen bis zum perfekt geshapten Holzbrett. Was jetzt kommt, sind seine ungeschminkten Antworten. Macht euch bereit für eine volle Breitseite Salz und Wahrheit. Legt die Ohren an, denn hier kommt das Kreuzverhör mit Johannes Helfrich. Und glaubt mir, da ist kein fauler Fisch dabei! Welches ist dein Lieblingstier/Krafttier und warum? Ganz klar die Katze: eigensinnig/unabhängig, aber genauso anhänglich und bindungsbezogen. Es gibt wenige Tiere, die lustiger sind als eine Katze, die man gut kennt. Ich bin mit einer Katze aufgewachsen und wir haben jetzt auch zwei. Welches ist dein Lieblingszitat(e) an das du häufig denkst oder danach lebst? Ich bin jetzt nicht der riesige Zitate-Mensch, aber wenn, dann: „Keep on Rockin' in the free World" aus dem gleichnamigen Song von Neil Young. Welchen Rat würdest du unserer jetzigen jungen Generation für den Einstieg in ihr zukünftiges Leben geben? Welchen Rat sollten sie ignorieren? Ihr lebt nicht, um zu arbeiten, sondern ihr arbeitet, um zu leben. Ich kenne leider so viele, die nur arbeiten und eigentlich keine Zeit mehr haben, das viele erarbeitete Geld dann auszugeben. Wofür? Lieber weniger arbeiten und weniger Geld haben und dafür mehr reisen, surfen, Hobbys nachgehen und Zeit für Freunde und Familie haben. Ignoriert: „Der Markt regelt." Bullshit, der Kapitalismus ist leider unser Untergang, wenn wir da nicht schwer nachkorrigieren. Du könntest die Zeit zurückdrehen. Welches sind deiner Meinung nach die 3 negativsten Erfindungen für unseren Planeten? Atomwaffen: Sinnlos und hat das Potenzial, den Planeten zu zerstören. Plastik: Es gibt genügend umweltfreundliche Alternativen, die den Planeten nicht verschmutzen. Patriarchat und Lobbyismus: Vielleicht eine etwas kontroverse Ansicht, aber beides zusammen lenkt leider die Politik in eine völlig falsche Richtung, die sowohl für die Menschheit als auch den Planeten extrem schädlich ist. Du wärst ab heute der einzige Umweltminister auf unserer Erde, alles, was Du entscheidest, muss sofort umgesetzt und befolgt werden. Welche 3 Gesetze, Regeln oder Maßnahmen würdest Du sofort einführen/ändern und warum? Ende der fossilen Energien und konsequente Umstellung auf Erneuerbare: Ca. 40 % der CO2-Emissionen wären dadurch schon mal weg (Strom und Verkehr), und so dumme Ideen wie Fracking, LNG-Terminals oder Tiefseebergbau wären gleich gestorben. Umstellung auf Kreislaufwirtschaft (wobei ich das als Umweltminister nicht darf, eher Wirtschaftsminister, aber egal): Konsequentes Repair, Recycle, Reuse und Ressourcen nur nachhaltig verwenden. Dies schützt Natur und nachkommende Generationen. Konsequenter und sinnvoller Natur- und Artenschutz für Luft, Land und Wasser: Erhalt der Artenvielfalt und deren Lebensräume, aber bitte mit Sinn und Verstand. Es macht keinen Sinn, z.B. einen Windpark wegen einer seltenen Eidechse nicht zu bauen, weil die dadurch eventuell gefährdet ist, aber dafür dann der Planet sich aufheizt, weil weiterhin fossile Energie gebraucht wird und alle seltenen Eidechsen verschwinden. Jo, Hand aufs Herz: War dein erster Gedanke beim Anblick eines Surfbretts wirklich "Das muss nachhaltiger gehen!" oder eher "Geil, damit kann ich die Mädels beeindrucken!"? Sei ehrlich, wir sind hier unter uns. Weder noch: „Geil, das sieht ja mega aus (selbst die Plastikvariante) und macht ja mega Spaß." Die nachhaltige Sicht kam erst später. Jedes Kind hat doch so eine Phase, wo es Pilot, Feuerwehrmann oder Astronaut werden will. Wann kam der Moment, wo du dachtest: "Nee, ich werd Shaper und rette den Ozean!"? War da ein Schlüsselerlebnis, vielleicht ein missglückter Wellenritt oder eine Begegnung mit einem Plastikwal? Das war bei mir eher eine schleichende Entwicklung. Ich bin in einem nachhaltigen Elternhaus aufgewachsen (bis auf das Autofahren vermutlich), und als ich älter war, habe ich bei jedem Besuch am Meer immer gesehen, wie dreckig es überall war. Nach meinem Surftrip in die USA habe ich dann einen (Holzboard-)Shapekurs gemacht und war sofort angefixt. Gab es in deiner Jugend ein Idol, eine Surfer-Legende oder ein Umweltaktivist, der dir ins Ohr geflüstert hat: "Junge, baue Holzbretter und rette die Welt!"? Oder warst du von Anfang an ein Einzelkämpfer? Hm, Einzelkämpfer würde ich jetzt nicht unbedingt sagen, aber leicht beeinflussen lasse ich mich auch nicht. Daher gab es vielleicht einen gewissen Einfluss von ein paar Personen, aber vieles habe ich auch einfach selbst erarbeitet, erdacht, nachgeforscht und gelesen. Daher ist es schwer, das auf eine Person zu beschränken. Deine Eltern, was haben die gesagt, als du meintest: "Mama, Papa, ich werde Surfboard-Shaper mit Holz aus Bayern!"? War das eher so ein "Endlich was Anständiges!" oder eher ein besorgtes "Wovon willst du leben, mein Kind?"? Da es extrem schwer ist, von nachhaltigen Boards wirklich zu leben – die Big Player machen einem da das Leben recht schwer –, ist das leider nur mein Zweitberuf. Die Miete zahlt der Erstberuf und beruhigt die Eltern. 😊 Warst du schon als Kind der Typ, der Legosteine lieber zu einem umweltfreundlichen Haus als zu einem Raumschiff zusammengebaut hat? Oder kam die grüne Welle erst später in deinem Leben an? Raumschiffe waren schon auch dabei, aber am besten kann ich mich noch an die Abenteuer im Dschungel erinnern, die mein Bruder und ich aus Lego nachgespielt haben, à la Indiana Jones. Also die Naturverbundenheit war schon immer da. Generell waren wir aber eh meistens draußen im Wald/Fußball spielen oder auch mit Papa in den Bergen. Wenn du heute deinem zwölfjährigen Ich einen Ratschlag geben könntest, was wäre das? "Fang früher an zu shapen!" oder "Lass die Finger von den Schoko-Croissants!"? Ganz klar, fang sofort an zu surfen. Ich bin erst spät dazu gekommen, und mit knapp 2 Metern und 100 kg bin ich alles andere als der typische Surfer-Typ; da wäre ich gern deutlich besser, als ich bin. 😊 Stell dir vor, du sitzt mit all deinen ehemaligen Lehrern bei einem Bier zusammen. Welcher Lehrer wäre am meisten überrascht von dem, was du heute machst? Und welcher würde sagen: "Hab ich's doch gewusst!"? Puh, ich glaube fast alle, bis auf meinen ehemaligen Physik-LK-Lehrer. Ich hatte schon immer eine aufmüpfige Art und glaube daher, dass viele Lehrer von mir dachten: „Aus dem wird nix." Das hat sich dementsprechend auch immer in den Zeugnissen niedergeschlagen. Mein damaliger Physik-LK-Lehrer (I know, ein noch nerdigeres Fach gibt's eigentlich nicht, habe ich aber immerhin mit dem Sport-LK wieder etwas ausgeglichen) war einer der wenigen Lehrer, die an mich geglaubt und mich auch über all die Jahre unterstützt haben. Er hat mir sogar einmal das Sitzenbleiben erspart ... Gibt es einen verrückten Kindheitstraum, den du noch nicht verwirklicht hast? Wenn ja, wir wollen es wissen, egal was es ist, es gibt keinen, der zu albern sein kann? Meinen größten Kindheitstraum durfte ich mir 2013 erfüllen. Ich bin in die USA geflogen, nach Kalifornien, war zwei Monate da und habe mir meinen VW T2, Baujahr 1971, gekauft. Ich habe mit dem dann den zweimonatigen Roadtrip/Surftrip gemacht, bis mir das Geld ausgegangen ist, und habe ihn anschließend zurück nach Deutschland verschifft. Und Überraschung, er heißt Eddie. Mein zweiter und eher verrückter Kindheitstraum: Ich wäre unglaublich gern mal schwerelos. Aber das ist sowohl finanziell, umwelttechnisch als auch mit 2 m Größe nicht drin. Ganz zu schweigen vom Umwelt-Impact. Im Wasser zu sein ist der Ersatz. Was war dein größtes "Aha-Erlebnis" in Bezug auf Nachhaltigkeit, bevor du Eddie Wood Go gegründet hast? War es ein Film, ein Buch, oder hast du beim Surfen mal in einen Plastikbecher gebissen? Ich glaube, das Wissen, dass der persönliche CO2-Fußabdruck eine Erfindung von den Ölkonzernen ist und wirklicher globaler Wandel leider nur durch die Politik funktioniert. Aber da die Politik ja auch gewählt wird, muss man trotzdem das Bewusstsein in die Köpfe der Menschen bringen, und da finde ich den Ansatz von EWG schon ganz sinnvoll. Ich versuche aufzuzeigen, dass (Alltags-)Gegenstände halt auch in nachhaltig gehen und dabei noch so viel cooler sein können als das industrielle Pendant. Was treibt dich am meisten in deinem Leben an? Verbesserung im weitesten Sinne. Ich will persönlich besser werden im Shapen, Markenaufbau etc., aber auch bessere Boards bauen, den Planeten und die Gesellschaft besser hinterlassen. Da kommt mein Ingenieurskopf recht gut durch. Ich denke mir so oft, das muss doch besser gehen hier. Und dann versuche ich es auch. Drei Worte, um den Ozean zu beschreiben? Naturgewalt, Sehnsucht, Meditation. Deine Meinung ist gefragt! Eine kleine Sache, die jeder tun kann, um dem Ozean zu helfen? Nimm deinen Müll vom Strand mit. Eine kleine Tüte im Rucksack + Handschuhe nehmen keinen Platz weg und am Strand oder an der Straße gibt es immer irgendwo Mülleimer. Einfach eine Tüte voll machen und beim Heimgehen in den Mülleimer werfen. Bonuspunkte, wer erst gar keinen Müll mitbringt. Tupper statt Tüte, Metallflasche statt Plastikflasche. Was ist dein Lieblingsgeräusch des Meeres? Das Rauschen der Wellen, das Kreischen der Möwen, das sanfte Plätschern des Wassers gegen den Schiffsrumpf …? Das Rauschen und das Gluckern der Wellen gegen ein Surfboard. Bist du auf dem Wasser schon einmal faszinierenden Meerestieren wie Walen, Delfinen oder Meeresschildkröten begegnet? Gibt es unvergessliche Begegnungen, die du mit uns teilen möchtest? Ich hatte die Ehre, in Kalifornien mit Ottern zu surfen; ich weiß nicht genau, wer mehr Spaß hatte. War echt wild, wie die Tiere da genauso die Wellen, sichtlich nur aus Spaß, abgesurft sind wie der Rest des Lineups. Kurz nervös geworden, ob die Haie gleich mit auftauchen, sind wir natürlich auch – im Norden Kaliforniens immer eine Option. Wenn du dem Meer eine Frage stellen könntest – was wäre das? Und was glaubst du, würde das Meer antworten (Es ist alles erlaubt - wirklich alles?) Vermutlich, wie das Meer das mit uns aushält. Ich muss da immer wieder an das Buch „Der Schwarm“ von Schätzing denken ... Dein größter Wunsch für unsere Ozeane und unseren Planeten? Dass wir als Menschheit endlich die Einsicht haben, dass wir aktuell unsere Lebensgrundlage zerstören. Und das ist ja irgendwie der Witz: Es müsste eigentlich nicht Umweltschutz, sondern Menschenschutz heißen. Der Planet und die Ozeane werden noch lange nach uns da sein. Erinnerst du dich an dein allererstes selbstgebautes Surfbrett? War es ein Meisterwerk oder eher ein Treibgut, das nur mit gutem Zureden schwimmen blieb? Und ganz wichtig: Hat es dich jemals im Stich gelassen? Klar, Lütti: Longboard 9'4'', wird immer noch fleißig gesurft, erst im Mai wieder in Spanien. Es ist noch perfekt in Schuss und macht einen Heidenspaß. Meisterwerk würde ich nicht sagen, es gibt ein paar hauptsächlich optische Punkte, die nicht so gut geworden sind, aber funktional ist es top Photo by Anija Schlichenmaier Was war das kurioseste Material, das dir jemals vorgeschlagen wurde, um ein Surfboard daraus zu shapen? Und hast du ernsthaft darüber nachgedacht? Gummibaum. Liegt noch in der Werkstatt, hat eine echt coole rote Maserung, aber ich bin noch nicht ganz sicher, ob und was daraus wird. Du sagst, Holzsurfboards sind die "ursprüngliche Art des Surfens". Klingt nach einem Rückschritt, der eigentlich ein Fortschritt ist. Ist das wie mit Vinyl-Schallplatten – die sind auch besser als diese komprimierte MP3-Scheiße, oder? Genau, oder auch hochverarbeitete Lebensmittel, a.k.a. Microwave Food in den USA. Klar ist das schneller zubereitet als selber kochen, schmeckt bloß nicht und macht einen krank. Gerade beim Surfen, einer der wenigen Sportarten, die so abhängig von der Natur sind, aber auch gleichzeitig, wo man mit der Natur verschmilzt, ist es wichtig, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Für mich ist Surfen der Einklang mit der Natur, und da bietet es sich doch an, auf etwas Natürlichem zu surfen. Made in Germany - Paulownia-Holz aus Bayern für Surfboards? Wenn das mal kein Bekenntnis zur Heimat ist! Riecht dein Workshop eigentlich mehr nach Meerwasser oder nach frisch gefälltem Baum? Oder nach einer verrückten Mischung aus beidem? Ganz klar nach Holz. Mein Highlight ist immer das Nussholz, das ich für den Stringer verarbeite. Da riecht immer alles nach Haselnuss, ein Traum. Wenn man die Staubmaske vergessen hat, riecht es den ganzen Tag nach Hanuta ... Für die Herstellung eines handgefertigten Holzboards brauchst du circa 4 bis 6 Wochen. Das klingt nach Entschleunigung pur. Wie viele Anrufe von ungeduldigen Surfern bekommst du in der Zeit, die fragen, ob ihr Board schon schwimmen lernt? Entschleunigung ist es leider nur bedingt. Wie oben ja schon gesagt, ist das leider nur mein Zweitjob. Daher habe ich auch nur bedingt Zeit, die etwa 100 Stunden, die in einem Board stecken, unterzubringen. Hinzu kommen noch die Trocknungszeiten von Kleber und Bio-Epoxy, die bei den 100 Stunden gar nicht mit eingerechnet sind. Daher ist es schon ein straffer Zeitplan, um so ein Board in der Zeit fertigzubekommen. Es ist und bleibt halt Handwerk und keine Massenware. Du sprichst davon, Leidenschaft und Seele in den Shaping-Prozess fließen zu lassen. Heißt das, jedes deiner Boards hat eine eigene Persönlichkeit? Und gibt es da auch mal ein zickiges Brett, das sich nicht shapen lassen will? Ja, jeder meiner Shapes ist nach einem Rockmusikkünstler benannt, der vom Typ her zum Board bzw. Shape passt. Durch die wirklich einzigartige Maserung bekommt jedes einzelne Board dann noch einmal zusätzlich Charakter. Und ich hatte noch kein Board, bei dem sich das Holz nicht irgendwo mit Engelszungen oder doch mit mehr Zwingen dorthin überreden lassen musste, wo ich es hinhaben wollte. "Zweimal kaufen ist nie eine ressourcenschonende Option." Ein Satz, den sich manch einer hinter die Ohren schreiben sollte, bevor er sich das nächste Plastikteil holt. Hast du schon mal versucht, diesen Spruch auf ein Surfboard zu schnitzen? Noch nicht, aber eigentlich eine sehr gute Idee! Sollte ich gleich mal mit auf die Liste für das nächste Event nehmen. Deine Bretter sind "Kunstwerke, die man im Wohnzimmer aufbewahren kann". Hand aufs Herz: Wie viele deiner Kunden kaufen die Boards eher als Deko und trauen sich gar nicht damit ins Wasser, aus Angst, das Kunstwerk zu beschädigen? Ich hoffe wirklich, keiner. Die Holzboards sind stabiler als Kunststoff-Boards und haben es verdient, auch wirklich gesurft zu werden! Es ist außerdem immer ein cooles Gefühl, wenn sich alle am Strand nach einem umdrehen und das Board anschauen wollen. Und falls es doch wirklich jemand nur als Dekoobjekt haben will, geht das Ganze natürlich. Dann wird statt Bio-Epoxy nur geölt, und es ist dann als Dekoobjekt noch mal viel geiler, weil die Struktur des Holzes noch mehr rauskommt und taktil bleibt. Stichwort "Handarbeit": Wie oft hast du dir schon gedacht, dass eine Maschine schneller wäre, nur um dann festzustellen, dass das Gefühl für das Holz bei Handarbeit einfach unersetzlich ist? Nicht nur das Gefühl ist unersetzlich, sondern es ist oft auch einfach schneller. Mit einer Maschine muss man nur mal eine halbe Sekunde nicht aufpassen oder abgelenkt werden, und schon ist man mehrere Stunden damit beschäftigt, den Schaden wieder auszubessern. Klar, manche Schritte gehen nur sinnvoll mit der Maschine, obwohl man wirklich alles mit der Hand machen kann, was ich auch schon gemacht habe. Es ist dann noch einmal etwas ganz anderes, wenn man wirklich jeden einzelnen Schritt mit der Hand gemacht hat. Es werden kontinuierlich, mit Hilfe von ausgewählten Partnern, Bäume gepflanzt, um nicht nur CO2 Neutral, sondern deutlich CO2-Negativ zu sein. Zusätzlich dazu verwendest du einen fixen Prozentsatz des Verkaufspreises dazu, um weitere Bäume zu pflanzen. Durch einen Surfboard-Kauf werden auf den Namen des Käufers 5% des Kaufpreises an eine selbst ausgewählte NGO gespendet. Du pflanzt Bäume, um CO2 auszugleichen. Das ist großartig! Aber mal ehrlich, wie viele Bäume musst du pflanzen, um ein einziges Surfboard zu kompensieren? Und hast du schon mal versucht, deine eigene kleine "Surfboard-Plantage" zu starten? Das sind gar nicht so viele, wie man denkt. Ein normales industrielles Surfboard liegt ungefähr bei 50 – 180 kg CO2 (je nach Datenquelle und Größe). Ein Holzboard hat einen deutlich kleineren Abdruck: 40 – 95 % weniger, je nach Datenquelle. Also selbst wenn wir mit einem CO2-Abdruck von ca. 70 kg (180 kg * 40 %) rechnen, wären das 4 Bäume, die das in einem Jahr wettmachen. https://seas.umich.edu/news/surfs-seas-student-carson-brown-makes-sustainable-wooden-surfboards https://www.arbor.eco/carbon-footprint/surfboard https://www.wavechanger.org/blogs/surfer-vs-planet/the-carbon-cost-of-surfboards ecoboard.sustainablesurf.org/lifecycle-analysis Und ja, das habe ich wirklich im Hinterkopf. Paulownia-Setzlinge gibt es super einfach zu kaufen, und die wachsen ja wie Unkraut. Es dauert nur 10 Jahre, bis der Baum gefällt werden kann, wäre also auch zeitlich total im Rahmen. Das größere Problem ist: Versucht mal, dafür Land im Umkreis von München zu finden bzw. zu bezahlen. "Einschnitte in der Performance werden nicht hingenommen." Heißt das, du schickst deine Prototypen persönlich auf die größten Wellen, um sicherzustellen, dass sie auch halten, was sie versprechen? Wer ist dein Testpilot? Ja, es ist immer spannend, ob ein neuer Shape auch das liefert, was ich mir erhoffe. Ich versuche immer, die Boards auch selbst zu testen, wenn es irgendwie möglich ist. Du bist weltweit vernetzt, um Forschungsergebnisse auszutauschen und die neuesten Entwicklungen in der Nachhaltigkeit zu teilen, um auch in Zukunft nachhaltige Surfboards zu bauen – das klingt nach einer Geheimorganisation für nachhaltige Surfboards. Gibt es da einen Geheimgruß oder ein spezielles Handzeichen? Leider nur ganz langweiliges Networking und alles frei zugänglich. Da es leider weltweit nicht zu viele Eco-Board-Hersteller gibt, kennt man sich nach einer gewissen Zeit und bleibt in Kontakt über Direktnachrichten, Blogs und Foren. Wer selbst mal stöbern will: https://ecoboard.sustainablesurf.org/ https://forum.swaylocks.com/ Aber vielleicht sollten wir da mal langsam einen Geheimbund gründen, um die Weltherrschaft an uns zu reißen und alles nachhaltig zu machen! 😈 Recycling und Abfallwirtschaft: Deine Hobelspäne werden als Einstreu für Therapie-Esel genutzt. Das ist so skurril und genial zugleich! Haben die Esel schon versucht, auf den Spänen zu surfen? Und gibt es Pläne, aus den Resten auch noch Surf-Zubehör zu machen? Vielleicht ein Esel-freundliches Paddel? So wie ich Esel kenne, definitiv. Ich versuche wirklich, so viel wie irgendwie möglich weiterzuverwenden. Ich bin gerade dabei, mir eine Gussform zu machen, um aus den Resten beim Glasen (Epoxy und Glasfaser) Finnenschlüssel herzustellen. Ich glaube, ich muss langsam mal auf den 48-Stunden-Tag umstellen. Das weiteste von München von dir geschaffenes Surfboard irgendwo auf der Welt, wo surft es gerade herum? Und gibt es dazu eine besonders rührende Geschichte? Fragt mich da noch mal in 'nem guten Jahr, das will ich noch nicht verraten. Ist eine Überraschung für denjenigen. 😊 Was war bisher die größte Herausforderung bei der Entwicklung deiner nachhaltigen Werkstoffe? Die Balance zwischen Haltbarkeit, Performance und Umweltfreundlichkeit zu finden, muss ja ein Höllenritt sein. Zum Teil. Die Materialien für die klassischen Surfboards sind relativ gut erprobt, und die Natur gibt uns hier wirklich extrem gute Ausgangsmaterialien. Daher ist es für die Boards schon relativ gut. Viel größeres Kopfzerbrechen bereiten mir aktuell die River-Boards, die ich in mein Portfolio mit aufnehmen will. Durch die Tricks und das betonierte Bachbett sind die Boards ganz anderen Belastungen ausgesetzt. Industrielle Boards halten hier oft nur eine Saison bei den Profis. Und genau das will ich halt nicht machen. Daher kommt hier zur Haltbarkeit, Performance und Umweltfreundlichkeit noch der Aspekt der Reparaturfreundlichkeit hinzu. Da raucht mir aktuell der Kopf. Gibt es einen "heiligen Gral" der nachhaltigen Surfboard-Materialien, nach dem du noch suchst? Ein Material, das alles kann und dabei auch noch nach Schokolade riecht? Ich würde gern auf Epoxy verzichten, aber aktuell gibt es hier nichts, was von der Funktionalität her vergleichbar wäre. Mein Traum wäre ein Öl, das man von mir aus nur einmal pro Jahr auftragen muss und das das Board stabil und dicht macht und gleichzeitig die Haptik des Holzes erhält. Wie fühlt es sich an, ein Brett zu sehen, das du mit deinen eigenen Händen geschaffen hast, wie es auf einer Welle reitet? Ist das wie, wenn ein Elternteil sein Kind zum ersten Mal Fahrrad fahren sieht? Immer wieder aufregend und eine extreme Freude gleichzeitig. Ist es dicht? (War noch nie undicht) Wie fährt es sich? (Bisher immer top) Leck, sieht das gut aus! Geil, das hast du selbst mit deinen eigenen Händen erschaffen! Wenn du einen prominenten Surfer dazu bringen könntest, nur noch mit Eddie Wood Go Boards zu surfen, wer wäre das und warum? Und wie würdest du ihn überzeugen? Puh, dann müsste ich, glaube ich, den Laden deutlich erweitern und noch ein paar Leute einstellen, fände ich aber ziemlich geil. Ich glaube, wer sich mit dem Thema ernsthaft mal auseinandergesetzt hat und dann auch ein Eco-Board ausprobiert, der braucht nicht viele große Argumente. Holzboards wurden schon bei einem ESL-Contest gesurft (Surfer war Caina Souza), daher zeigen sie, dass die Performance da ist. Ich denke, dass da einfach noch ein bisschen die Awareness fehlt und die Big Player der Industrie halt schon die Exklusivverträge haben und es deswegen schwieriger ist. Beschreibe den perfekten Surfer für ein Eddie Wood Go Board. Ist es der umweltbewusste Hipster, der erfahrene Wellenreiter-Veteran oder der blutige Anfänger mit dem Herz am rechten Fleck? Mit meinen Boards hat jeder Spaß. Egal, ob man blutiger Anfänger ist, Veteran oder auch mal etwas Neues ausprobieren will (Shortboard zum Longboard oder umgekehrt). Wichtig für mich sind die Surfer, die einen Sinn für Nachhaltigkeit und Handwerk haben und eine Beziehung zu dem Board aufbauen. Denn billige (in beiden Sinnen des Wortes) Boards gibt es leider schon zu viele auf dem Markt. Wenn du einen Tag lang die Surfboard-Industrie leiten könntest, welche drei Dinge würdest du sofort ändern, um sie nachhaltiger zu machen? Ab sofort den wahren Preis verlangen, d. h. Umweltverschmutzung, Gesundheitsschäden etc. mit einpreisen. Das hat ja vor Kurzem mal ein Supermarkt gemacht. Dann wird nämlich dem Endverbraucher ganz schnell klar, wie teuer die „günstigen“ Industrie-Boards eigentlich sind. Lieferkettengesetz einführen → gerechtere Arbeitsbedingungen für alle. „Zigarettenpäckchen-Bilder“ auf die Surfboards kleben. Auf Plastik-Boards sieht man dann verschmutzte Strände und so. Was war das größte Lob, das du je für deine Arbeit bekommen hast? Und was war der größte Tritt in den Hintern, der dich noch mehr motiviert hat? Das ist schon ein paar Jahre her. Ich bin gerade in Portugal nach dem Surfen am Strand entlanggelaufen, als mich ein anderer Surfer auf mein Board (es war das erste, das ich gebaut hatte) ansprach. Er wollte es sich gerne ansehen und es mir am liebsten sofort abkaufen. Ich war am Anfang des Urlaubs und das erste Board gibt man auch nicht her, also habe ich abgelehnt. Da habe ich aber gesehen, dass es Interesse an nachhaltigen Boards gibt. Neulich erst war ich in zwei Shops, in denen ich versucht habe, meine Boards in den Verkauf zu bringen (leider gibt es überall Exklusivverträge mit den großen Brands), und beide Verkaufsleiter wollten das Board eigentlich gleich für sich privat haben. Den Tritt in den Hintern bekommt man da aber gleich gratis mit: Durch die ganzen Exklusivverträge mit den großen Brands kommt man einfach super schwer in den Markt und muss sich daher noch mehr anstrengen, um Fuß zu fassen. Was ist dein persönlicher "Zen-Moment" beim Shaping? Wann vergisst du alles um dich herum und bist eins mit dem Holz? Da gibt es mehrere. Einerseits beim Shapen der Rails. Da sind ein gutes Auge und ein guter Tastsinn gefragt. Oft sieht man die Unebenheit nicht, aber man kann sie problemlos erfühlen. Da komme ich ziemlich gut in den Flow-State und, schwups, sind ein paar Stunden rum. Wenn Eddie Wood Go eine Band wäre, welchen Musikstil würde sie spielen? Und welchen Song müsste sie unbedingt covern? Das ist sehr einfach zu beantworten. Ganz klar Rockmusik. Und Songs gibt es einfach zu viele: „Alive“ von Pearl Jam „Keep on Rockin' in the Free World“ von Neil Young „Paint It Black“ von den Rolling Stones Was ist die eine Sache, die du dir für die Zukunft von Eddie Wood Go am meisten wünschst, abgesehen davon, dass alle nur noch Holzsurfboards fahren? Dass es durch die Boards auch einen kleinen Sinneswandel in der Branche gibt, auch wenn der Impact von EWG wahrscheinlich hier marginal sein wird. Mehr Verantwortung für den Planeten von den Firmen wäre genial. Generell hoffe ich natürlich, dass sich immer mehr Leute für Holzboards interessieren und dann auch (auf EWG-Boards) umsteigen. Es ist einfach noch mal so viel cooler, auf einem Holzboard zu surfen. Das hat einfach einen viel geileren Vibe Photo by Anija Schlichenmaier Dankeschön Jo, was soll ich sagen? Hut ab. Wir von der Möwen-Crew sind ein misstrauischer Haufen. Wir haben schon zu viele Heilsversprecher und Marketing-Fuzzis gesehen, die auf der grünen Welle reiten, nur um am Ende doch wieder denselben alten Plastikmüll zu verkaufen. Aber deine Antworten? Das war kein Seemannsgarn. Das war Klartext. Ehrlich, direkt und ohne doppelten Boden. Dafür ein lautes und aufrichtiges „Danke“ von der gesamten Mannschaft des Ocean Tribune. Du hast uns nicht nur gezeigt, dass es anders geht. Du hast bewiesen, dass Handwerk, Leidenschaft und ein Gewissen die stärksten Werkzeuge sind, die wir haben. Du bist der lebende Beweis dafür, dass man kein salzverkrusteter Hippie sein muss, der am Strand lebt, um für den Ozean zu kämpfen. Manchmal braucht es einen Ingenieur aus Bayern mit dem Geruch von Nussholz in der Nase, um der Industrie zu zeigen, wo der Hammer hängt. An euch da draußen, die das hier lesen: Nehmt euch Jos Worte zu Herzen. Es geht nicht darum, dass ihr alle morgen losrennt und euch ein Holzbrett kauft. Es geht um die Haltung dahinter. Es geht darum, eine Beziehung zu den Dingen aufzubauen, die euch umgeben. Fragt euch, woher euer Board kommt. Fragt euch, wohin es geht, wenn ihr es nicht mehr braucht. Hört auf, Konsumenten zu sein, und werdet wieder zu verantwortungsvollen Nutzern. Die nächste Welle kommt bestimmt. Die Frage ist nur, auf welcher Seite der Planke du stehen wirst: auf der Seite der seelenlosen Massenware, die unseren Planeten zerstört, oder auf der Seite eines echten Stücks Natur, das mit Herz und Verstand geschaffen wurde. Die Wahl, Skipper, liegt ganz bei dir.. Neugierig auf mehr? Website Eddie Wood Go: https://www.eddiewoodgo.de/ Instagram Eddie Wood Go: https://www.instagram.com/eddiewoodgo_boards/ Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus dem Maschinenraum: Vom Klartext zum Bauplan Wir legen den Finger in die Wunde. Das ist unsere Mission bei The Ocean Tribune. Aber Aufklärung allein rettet keine Ozeane. In der Werkstatt von Vita Loom Labs schmieden wir aus diesem Wissen die unangreifbaren Architekturen, die aus fragilen Projekten resiliente, investierbare Assets machen. Wir schreiben keine besseren Anträge. Wir bauen unbesiegbare Systeme. Wollen Sie sehen, wie eine solche architektonische Intervention in der Praxis aussieht? Unsere Fallstudie seziert den Prozess – vom narrativen Vakuum zum unbesiegbaren System. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Was wäre, wenn ein Batman der Tiefsee den Lobby-Haien in den Hintern tritt?

    Von Gary Gullson Ahoi, du Landratte mit Seeluft-Sehnsucht, Gary Gullson hier, live vom pier-endenden Rand der Zivilisation. Ich sitze auf einem Poller, der schon mehr Vogelkacke als Farbe gesehen hat, und beobachte das Schauspiel. Drüben am Yachthafen steigt ein Mann aus einer Limousine, so schwarz und glänzend wie das Öl, das er aus dem Meeresboden pressen will. Sein Anzug kostet mehr als mein Jahresbudget für Fischbrötchen. Seine Schuhe sind so poliert, dass sich eine eitle Makrele darin spiegeln könnte, kurz bevor sie in seinem Schleppnetz landet. Das ist er. Der Feind. Nicht der Typ mit der Harpune oder der Vollidiot, der seine Kippenstummel ins Wasser schnippt. Nein, das sind nur die Fußsoldaten. Das hier ist der General. Ein Lobbyist. Ein professioneller Einflüsterer, dessen Job es ist, Politikern so lange die Taschen vollzustopfen und das Ohr abzukauen, bis sie vergessen, dass der Ozean mehr ist als eine Verbringungsfläche für Abfall und eine Quelle für unendlichen Profit. Ich sehe ihm nach, wie er in ein Gebäude schlendert, in dem Gesetze gemacht werden, und in mir kocht die Gischt. All die Arbeit. All die Wissenschaftler, die ihre Nächte über Mikroskopen verbringen, die Aktivisten, die sich an Ölplattformen ketten, die Freiwilligen, die an Wochenenden Strände von unserem Plastikmüll befreien. Und dann kommt dieser Anzugträger und macht mit einem einzigen Abendessen, einem geflüsterten Versprechen und einer gut platzierten "Wahlkampfspende" die Arbeit von tausenden Menschen zunichte. Und da frage ich mich, und ich frage dich: Was wäre, wenn es jemanden gäbe, der diesem Treiben ein Ende setzt? Nicht mit einer Petition, die im Rundordner P landet. Nicht mit einer Demo, über die in den Nachrichten zwanzig Sekunden berichtet wird. Sondern richtig. Was wäre, wenn wir einen Batman für die Ozeane hätten? Einen dunklen Ritter, der aus den Schatten der Korallenriffe auftaucht, um den wahren Verbrechern das Handwerk zu legen? Die (Lobby-) Geisterfahrer auf der Datenautobahn: Wie eine Handvoll Anzugträger den Ozean verscherbeln Komm, setz dich zu mir. Wir müssen reden. Und zwar Klartext. Vergiss für einen Moment den Capeträger in seiner Hightech-Höhle. Unser Problem ist realer und schmutziger als jeder Comic-Bösewicht. Es trägt nur einen besseren Anzug. Lobbyismus, das klingt erstmal harmlos, fast schon bürgerlich. Interessenvertretung, nennen sie es. Klingt, als würde der örtliche Kaninchenzüchterverein für mehr Grünflächen werben. Aber wenn es um den Ozean geht, haben wir es nicht mit Kaninchenzüchtern zu tun. Wir reden von Giganten. Von der Öl- und Gasindustrie, der industriellen Fischerei, der Plastik- und Chemiebranche und der Schifffahrtslobby. Das sind keine Interessengruppen, das sind Imperien mit eigenen Botschaftern. Und ihre Botschaft ist simpel: Profit über Planet. Immer. Schauen wir uns mal die Werkzeuge dieser "Botschafter" an. Es ist ein ganzes Arsenal der Einflussnahme. Da wären zum einen die direkten Wahlkampfspenden. Ein legaler Weg, sich Freundschaft und Wohlwollen zu erkaufen. Dann gibt es den berüchtigten "Drehtür-Effekt": Ein Politiker, der jahrelang für milde Umweltgesetze gesorgt hat, findet sich nach seiner "Karriere" plötzlich in einem hochdotierten Vorstandsposten bei genau dem Konzern wieder, dem er geholfen hat. Ein lukratives Dankeschön, wie es Marco Bülow, ein Bundestagsabgeordneter, einmal treffend nannte. In Brüssel, der selbsternannten "Champions League des Lobbying", sind über 12.500 Unternehmen und Interessengruppen registriert, die nichts anderes tun, als die Politik in ihrem Sinne zu formen. Die Taktik ist immer dieselbe: Zweifel säen, wo wissenschaftlicher Konsens herrscht. Verzögern, wo schnelles Handeln nötig wäre. Und Verantwortung privatisieren, wo eigentlich staatliche Regulierung hingehört. Die Plastikindustrie, zum Beispiel, ist ein Meister darin. Anstatt die aberwitzige Produktion von Einwegplastik zu reduzieren, lenkt sie die gesamte Debatte auf Recycling und "Abfallmanagement". Das ist, als würde man versuchen, eine überlaufende Badewanne mit einem Teelöffel auszuschöpfen, anstatt einfach den Wasserhahn zuzudrehen. Und es funktioniert! Jahrelang haben sie erfolgreich verhindert, dass wirksame Gesetze zur Produktionsreduzierung erlassen werden. Ein globales Plastikabkommen? Nach zähen Verhandlungen oft genug am Widerstand der Lobby gescheitert. Oder nehmen wir den Tiefseebergbau. Eine Industrie, die bereit ist, die letzte, weitgehend unberührte Wildnis unseres Planeten für ein paar Metalle zu zerpflügen, die wir größtenteils durch besseres Recycling an Land gewinnen könnten. Ihre Lobbyisten sitzen in den Beiräten von Behörden, die eigentlich für den Schutz zuständig sein sollten. Sie sponsern "wissenschaftliche" Konferenzen und verbreiten das Märchen vom "grünen Bergbau" für die Energiewende. Sie wollen uns weismachen, dass wir die Tiefsee zerstören müssen, um das Klima an Land zu retten. Der blanke Wahnsinn in Nadelstreifen. Und die industrielle Fischerei? Seit Jahren kämpfen Wissenschaftler für niedrigere Fangquoten, um kollabierende Bestände wie den Dorsch in der Ostsee zu retten. Doch immer wieder setzen sich die Fischereiminister der EU über diese wissenschaftlichen Empfehlungen hinweg – ein Schelm, wer dabei an den immensen Druck der Fischereilobby denkt. Das Ergebnis: Im Mittelmeer gelten sage und schreibe 83 Prozent der Fischbestände als überfischt. Auch die sogenannten Meeresschutzgebiete sind oft nur "Paper Parks" – auf der Karte sehen sie toll aus, aber in der Realität wird darin weiter gefischt und gebaggert, als gäbe es kein Morgen. Eine Studie, die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass in rund 60 % der untersuchten Meeresschutzgebiete im Nordostatlantik Grundschleppnetzfischerei stattfindet. Das ist kein Schutz, das ist eine Farce. Das ist die harte, salzige Wahrheit. Wir kämpfen nicht nur gegen Ignoranz. Wir kämpfen gegen einen gut organisierten, mit Milliarden finanzierten Gegner, der die Regeln des Spiels zu seinen Gunsten geschrieben hat. Wir brauchen also nicht nur Leidenschaft. Wir brauchen eine Strategie. Wir brauchen ... Helden. Die Liga der ungewöhnlichen Helden: Wer den Anzugträgern wirklich in die Suppe spuckt Okay, ein Milliardär im Fledermauskostüm wird uns wohl nicht retten. Wäre auch albern, stell dir mal den nassen Umhang vor. Aber die gute Nachricht ist: Der Widerstand formiert sich. Die echten Batmen des Ozeans tragen keine Masken. Sie tragen Roben, sie halten Kameras in der Hand, oder sie sitzen in Schlauchbooten. Sie sind die Anwälte, die Journalisten, die Aktivisten und die Wissenschaftler, die den Kampf dorthin tragen, wo es wehtut: vor Gericht, in die Schlagzeilen und direkt vor die Bugspitze der Zerstörer. Nehmen wir die juristischen Superhelden. Organisationen wie ClientEarth oder Earthjustice nutzen das Gesetz als Bat-Lanze. Sie ziehen nicht mit Protestschildern vor ein Firmengebäude, sie zerren die Vorstände direkt in den Gerichtssaal. Ein Paradebeispiel ist die Klage des US-Bundesstaates Kalifornien gegen fünf der weltgrößten Ölkonzerne wie ExxonMobil und Shell. Der Vorwurf: jahrzehntelange, vorsätzliche Irreführung der Öffentlichkeit über die Gefahren des Klimawandels. Sie wussten seit den 1970er Jahren, was ihre Produkte anrichten, und haben Milliarden in Desinformationskampagnen gesteckt, um es zu vertuschen. Das ist nicht nur unverantwortlich, das ist kriminell. Diese Klagen fordern nicht nur Strafzahlungen, sie zielen darauf ab, einen Fonds einzurichten, der die Kosten für Klimakatastrophen deckt. Das ist es, was Batman tun würde: Die Schurken für den Schaden bezahlen lassen. Dann gibt es die investigative Abteilung, unsere "Commissioner Gordons". Journalisten-Kollektive wie "Correctiv" decken die unheiligen Allianzen zwischen Lobbyisten und Politik auf. Sie haben zum Beispiel recherchiert, wie Mitarbeiter von deutschen Bundesbehörden, die für den Tiefseebergbau zuständig sind, gleichzeitig im Beirat eines Lobby-Vereins der Industrie sitzen. Das ist, als würde der Gefängnisdirektor nebenberuflich für die Mafia arbeiten. Ohne diese unermüdliche Wühlarbeit im Datendschungel wüssten wir von all dem nichts. Sie schalten das Bat-Signal an, indem sie die Wahrheit ans Licht zerren. Und natürlich haben wir unsere Robins und Batgirls an der Front. Die Aktivistinnen und Aktivisten von Organisationen wie Greenpeace oder Sea Shepherd. Wenn ein Unternehmen wie "The Metals Company" im Pazifik den Tiefseebergbau vorbereiten will, sind sie mit ihren Schiffen vor Ort und protestieren. Sie umkreisen die Schiffe mit Kajaks, sie blockieren, sie stören. Und sie gewinnen. Ein Gericht in Amsterdam bestätigte kürzlich, dass diese friedlichen Proteste erlaubt sind – ein Schlag ins Gesicht für die Bergbau-Industrie. Diese direkte Aktion ist das sichtbare Ausrufezeichen hinter dem juristischen Kleingedruckten und den journalistischen Enthüllungen. Aber die vielleicht stärkste Waffe in unserem Arsenal ist die Koalition der Vernünftigen. Wenn sich Staaten, Wissenschaftler und sogar Unternehmen zusammenschließen, wird es für die Lobbyisten eng. Beim Thema Tiefseebergbau wächst der Widerstand täglich. Über 30 Länder, darunter Deutschland, haben sich bereits für ein Moratorium oder eine vorsorgliche Pause ausgesprochen. Sie sagen klar: Solange wir nicht wissen, was wir da unten zerstören, lassen wir die Finger davon. Das ist das Vorsorgeprinzip – die Superkraft der Vernunft. Es ist der Beweis, dass der Ruf der Zerstörung nicht der einzige ist, der in den Hallen der Macht gehört wird. Vergiss das Bat-Signal. Du bist die verdammte Fledermaus Jetzt sitzt du hier, hast dir meinen ganzen Sermon angehört und denkst dir vielleicht: "Schön, Gary. Coole Geschichte. Aber was soll ich denn bitte machen? Ich hab weder eine Bat-Höhle noch einen Jura-Abschluss." Hör zu, und hör gut zu. Das ist der Punkt, den die Lobbyisten lieben: das Gefühl der Ohnmacht. Der Gedanke, dass du als einzelner Tropfen im Ozean sowieso nichts ändern kannst. Und genau das ist die größte Lüge von allen. Wir brauchen keinen einzelnen Milliardär, der sich in ein Kostüm zwängt. Wir brauchen eine Armee von Millionen, die zu einem kollektiven Batman werden. Der Kampf gegen die Zerstörung der Meere wird nicht von einer einzigen Person gewonnen, sondern durch tausende kleine und große Akte des Widerstands. Du willst wissen, was in deinem Werkzeuggürtel steckt? Eine ganze Menge: Werde zum Geld-Robin-Hood: Die Organisationen, die ich genannt habe – ClientEarth, Greenpeace, Sea Shepherd, die Deutsche Stiftung Meeresschutz, OceanCare – sie alle leben von Spenden. Jeder Euro, den du ihnen gibst, ist eine Kugel im Magazin gegen die Lobby-Industrie. Suche dir die aus, deren Methoden du am besten findest – die Anwälte, die Frontkämpfer, die Forscher – und unterstütze sie. Das ist der direkteste Weg, den Helden Treibstoff zu geben. Sei der digitale Detektiv: Folge diesen Organisationen und unabhängigen Medien wie uns. Wenn sie einen neuen Skandal aufdecken, eine neue Klage einreichen oder eine neue Kampagne starten – TEILE ES. Sei die Fledermaus, die die Nachricht durch die Nacht trägt. Die Algorithmen der sozialen Medien sind ein Schlachtfeld. Jedes Like, jeder Share, jeder Kommentar, der die Lügen der Lobbyisten entlarvt, ist ein gewonnener Kampf um die öffentliche Meinung. Wähle deinen Alfred Pennyworth: Informiere dich vor Wahlen, welche Politiker und Parteien wirklich hinter dem Meeresschutz stehen und wer nur warme Luft blubbert. Frage deine lokalen Abgeordneten direkt, wie sie zum Thema Tiefseebergbau oder zu den Fangquoten stehen. Entlarve diejenigen, die die Phrasen der Industrie-Lobby nachplappern. Deine Stimme ist dein mächtigster Batarang. Entlarve den Joker in deinem Supermarkt: Boykottiere Produkte von Firmen, die als große Ozeanverschmutzer bekannt sind. Mache einen Bogen um Einwegplastik, wo immer es geht. Frage im Fischladen, woher der Fisch kommt und wie er gefangen wurde. Dein Konsum ist ein täglicher Stimmzettel. Der Ozean hat keine eigene Stimme in unseren Parlamenten. Er kann keine Wahlkampfspenden machen oder zu schicken Abendessen einladen. Wir sind seine Lobby. Du und ich. Wir sind die Möwen-Crew. Also, vergiss die Suche nach einem einsamen Helden am Nachthimmel. Schau in den Spiegel. Da steht er. Zieh dir vielleicht keine Strumpfhose über den Kopf, das sieht meistens albern aus. Aber fang an. Heute. Denn die Anzugträger machen auch keine Pause. Und unser Ozean kann nicht länger warten. Dein Gary. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus dem Maschinenraum: Vom Klartext zum Bauplan Wir legen den Finger in die Wunde. Das ist unsere Mission bei The Ocean Tribune. Aber Aufklärung allein rettet keine Ozeane. In der Werkstatt von Vita Loom Labs schmieden wir aus diesem Wissen die unangreifbaren Architekturen, die aus fragilen Projekten resiliente, investierbare Assets machen. Wir schreiben keine besseren Anträge. Wir bauen unbesiegbare Systeme. Wollen Sie sehen, wie eine solche architektonische Intervention in der Praxis aussieht? Unsere Fallstudie seziert den Prozess – vom narrativen Vakuum zum unbesiegbaren System. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Die Akte Robbe: Zwischen Kulleraugen-Mythos und knallharten Überlebenskampf

    Von Gary Gullson Ich saß neulich an der Pier, hab mir eine leicht ranzige Makrele gegönnt und den Zweibeinern zugesehen, wie sie ihre Smartphones auf alles richten, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Plötzlich Gekreische. Eine junge Kegelrobbe, kaum größer als ein Seesack, hatte sich zum Dösen auf den Strand gezerrt. Und was macht der Homo Sapiens im Funktions-Outfit? Er zückt das Selfie-Stäbchen und robbt – ja, die Ironie ist mir nicht entgangen – auf das Tier zu. "Guck mal, Schatzi, wie süüüüß! Die will bestimmt kuscheln!" Mir ist fast die Makrele aus dem Schnabel gefallen. KUSCHELN? Ein Raubtier? Das größte Raubtier Deutschlands, um genau zu sein? Sag mal, geht’s noch? Hast du Lack gesoffen oder glaubst du wirklich alles, was dir die Plüschtier-Industrie seit deiner Geburt ins Hirn gehämmert hat? Eine Robbe ist kein flauschiger Labrador mit Flossen. Das ist eine perfekt an ihren Lebensraum angepasste Jagdmaschine, die dich mit einem einzigen Biss in eine wandelnde Bakterienkultur verwandeln kann, gegen die handelsübliche Antibiotika aussehen wie homöopathische Zuckerkügelchen. Dieser Vorfall, so banal er klingt, ist der Grund, warum ich diesen Bericht hier runterschreibe. Weil ihr da draußen anscheinend den Bezug zur Realität verloren habt. Ihr seht ein Wildtier und wollt es anfassen, füttern oder für euer Instagram-Profil ausbeuten. Es ist zum aus der Haut fahren. Also, setzt dich hin, hol dir ein Bier und hör dem alten Gary mal zu. Es ist Zeit für eine Lektion in Sachen Robben, die du so schnell nicht vergessen wirst. Klartext: Das Who's Who der Flossenfüßer Also, was sind Robben überhaupt? Wissenschaftlich korrekt heißen die Jungs und Mädels "Pinnipedia", was aus dem Lateinischen kommt und so viel wie "Flossenfüßer" bedeutet. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Sie sind Säugetiere und gehören zur Ordnung der Raubtiere. Ihre Vorfahren waren hundeartige Landratten, die irgendwann vor rund 25 Millionen Jahren dachten: "Pfft, Land ... ist doch langweilig. Gehen wir ins Wasser." Seitdem haben sie ihre Körper zu stromlinienförmigen Torpedos umgebaut, perfekt für die Jagd unter Wasser. Weltweit gibt es, nach dem der Mensch den Japanischen Seelöwen und die Karibische Mönchsrobbe erfolgreich ausgerottet hat, noch 34 lebende Arten. Die Wissenschaftler, in ihrem unbändigen Drang, alles in Schubladen zu stecken, teilen sie in drei große Familien ein: Hundsrobben (Phocidae): Das sind die klassischen "Robben", die den meisten in den Sinn kommen. Sie haben keine sichtbaren Ohrmuscheln (nur Löcher im Kopf) und ihre Hinterflossen sind starr nach hinten gerichtet. An Land sind sie deshalb eine Katastrophe. Sie müssen sich auf dem Bauch vorwärts quälen – daher das Wort "robben". Im Wasser aber, mein Freund, da sind sie die Könige. Der Antrieb kommt aus dem ganzen Hinterkörper, eine unglaublich effiziente Bewegung. Zu dieser Familie gehören unsere heimischen Stars, der Seehund und die Kegelrobbe, aber auch die riesigen See-Elefanten. Hier dazu die Eselsbrücke (Mnemotechnik): Hundsrobbe = "Keine Ohren, kann nicht laufen" Ohrenrobben (Otariidae): Wie der Name schon vermuten lässt, haben diese Gesellen kleine, sichtbare Ohrmuscheln. Der größte Unterschied zu den Hundsrobben ist aber die Beweglichkeit. Ohrenrobben können ihre kräftigen Hinterflossen unter den Körper drehen und an Land regelrecht laufen, wenn auch etwas watschelnd. Im Wasser benutzen sie hauptsächlich ihre langen Vorderflossen zum Antrieb, fast so, als würden sie fliegen. Seelöwen und Seebären gehören in diese Kategorie. Sie sind oft sozialer und bilden riesige Kolonien. Hier dazu die Eselsbrücke (Mnemotechnik): Ohrenrobbe = "Ohren dran, läuft wie ein Betrunkener" Walrosse (Odobenidae): Es gibt nur eine Art, und die ist unverkennbar. Ein riesiger Haufen Fett und Muskeln mit zwei gewaltigen Hauern, die aus dem Oberkiefer ragen. Sie haben keine Ohrmuscheln, können ihre Hinterflossen aber wie die Ohrenrobben zum Laufen einsetzen. Sie sind eine Art Zwischen-Ding. Hier dazu die Eselsbrücke (Mnemotechnik): Walross = "Hat Stoßzähne, weil er's kann" Diese Familien haben sich über den ganzen Globus verteilt. Die meisten mögen es kalt und leben in den Polar- und gemäßigten Zonen, aber es gibt auch Ausnahmen wie die Hawaii-Mönchsrobbe, die es sich in den Tropen gemütlich macht. Einige wenige Arten sind sogar komplett ins Süßwasser abgewandert, wie die Baikalrobbe im russischen Baikalsee oder die Saimaa-Ringelrobbe in Finnland. An Nord- und Ostsee triffst du hauptsächlich auf zwei Vertreter: den Seehund (Phoca vitulina) und die Kegelrobbe (Halichoerus grypus). Noch nicht genug? 8 Fakten für Angeber, die dir die Socken ausziehen Du denkst, jetzt weißt du alles? Weit gefehlt, mein Freund. Hier ist der Stoff, mit dem du an jeder Hafenkneipen-Theke punktest: Die fettigste Milchbar der Welt: Du findest, Sahne ist fett? Lächerlich. Die Milch der Klappmützenrobbe enthält über 60% Fett. Das ist fast wie reine Butter. Damit katapultiert die Mutter ihr Junges in nur vier Tagen von 22 auf 40 Kilo. Das ist die kürzeste Säugezeit aller Säugetiere. Effizienz, Baby! Schlafen mit halbem Hirn: Wie schlafen Robben im Wasser, ohne zu ertrinken? Ganz einfach: Sie schalten nur eine Gehirnhälfte ab. Die andere Hälfte bleibt wach, steuert das Auftauchen zum Luftholen und hält nach Feinden Ausschau. Stell dir das mal im Büro vor. Eine Hälfte pennt, die andere tippt E-Mails. Genial. Tränen lügen nicht? Doch, und wie ! Wenn du eine Robbe an Land siehst, die aussieht, als würde sie weinen, dann pack die Taschentücher wieder weg. Sie hat keinen Liebeskummer. Robben haben keine Tränenkanäle wie wir. Sie sondern eine ölige Flüssigkeit ab, um ihre Augen vor dem Salzwasser zu schützen und an Land feucht zu halten. Das ist reine Augenpflege, kein Drama. Legales Blutdoping ab Werk: Der unangefochtene Champion im Tiefseetauchen unter den Robben ist der Südliche See-Elefant. Dieser Koloss kann in Tiefen von über 2.000 Metern abtauchen und dabei bis zu zwei Stunden die Luft anhalten. Wie er das macht? Legales Blutdoping ab Werk. Sein Blut enthält extrem viel Hämoglobin und seine Muskeln sind vollgestopft mit Myoglobin. Das sind Sauerstoff-Speicher-Proteine. Im Grunde hat er einen eingebauten Presslufttank im Körper, der jeden menschlichen Apnoetaucher vor Neid erblassen lässt. Der schlimmste Sonnenbrand der Welt: See-Elefanten machen einmal im Jahr einen sogenannten "katastrophalen Fellwechsel". Das bedeutet nicht, dass sie ein paar Haare verlieren. Nein, sie stoßen die komplette obere Hautschicht mitsamt dem alten Fell in großen Fetzen ab. In dieser Zeit liegen sie wochenlang apathisch am Strand, fasten und sehen aus wie ein Zombie nach einem Industrieunfall. Die steinreiche Diät: Im Magen mancher Robbenarten, besonders bei Seelöwen, finden Forscher regelmäßig Steine, manchmal kiloweise. Warum sie die fressen, ist bis heute nicht zu 100% geklärt. Dienen sie als Ballast für die Tauchgänge? Helfen sie beim Zermalmen von Nahrung? Oder bekämpfen sie einfach nur das Hungergefühl während der Fastenzeiten? So oder so, eine ziemlich harte Diät. Unterwasser-Techno: Du denkst, nur Delfine machen coole Geräusche? Dann hör dir mal eine Weddellrobbe unter dem antarktischen Eis an. Die produzieren eine ganze Symphonie aus Trillern, Zirpen, Pfeiftönen und Geräuschen, die klingen wie aus einem Science-Fiction-Film der 80er. Damit kommunizieren und navigieren sie in völliger Dunkelheit. Ein 3D-GPS im Gesicht: Ihre Barthaare (Vibrissen) sind weit mehr als nur ein Schnurrbart. Eine Studie, veröffentlicht im Journal of Experimental Biology, hat gezeigt, dass eine Robbe mit verbundenen Augen der Spur eines Mini-U-Boots folgen kann, das 30 Sekunden vor ihr vorbeigefahren ist – nur anhand der Wasserverwirbelungen, die sie mit ihren Barthaaren spürt. Das ist kein Tastsinn mehr, das ist ein eingebautes 3D-Navigationssystem. Steckbrief der Lokalmatadore: Seehund vs. Kegelrobbe Größe & Gewicht Seehund: Männchen bis 1,7m, 100 Kilogramm. Eher der kompakte Typ. Kegelrobbe: Männchen bis 2,5m, 300 Kilogramm. Ein echtes Kaliber und Deutschlands größtes Raubtier. Kopfform Seehund:  Rund, fast katzenartig, mit einer Stupsnase. Der "süße" von beiden. Kegelrobbe: Länglich, kegelförmig (daher der Name), mit einer geraden "römischen" Nase. Wirkt eher wie ein grimmiger Türsteher. Fellfarbe Seehund: Grau mit dunklen Flecken, individuell sehr variabel. Kegelrobbe: Männchen: Dunkelgrau mit hellen Flecken. Weibchen: Hellgrau/Silber mit dunklen Flecken. Lebensraum (D) Seehund: Hauptsächlich im Wattenmeer der Nordsee, in der Ostsee sehr selten. Kegelrobbe: Nordsee (Helgoland) und zunehmend wieder in der Ostsee. Charakter Seehund: Scheu, liegt oft in der typischen "Bananenform" auf Sandbänken. Kegelrobbe: Neugierig, aber auch deutlich wehrhafter. Der Magen knurrt: Eine Robbe hat immer Hunger Kommen wir zum Eingemachten. Was frisst so ein Tier den ganzen Tag? Die kurze Antwort: Alles, was es kriegen kann. Robben sind opportunistische Fleischfresser. Ihre Hauptnahrungsquelle ist Fisch, aber je nach Art und Verfügbarkeit stehen auch Tintenfische, Krebstiere, Muscheln und manchmal sogar Seevögel wie Pinguine auf dem Speiseplan. Die Menge ist beeindruckend. Eine ausgewachsene Kegelrobbe verdrückt am Tag zwischen 5 und 7 Kilogramm Fisch. Ein Seehund braucht etwa 4 bis 6 Kilogramm. Das ist, als würdest du jeden Tag 20 bis 30 große Portionen Fish and Chips essen – aber ohne die Chips. Um diese Beute zu fangen, sind sie perfekt ausgestattet. Ihre Augen sind an die schlechten Lichtverhältnisse unter Wasser angepasst. Richtig spannend wird es aber bei ihren Barthaaren, den Vibrissen, die, wie du jetzt weißt, ein biologisches Wunderwerk sind. Eine Robbe "sieht" ihre Beute also nicht nur mit den Augen, sondern "fühlt" sie mit ihrem ganzen Gesicht. Das ist Hightech-Sensorik, von der jeder U-Boot-Ingenieur nur träumen kann. Die Nahrungspyramide ist ein brutales Geschäft. Die Robbe frisst Fisch. Und wer frisst die Robbe? An der Spitze der Nahrungskette lauern die wahren Giganten der Meere: Schwertwale (Orcas) und große Haiarten wie der Weiße Hai. In der Arktis ist der Eisbär zum ultimativen Lauerjäger geworden, spezialisiert auf einen schwachen Moment der Robbe. Anstatt sie im Wasser zu jagen, wartet er geduldig an ihren Atemlöchern im Eis. Wenn die Robbe zum Luftholen kommt, schlägt die Falle zu und der Bär sichert sich seine überlebenswichtige, fette Mahlzeit. Und in der Antarktis gibt es sogar eine Robbenart, den Seeleoparden, der sich auf die Jagd nach seinen kleineren Verwandten spezialisiert hat. Es ist ein ständiges Fressen und Gefressen werden. Der Ozean ist kein Streichelzoo. Warum ein Ozean ohne Robben ein schlechter Witz wäre Jetzt fragst du dich vielleicht: "Okay, Gary, die sind also gute Jäger. Aber brauchen wir die wirklich?" Kapier's endlich: Jedes einzelne Lebewesen in diesem blauen Sumpf hat seine Aufgabe. Robben sind ein entscheidender Teil des marinen Ökosystems. Sie sind das, was man eine "Schlüsselart" nennt. Als Top-Prädatoren regulieren sie die Bestände von Fischen und anderen Meerestieren. Sie halten die Populationen gesund, indem sie oft die schwachen oder kranken Tiere erbeuten. Würden sie wegfallen, könnten sich bestimmte Fischarten unkontrolliert vermehren, was das gesamte Gleichgewicht durcheinander bringen würde. Aber es geht noch weiter. Greenpeace-Berichte weisen darauf hin, dass Robben auch als "Nährstoff-Mixer" fungieren. Durch ihre Tauchgänge und Bewegungen im Wasser wirbeln sie Nährstoffe vom Meeresboden auf und transportieren sie in andere Wasserschichten und in Küstennähe. Das kommt wiederum anderen, kleineren Organismen zugute. Ihr Kot ist außerdem ein wichtiger Dünger für das Plankton. Ohne Robben würde das Ökosystem ärmer, instabiler und am Ende kollabieren. Ein Ozean ohne Robben ist wie ein Motor ohne Öl – er mag noch kurz laufen, aber der Kolbenfresser ist vorprogrammiert. Vom Kinderzimmer bis ins hohe Alter: Ein Robbenleben im Zeitraffer Die Fortpflanzung ist bei den meisten Robbenarten ein jährliches Spektakel. Die Männchen kommen oft zuerst an den Paarungsplätzen an, um die besten Reviere zu besetzen. Bei Arten wie den See-Elefanten oder den Seelöwen kommt es dann zu brutalen Kämpfen, bei denen sich die Bullen blutige Verletzungen zufügen, um einen Harem von Weibchen zu erobern. Das ist testosterongeladener Wahnsinn. Die Paarung findet je nach Art an Land oder im Wasser statt. Und jetzt kommt ein genialer Trick der Natur: Viele Robbenarten haben eine sogenannte "Keimruhe". Nach der Befruchtung nistet sich die Eizelle nicht sofort in der Gebärmutter ein, sondern macht erstmal eine Pause von ein paar Monaten. Das sorgt dafür, dass die Jungen jedes Jahr zur exakt gleichen, günstigen Zeit geboren werden, obwohl die Paarungszeit direkt nach der letzten Geburt liegt. Die Tragzeit dauert, inklusive Keimruhe, etwa 11 bis 12 Monate. In der Regel kommt nur ein einziges Junges zur Welt. Zwillingsgeburten sind extrem selten und meist ein Todesurteil für eines der Jungen, weil die Milch der Mutter nicht für zwei reicht. Die Robbenbabys, auch "Heuler" genannt (weil sie nach ihrer Mutter rufen, wenn sie getrennt werden), sind bei der Geburt schon gut entwickelt. Ein Kegelrobben-Baby wiegt um die 15 Kilogramm und ist mit einem dichten, weißen Babyfell (Lanugo) bedeckt, das es an Land warm hält, aber im Wasser nicht gut isoliert. In den ersten drei Wochen werden sie mit extrem fetthaltiger Milch gesäugt und nehmen pro Tag bis zu 2 Kilogramm zu. Danach verlässt die Mutter sie und die Kleinen müssen allein klarkommen. Sie zehren von ihren Fettreserven, während sie jagen lernen – ein brutaler Start ins Leben. Und wer wird älter? Meistens die Weibchen. Bei vielen Arten liegt die Lebenserwartung bei etwa 30 bis 40 Jahren. Die Männchen, besonders die dominanten Bullen, die sich in ständigen Revierkämpfen aufreiben, sterben oft deutlich früher. Die Wende: Es gibt noch Hoffnung für die Flossenfüßer Okay, genug der harten Fakten. Es klingt düster, ich weiß. Die Menschheit hat die Robben über Jahrhunderte abgeschlachtet – für Fell, Öl und aus reiner Dummheit, weil man sie als Konkurrenz für die Fischerei sah. Moment mal Öl? Ja, du hast richtig gelesen und warum das erfährst du jetzt. Aber dafür muss dein Hirn einmal 150 bis 200 Jahre zurückspulen, in eine Zeit vor Erdöl, vor Elektrizität, vor der modernen Chemie. In dieser Welt war Fett – und besonders hochwertiges, flüssiges Fett, also Öl – eine der wertvollsten Ressourcen überhaupt. Und Robben, mein Freund, sind nichts anderes als schwimmende, perfekt isolierte Öl-Fässer. Hier ist die knallharte Erklärung, warum man Robben wegen ihres Öls abgeschlachtet hat: Der Schlüssel zu allem ist der Blubber . Das ist die dicke, fette Isolierschicht direkt unter der Haut der Robbe. Biologisch ist sie für das Tier überlebenswichtig, um im eiskalten Wasser nicht zu erfrieren und als gigantischer Energiespeicher. Für die Menschen war dieser Blubber (dicke Fettschicht) das Ziel. Doch warum wird zur dicken Fettschicht von Walen und Robben - BLUBBER gesagt? Das Geräusch beim Auskochen Wenn die Wal- und Robbenfänger den fetten Speck in riesigen Kesseln an Bord ihrer Schiffe oder an Land ausgekocht haben, um den wertvollen Tran (das Öl) zu gewinnen, was hat das gemacht? Es hat gebrodelt, gegluckert, es hat geblubbert. Die Luft war erfüllt von diesem Geräusch, dem Blubb-Blubb-Blubb des schmelzenden Fetts. Die Jäger haben dem Zeug einfach den Namen seines eigenen Todesgeräuschs gegeben. Brutal, aber praktisch. Die zitternde, schwabbelige Beschaffenheit Und dann fass das Zeug mal an (oder stell es dir vor). Das ist kein fester, harter Speck wie bei einem Schwein. Blubber ist eine zitternde, schwabbelige, fast halbflüssige Masse, die bei jeder Bewegung nachzittert. Wenn du mit dem Finger draufdrückst, macht es blubb. Wenn ein riesiges Stück davon auf Deck fällt, macht es blubb. Das englische Verb "to blubber" bedeutet ja auch so viel wie "schwabbeln" oder "unförmig sein" – und es beschreibt das unkontrollierte Weinen, bei dem die Lippen zittern. Das Wort "Blubber" wurde also nicht am Schreibtisch eines Biologen erfunden. Es wurde im Dreck und Lärm der Jagd geboren. Es beschreibt perfekt sowohl das Geräusch beim Verarbeiten als auch die wabbelige Konsistenz der Fettschicht. Kein schönes Wort, aber ein verdammt ehrliches. Es fasst die rohe, ungeschminkte Natur dieses Materials perfekt zusammen. Der Prozess war brutal und industriell: Die Jagd: Die Robben wurden in riesigen Mengen an ihren Kolonien an Land oder auf dem Eis getötet. Das Flensen: Der Blubber wurde in großen Stücken vom Körper der Tiere geschnitten. Das Auskochen (Rendering): Dieser feste Blubber wurde dann in riesigen Kesseln, den sogenannten "Trankesseln", erhitzt und ausgekocht. Durch diesen Prozess schmolz das Fett und trennte sich vom restlichen Gewebe. Was übrig blieb, war reines, klares, flüssiges Robbenöl, auch "Tran" genannt. Und wofür zum Teufel brauchte man dieses Öl so dringend? Für verdammt noch mal ALLES , was unsere moderne Welt erst möglich gemacht hat: Beleuchtung: Bevor die Glühbirne kam, brannten in den Häusern und auf den Straßen der Städte Öllampen. Robben- und Waltran war der beste Brennstoff, den es gab. Er brannte hell, relativ geruchsarm und rußte weniger als andere Fette. Die Nächte der westlichen Welt wurden buchstäblich mit dem Fett von Meeressäugern erhellt. Schmiermittel: Die industrielle Revolution lief auf Hochtouren. All die neuen Maschinen, die Dampfmaschinen, die Webstühle, die Lokomotiven – all ihre Achsen und Gelenke brauchten Schmierung. Und was war das beste Schmiermittel, bevor es mineralische Öle gab? Genau, Robben- und Waltran. Ohne dieses Öl wäre die Industrie im wahrsten Sinne des Wortes heißgelaufen und hätte gefressen. Industrielle Produktion: Das Öl wurde gebraucht, um Leder geschmeidig zu machen (Gerberei), Seife herzustellen, Farben zu produzieren und sogar, um die ersten Formen von Margarine zu fertigen. Nahrung/Medizin: In manchen Kulturen wurde der Tran auch als Nahrungsergänzungsmittel gegessen – eine absolute Kalorienbombe und reich an Omega-3-Fettsäuren. Die Bestände waren teilweise kurz vor dem Aus. Aber, und das ist das, was uns in der Möwen-Crew immer wieder antreibt: Es ist noch nicht alles verloren. Dank knallharter Schutzgesetze, wie dem Seehundjagdverbot welches seit 1974 in Kraft getreten ist und unermüdlicher Arbeit von NGOs erholen sich die Bestände langsam wieder. An unseren Küsten sind Seehunde und Kegelrobben wieder ein alltäglicher Anblick. Das ist ein riesiger Erfolg! Organisationen wie der BUND in Mecklenburg-Vorpommern bauen Netzwerke von ehrenamtlichen Robbenbetreuern auf. Diese Leute rücken aus, wenn eine Robbe am Strand gemeldet wird, errichten Schutzzonen und klären die Selfie-Touristen auf. In Orten wie Friedrichskoog oder Norddeich gibt es Seehundstationen , die verwaiste Heuler aufpäppeln und wieder auswildern. Das ist Naturschutz an vorderster Front, direkt am Strand. Auch die Wissenschaft leistet ihren Beitrag. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund sammelt Sichtungsdaten, um die Wanderungsrouten und die Gesundheit der Populationen zu überwachen. Jeder von euch kann dort seine Beobachtungen melden und so zum Schutz der Tiere beitragen. Und was ist mit dem Konflikt mit der Fischerei? Ja, den gibt es. Robben sind schlau und bedienen sich manchmal an Netzen. Aber anstatt die Tiere einfach abzuknallen, wie es einige immer noch fordern, werden innovative Lösungen entwickelt. Forscher arbeiten an robbensicheren Fanggeräten und akustischen Vergrämungssystemen, die die Tiere von den Netzen fernhalten, ohne sie zu verletzen. Das ist der Weg, nicht der Rückfall in archaische Verfolgungsmethoden. Der Tritt in den Hintern: Was DU jetzt tun musst So, und jetzt kommst du ins Spiel. Hör auf, nur dazusitzen und zu nicken. Hoffnung ist kein passives Gefühl, sondern eine verdammte Verpflichtung zum Handeln. Hier ist deine To-Do-Liste: HALTE ABSTAND! Das ist die wichtigste Regel. Wenn du eine Robbe am Strand siehst, ist sie nicht gestrandet oder hilflos. Sie ruht sich aus. Das ist überlebenswichtig für sie. Die offizielle Empfehlung lautet: Mindestens 100 Meter Abstand halten. Versperre niemals den Fluchtweg ins Wasser. Leine deinen verdammten Hund an! Ein freilaufender Hund ist für eine Robbe purer Stress und kann zur Trennung von Mutter und Jungtier führen. FINGER WEG! Fass die Tiere nicht an. Füttere sie nicht. Wirf nichts nach ihnen. Du bist kein Tierarzt und kein Robbenflüsterer. Du bist ein potenzieller Störfaktor. Wenn du dir Sorgen machst, weil das Tier offensichtlich verletzt ist, ruf die Profis. Melde deine Sichtung bei der nächsten Seehundstation oder dem zuständigen Robbenbetreuer (Nummern findet man online, z.B. beim BUND oder den Nationalparkverwaltungen). UNTERSTÜTZE DIE PROFIS! Die Seehundstationen und Schutzprojekte brauchen Geld. Eine kleine Spende bewirkt mehr als tausend Likes für ein süßes Robben-Foto. Werde Fördermitglied oder übernimm eine Patenschaft für einen Heuler. KONSUMIERE MIT HIRN! Der Klimawandel ist eine massive Bedrohung für Robben, besonders für die arktischen Arten, denen das Eis unter den Flossen wegschmilzt. Reduziere deinen CO2-Fußabdruck. Falls du noch Fisch isst, dann kauf Fisch aus “nachhaltiger” Fischerei, um Beifang zu reduzieren, bei dem unzählige Robben qualvoll ertrinken. SEI EIN MEGAPHON! Du hast den alten Gary jetzt gehört. Gib den Krawall weiter. Wenn du am Strand siehst, wie jemand eine Robbe bedrängt, sprich ihn an. Sei höflich, aber bestimmt. Viele Leute sind nicht böswillig, nur ahnungslos. Aufklärung ist unsere schärfste Waffe gegen die Ignoranz. Robben brauchen keine Selfies, sie brauchen Respekt. Sie brauchen keine Streicheleinheiten, sie brauchen Abstand. Und sie brauchen keine Bewunderer, sie brauchen engagierte Beschützer. Wir haben es in der Hand. Wir haben bewiesen, dass wir diese faszinierenden Tiere an den Rand der Ausrottung bringen können. Jetzt müssen wir beweisen, dass wir auch klug und demütig genug sind, um mit ihnen zusammenzuleben und ihnen den Raum zu geben, den sie zum Überleben brauchen. Eine glückliche Robbe braucht nicht viel: sauberes Wasser, genug zu fressen und einen ruhigen Platz zum Rasten. Sorgen wir dafür, dass sie den auch bekommt. Ansonsten, und das ist kein Seemannsgarn, komme ich persönlich vorbei und erklär's dir nochmal. Und glaub mir, das willst du nicht. Gary Gullson, für die Möwen-Crew. Ende des Berichts. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Die Sprache der Schatzkarten: Warum die Kapitäne des Kapitals deine brillante Idee nicht verstehen (und wie du zum Dolmetscher wirst)

    Von Kevin Klepto Ich muss dir eine Geschichte erzählen. Sie bricht mir jedes Mal das Herz, aber sie ist der verdammte Nagel, an dem unsere ganze Welt hängt. Ich war mal bei einem dieser "Pitch-Events". Du weißt schon, klimatisierte Räume, die nach teurem Kaffee und Verzweiflung riechen. Auf der Bühne stand eine junge Frau, eine brillante Meeresbiologin. Nennen wir sie Dr. Eva. Eva hatte eine Idee, die das Potenzial hatte, die Welt zu verändern. Sie hatte eine Methode entwickelt, um mit genetisch modifizierten Mikroalgen die Versauerung von Korallenriffen lokal zu bekämpfen. Ein verdammtes Wunderwerk. Sie sprach zehn Minuten lang. Über pH-Werte, über Kalziumkarbonat-Sättigung, über die Symbiose von Zooxanthellen. Es war ein Meisterwerk der Wissenschaft. Im Publikum saß ein Investor. Nennen wir ihn Frank. Frank trägt teure Schuhe und denkt in Excel-Tabellen. Nach dem Pitch gab es eine Q&A-Runde. Frank hob die Hand und stellte eine einzige Frage: "Sehr interessant. Was ist der IRR über fünf Jahre und wie sieht Ihre Go-to-Market-Strategie aus?" Eva starrte ihn an, als hätte er sie gefragt, welche Farbe ein Quark hat. Völliges, totales Unverständnis auf beiden Seiten. Frank zuckte mit den Achseln, notierte etwas auf seinem iPad und investierte später an diesem Tag in eine App, die Hundefotos mit lustigen Hüten versieht. Evas Idee, die Idee, die ein Riff hätte retten können, ist an diesem Tag gestorben. Nicht, weil sie schlecht war. Sondern weil Eva Delfinisch gesprochen hat, während Frank nur Gold-Dublonen versteht. Und das, mein Freund, ist die eine, brutale Frage, die du dir stellen musst: Welche Sprache sprichst du? Zwei Welten, Zwei Karten, Ein Ozean voller (kapitaler) Missverständnisse Hör zu. Du und deine Crew, ihr seid da draußen, um die Welt zu retten. Eure Welt besteht aus komplexen Ökosystemen, aus wissenschaftlicher Wahrheit, aus tiefem, unerschütterlichem Engagement für eine Mission. Eure Schatzkarte ist eine Seekarte – detailliert, voller Nuancen, voller unbekannter Tiefen und komplexer Strömungen. Die Welt der Kapitäne des Kapitals – die Stiftungen, die VCs, die Family Offices – sieht anders aus. Ihre Welt besteht aus Risiko, Rendite und Skalierbarkeit. Ihre Schatzkarte ist keine Seekarte. Sie ist eine simple Piratenkarte. Sie hat einen Startpunkt, einen Endpunkt und ein großes, fettes "X" , das den Schatz markiert. Du zeigst ihnen deine wunderschöne, komplexe Seekarte und erklärst die faszinierende Dynamik der Meeresströmungen. Und alles, was sie hören, ist Rauschen. Sie suchen nach dem "X" . Und solange du ihnen nicht zeigen kannst, wo das "X" auf deiner Karte ist, werden sie dein Schiff als hübsches Treibholz betrachten und weitersegeln. Das ist keine Böswilligkeit. Das ist ein systemisches Problem. Die einen sind darauf trainiert, Probleme zu lösen. Die anderen sind darauf trainiert, Gelegenheiten zu finanzieren. Das sind zwei fundamental unterschiedliche Betriebssysteme. Das Flüstern der Königsmacher: Sie sagen uns, was sie wollen Du musst mir nicht glauben. Hör einfach zu. Die Königsmacher sagen uns ganz offen, was sie suchen. Auf dem World Ocean Summit hat mir Francisco Saraiva Gomes, einer der wichtigsten Ozean-Investoren Europas, direkt ins Gesicht gesagt, wo das Problem liegt: "Die größte Lücke ist zwischen der Idee und dem Unternehmen selbst." Das heißt übersetzt: Deine Idee mag brillant sein, aber dein Schiff ist nicht seetüchtig. Und die Europäische Umweltagentur hat gerade erst in ihrem "Europe's Environment 2025"-Bericht bestätigt, dass es nicht an Geld mangelt. Es mangelt an investierbaren, strukturierten und skalierbaren Vorhaben . Das ist die offizielle Bestätigung aus dem Maschinenraum der Macht: Sie suchen verzweifelt nach guten Schiffen, aber alles, was sie sehen, sind Flöße. Sie wollen keine 50-seitigen Berichte über das Problem. Sie wollen eine 5-seitige Architektur für die Lösung . Sie wollen keine vagen Versprechen. Sie wollen eine harte, messbare Rendite – sei es eine finanzielle Rendite oder, bei Stiftungen, eine "Return on Impact"-Rendite . Sie wollen wissen, dass du nicht nur ein leidenschaftlicher Passagier bist, sondern ein verdammt guter Kapitän, der sein Schiff und seinen Kurs kennt. Der Architekt als Dolmetscher: Wie du die Rosetta-Kugel für den Impact baust Was also tun? Aufgeben und eine Hundehut-App programmieren? Niemals. Du musst nicht deine Mission ändern. Du musst deine Sprache ändern. Du musst ein Dolmetscher werden. Oder noch besser: ein Architekt . Ein Architekt tut etwas Magisches. Er nimmt die komplexe, seelenvolle Vision des Bauherren und übersetzt sie in eine Sprache, die jeder Handwerker und jeder Investor versteht: eine Blaupause . Die Blaupause ist das fehlende Bindeglied. Sie ist die Rosetta-Kugel zwischen der Welt des "Impacts" und der Welt des "Kapitals". Was macht ein Architekt? Er beantwortet die Fragen, die der Investor im Kopf hat, bevor er sie überhaupt stellt: Er schafft Klarheit: Er nimmt deine 1.000 Ideen und destilliert sie zu der einen, unangreifbaren Investment-These . Er beweist den Wert: Er übersetzt deine Wirkung in die harte Währung der Resilienz, des Wertschutzes und der Zukunftsfähigkeit – genau die Sprache, die der EEA-Report fordert. Er minimiert das Risiko: Er baut eine hybride Finanz-Architektur , die zeigt, wie das Schiff auch in der Flaute (nach Ende der Förderung) weitersegelt, indem es teure Forschung mit "kostenlosem" Stiftungsgeld finanziert und das profitable Geschäft mit VC-Geld skaliert. Er entwirft eine Skalierungs-Roadmap: Er zeigt die simple Piratenkarte vom heutigen Hafen zum großen "X" in fünf Jahren. Ein guter Antrag bittet um Geld. Eine brillante Architektur zieht Kapital an. Das ist der ganze verdammte Unterschied. Hör auf, Delfinisch zu schreien. Lerne, Schatzkarten zu zeichnen. So, mein Freund. Die Sonne geht auf und die ersten Fischerboote tuckern raus. Zeit für den Heimweg. Wenn du das nächste Mal vor einem potenziellen Geldgeber stehst, vergiss für einen Moment deine Leidenschaft. Werde zum Architekten. Übersetze dein "Was" in ein "Warum jetzt": Sprich nicht darüber, was deine Algen alles können. Sprich darüber, warum eine Investition in deine Algen genau jetzt die klügste Entscheidung ist, um einen zukünftigen Milliarden-Markt zu erschließen oder ein Milliarden-Risiko abzuwenden. Finde deinen Dolmetscher: Du bist der beste Wissenschaftler? Super. Dann such dir den besten Architekten. Finde jemanden, der deine brillante Seekarte in die unwiderstehliche Schatzkarte übersetzen kann. (Ja, das ist wieder Werbung für meine Kollegen von der Werkstatt. Sie sind teuer, aber ein gesunkenes Schiff ist teurer.) Ändere deine Denkweise: Du bist kein Bittsteller. Du bist der Kapitän eines Schiffes, das zu einem Schatz segelt, den der Investor noch nicht sehen kann. Deine Aufgabe ist es nicht, um Proviant zu bitten. Deine Aufgabe ist es, ihm einen Anteil an der Schatzkiste anzubieten. Die Welt braucht deine Idee. Daran gibt es keinen Zweifel. Aber die Kapitäne des Kapitals werden sie erst finanzieren, wenn du aufhörst, wie ein Wissenschaftler zu reden und anfängst, wie ein Architekt zu bauen. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus dem Maschinenraum: Vom Klartext zum Bauplan Wir legen den Finger in die Wunde. Das ist unsere Mission bei The Ocean Tribune. Aber Aufklärung allein rettet keine Ozeane. In der Werkstatt von Vita Loom Labs schmieden wir aus diesem Wissen die unangreifbaren Architekturen, die aus fragilen Projekten resiliente, investierbare Assets machen. Wir schreiben keine besseren Anträge. Wir bauen unbesiegbare Systeme. Wollen Sie sehen, wie eine solche architektonische Intervention in der Praxis aussieht? Unsere Fallstudie seziert den Prozess – vom narrativen Vakuum zum unbesiegbaren System. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Artikelserie: Der offizielle Autopsiebericht des Ozeans (und warum er dich trotzdem nicht zum Heulen bringen muss) - Teil 1

    Von Kevin Klepto Teil 1: Die offizielle Autopsie – Was die EU-Wissenschaftler wirklich über den Zustand des Ozeans sagen (und was sie sich nicht trauen zu sagen) Ich hab da einen Stapel Papier auf meinem Schreibtisch, so dick wie ein Schiffsdeck und so trocken wie Zwieback nach drei Monaten auf See. Der offizielle Titel: "Copernicus Ocean State Report 9". Ein Meisterwerk bürokratischer Prosa, veröffentlicht im Namen der Europäischen Union. Die meisten Leute würden es als Untersetzer für ihren Grog benutzen. Aber ich und die Möwen-Crew, wir haben uns durchgekämpft. Durch die Grafiken, die Tabellen, die seitenlangen Abkürzungsverzeichnisse. Und was wir zwischen den Zeilen gefunden haben, ist kein Bericht. Es ist Dynamit. Es ist der Autopsiebericht eines lebenden Patienten. Die Wissenschaftler in ihren weißen Kitteln stehen mit Skalpellen über dem offenen Körper des Ozeans und diktieren mit ruhiger, emotionsloser Stimme ihre Beobachtungen in ein Diktiergerät. "Leichte Erwärmung in Quadrant A." "Anzeichen von Versauerung in Sektor C." Sie beschreiben den Tod mit der Leidenschaft eines Buchhalters. Aber sie schreien nicht. Und genau das ist das Verbrechen. Denn was in diesem Bericht steht, ist der unumstößliche, von den besten Messinstrumenten der Welt bestätigte Beweis, dass das Schiff nicht nur leckgeschlagen ist. Es säuft ab. Und zwar jetzt. Bist du bereit, dem ungeschminkten Befund des Pathologen zuzuhören? Die offizielle Fieberkurve des Planeten Vergiss das Gerede von "Klimawandel" für eine Sekunde. Das ist zu abstrakt, zu weich, zu sehr nach Talkshow am Sonntagnachmittag. Die Damen und Herren von Copernicus liefern die brutalen, physikalischen Fakten. Und die sind so unbestreitbar wie ein Eisberg im Nebel. Laut ihrem neuesten Meisterwerk, dem OSR9, hat der Ozean Fieber. Ein hohes, stetig steigendes Fieber. Die globale Ozeanwärme hat 2024 einen neuen, beschämenden Rekord erreicht . Das ist keine Meinung. Das ist eine Messung. Es ist, als hätte der Patient seit den 60er Jahren ununterbrochen eine ansteigende Temperatur, und jetzt fängt er an zu halluzinieren. Aber das ist nur das erste Symptom auf dem Krankenblatt. Der Patient ertrinkt: Der Meeresspiegelanstieg hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt . Das ist nicht die Welle, die an den Strand schwappt. Das ist die Tide, die kommt und einfach nicht mehr zurückgeht. Der Bericht macht klar: Das Wasser steigt, und es steigt schneller als je zuvor. Punkt. Der Patient hat Sodbrennen: Die Versauerung der Meere hat in den letzten 40 Jahren um 30% zugenommen . Wir pumpen so viel Dreck in die Atmosphäre, dass der Ozean, der versucht, uns den Arsch zu retten, indem er das Zeug schluckt, langsam aber sicher eine chemische Kernschmelze erleidet. Der Patient hat einen Anfall: Der Bericht spricht von einer "dreifachen planetaren Krise" – Klima, Biodiversität, Verschmutzung. Das ist kein politisches Schlagwort. Das ist die medizinische Diagnose für multiples Organversagen. Es ist das drei-köpfige Seeungeheuer, das wir selbst erschaffen haben und das jetzt an den Planken unseres Schiffes nagt. Die Zahlen lügen nicht, sie sind so unbestechlich wie die Schwerkraft. Und sie sagen alle dasselbe: Der größte, wichtigste und stabilste Verbündete der Menschheit im Kampf gegen das planetare Chaos ist schwer krank. Und wir sind die Krankheit. Warum die Diagnose nicht das Todesurteil ist So. Jetzt könntest du dir den nächsten Grog bestellen, in deine Tischkante beißen und auf den Untergang warten. Kannst du machen. Ist aber die Feiglings-Variante. Denn das wirklich Schockierende an diesem Bericht ist nicht, wie schlimm die Lage ist. Das wirklich Schockierende ist, wie unglaublich schlecht wir darin sind, darauf zu reagieren . Jahrzehntelang haben wir auf die Wissenschaftler gehört und versucht, das Problem zu lösen, indem wir mehr "Projekte" gemacht haben. Mehr gut gemeinte PowerPoints, mehr fleißige NGOs, mehr rührende Initiativen, die nach 24 Monaten Förderung wieder in der Versenkung verschwinden. Wir haben versucht, einen Waldbrand mit Wasserpistolen zu löschen. Wir ertrinken nicht in den Problemen. Wir ertrinken in beschissenen Lösungen. Die Daten von Copernicus sind ein unbezahlbarer Schatz. Aber Daten allein haben noch nie einen einzigen Fisch gerettet. Sie sind eine Landkarte, die uns zeigt, wo die Riffe sind. Aber sie sind nicht das Schiff, das uns durch den Sturm navigiert. Und hier kommt die Wende. Der Hoffnungsschimmer im tiefsten, dunkelsten Teil des Berichts. Er liegt nicht in den Daten. Er liegt in dem, was die Daten von uns verlangen. Sie verlangen, dass wir aufhören, wie gutherzige Aktivisten zu denken und anfangen, wie brutale, brillante Architekten zu handeln. Sie verlangen, dass wir aufhören, immer neue, immer schönere, immer fragilere Flöße zu bauen. Sie verlangen, dass wir endlich anfangen, verdammte Hochsee-Fregatten zu konstruieren. Die Gewinner der nächsten Dekade werden nicht die sein, die die besten Missionen haben. Es werden die sein, die die unangreifbarste Architektur besitzen. Vom Patientenbericht zum Operationsplan Was fängst du jetzt mit dieser Wut an? Mit diesem Wissen? Du kannst den Copernicus-Bericht teilen und betroffene Emojis darunter posten. Sinnlos. Du kannst Geld an die nächste Organisation spenden, die dir ein trauriges Robbenbaby zeigt. Gut gemeint, aber strategisch blind. Oder du kannst anfangen, die eine, entscheidende Frage zu stellen. Die Frage, die aus einem Patienten einen Überlebenden macht. Die Frage des Architekten. Wenn du das nächste Mal von einer Organisation, einem Startup oder einem Projekt hörst, das die Welt retten will, applaudiere nicht für ihre Mission. Fordere ihre Architektur heraus. Wie verdienst du in 3 Jahren noch Geld? Warum bist du der Einzige auf der Welt, der das kann? Was ist dein Plan B, wenn dein wunderschöner Plan A von der ersten Welle zerschmettert wird? Das sind die Fragen, die aus Strohfeuern Leuchttürme machen. Das sind die Fragen, die wir bei VLE in den Maschinenraum jedes einzelnen Partners brüllen, bis wir eine Antwort haben, die einem Sturm standhält. Der Copernicus-Bericht ist keine Todesanzeige. Er ist die letzte, dringende Visite des Chefarztes, bevor er die lebenserhaltenden Maßnahmen einstellt. Er ist der Moment, in dem er uns ins Gesicht schaut und fragt: "Haben Sie Ihren Willen zu leben wiedergefunden?" Die Autopsie ist abgeschlossen. Jetzt fängt die Operation an. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus dem Maschinenraum: Vom Klartext zum Bauplan Wir legen den Finger in die Wunde. Das ist unsere Mission bei The Ocean Tribune. Aber Aufklärung allein rettet keine Ozeane. In der Werkstatt von Vita Loom Labs schmieden wir aus diesem Wissen die unangreifbaren Architekturen, die aus fragilen Projekten resiliente, investierbare Assets machen. Wir schreiben keine besseren Anträge. Wir bauen unbesiegbare Systeme. Wollen Sie sehen, wie eine solche architektonische Intervention in der Praxis aussieht? Unsere Fallstudie seziert den Prozess – vom narrativen Vakuum zum unbesiegbaren System. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Der unsichtbare Motor, der deine heile Welt am Laufen hält.

    Von Kevin Klepto Ich war gestern an Land. Weit weg vom Salz, weit weg vom Geschrei der Möwen. Auf einem Pferdehof. Ich weiß, ich weiß. Riecht komisch, aber die Abwechslung tut gut. Ich hab da so ein Vieh gestriegelt, das größer war als meine erste Jolle, und dabei mit einer jungen Frau gequatscht, die dort arbeitet. Eine von der Sorte Mensch, deren Augen leuchten, wenn sie von ihrer Arbeit spricht. Heile Welt eben. Ich frag sie so, was ihre Pläne sind. Die Zukunft, du weißt schon. Sie schaut mich an, als hätte ich sie nach dem Wetter auf dem Mars gefragt, streichelt dem Pferd über die Nüstern und sagt: "Was mit Pferden. Egal was. Hauptsache Pferde." Und in diesem Moment war ich nicht wütend. Ich war fasziniert. Ein Rätsel, das mich seit Jahren umtreibt, hat plötzlich Klick gemacht. Ich habe den Riss verstanden, der durch unsere Welt geht – der Riss zwischen den Menschen, die die Welt genießen, und den Verrückten wie uns, die versuchen, sie im Hintergrund zusammenzuhalten. Dieser Riss erklärt, warum du unsere Bilder von Delfinen liebst, aber vielleicht nie darüber nachdenkst, was es kostet, die Meere, in denen sie schwimmen, zu schützen. Und es ist nicht deine Schuld. Es ist unsere verdammte Pflicht, es dir besser zu erklären. Die "Was"-Karte vs. die "Warum"-Karte Stell dir vor, wir alle navigieren durchs Leben mit unterschiedlichen Seekarten. Die meisten Menschen, und wahrscheinlich auch du, leben auf der "Was"-Karte . Sie ist eine wunderschöne, klare und direkte Karte. Auf ihr sind die Kontinente deines Lebens verzeichnet: "Mein Job", "Meine Familie", "Meine Freunde", "Meine Leidenschaften" – ob das nun Pferde sind, das Surfen bei Sonnenuntergang oder das Malen. Dein Leben dreht sich um das "Was". Du willst die Dinge tun, die du liebst, und dein Leben genießen. Und das ist nicht nur dein gutes Recht. Es ist der verdammte Sinn des Ganzen. Wir in der Möwen-Crew, wir leben auf einer anderen Karte. Auf der "Warum"-Karte . Das ist die schmutzige, chaotische Arbeitskarte des Chef-Ingenieurs im Maschinenraum des Planeten. Auf unserer Karte gibt es keine schönen Kontinente. Es gibt nur komplexe Systeme, Bruchlinien, Strömungen und Warnleuchten: "Ozeanversauerung", "Kipppunkte im Klimasystem", "globale Lieferketten", "Finanzierungsarchitekturen". Unser Leben dreht sich um das "Warum". Warum das Schiff, auf dem wir alle fahren, Schlagseite hat. Und warum wir verdammt nochmal die Lecks flicken müssen, bevor es absäuft. Der entscheidende Fehler in der Kommunikation über die Rettung der Welt war immer, dass die "Warum"-Leute zu den "Was"-Leuten gerannt sind, ihnen ihre Horror-Karte unter die Nase gehalten und geschrien haben: "SEHT IHR NICHT, DASS ALLES BRENNT?!" Das ist dumm. Das ist arrogant. Und es funktioniert nicht. Niemand liebt sein iPhone, weil er die Quantenphysik des Mikrochips versteht. Man liebt es, weil man damit tolle Bilder von seinem Pferd machen kann. Die wahre Meisterschaft liegt darin, eine unendlich komplexe "Warum"-Architektur im Hintergrund zu bauen, die ein magisch einfaches "Was"-Ergebnis im Vordergrund ermöglicht. Die unsichtbare Maschine, die deine Welt am Laufen hält Und genau das ist unsere Mission. Das ist der Job des Vita Loom Ecosystems. Wir sind die Ingenieure im Maschinenraum. Wir bauen die unsichtbare Architektur, die deine Welt am Laufen hält. The Ocean Tribune , dieser Ort hier, ist das Megafon. Mein Job ist es, die komplexen Gefahren von der "Warum"-Karte in klare, verständliche Geschichten zu übersetzen. Geschichten, die dir zeigen, wie die Gesundheit des Ozeans ganz direkt mit deiner Fähigkeit zusammenhängt, auch in 20 Jahren noch die Wellen zu surfen, die du liebst. Vita Loom Labs , die Werkstatt nebenan, schmiedet die Werkzeuge und Blaupausen für all die anderen "Warum"-Kämpfer da draußen. Sie sorgen dafür, dass die Organisationen, die an vorderster Front kämpfen, die besten, seetüchtigsten Schiffe haben, die man bauen kann. Wir bauen die Deiche, damit du weiterhin in Ruhe deine Pferde striegeln kannst. Wir halten das Fundament stabil, damit du auf deinem Balkon den Sonnenuntergang genießen kannst. Wir machen den härtesten Job der Welt, damit dein Leben einfach bleiben kann. Aber diese unsichtbare Maschine läuft nicht mit Luft und Liebe. Sie läuft mit Treibstoff. Und dieser Treibstoff ist Unterstützung. Dein Logenplatz im Maschinenraum Hier kommt der Haken. The Ocean Tribune ist kein Hobby. Wir sind eine unabhängige Stimme. Um das zu bleiben, werden wir keine Gelder von Konzernen oder Regierungen annehmen, über die wir vielleicht morgen kritisch berichten müssen. Unsere Unabhängigkeit wird zu 100% von unserer Community getragen – von Leuten wie dir. Dein "Like" für unsere Artikel ist der Applaus, den wir im Maschinenraum hören. Er tut gut. Aber er füllt den Tank nicht auf. Wir bitten dich nicht um eine "Spende". Wir sind kein gemeinnütziger Verein, der die Hand aufhält. Wir sind eine Crew auf einer Mission. Und wir bieten dir an, ein Teil dieser Crew zu werden. Wenn dir unsere Klartext-Prosa, unsere Analysen und unsere unbestechliche Perspektive einen Wert bieten, dann gib uns etwas von Wert zurück. Wir nennen es das "Möwen-Crew-Support". Es ist deine Art, Treibstoff in unseren Tank zu füllen. Es ist kein Almosen. Es ist eine Transaktion. Du bezahlst für den Wachturm, der den Horizont für dich im Auge behält. Du investierst in die Ingenieure, die die Lecks flicken, von denen du nicht einmal wusstest, dass sie existieren. Du wirst vom Passagier an Deck zum strategischen Partner im Maschinenraum. Am Ende ist es ganz einfach: Die Welt ist kompliziert. Jemand muss sich mit der "Warum"-Karte beschäftigen, damit die "Was"-Karte ihre Schönheit behält. Das ist unser Job. Und wenn du willst, dass wir ihn weitermachen, dann hilf uns, die Lichter im Maschinenraum anzulassen. Werde Teil der Crew. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Der Fluch des Strohfeuers: Warum 9 von 10 guten Ideen absaufen (und wie deine überlebt)

    Von Brenda Beachbum Ich hab schon viel gesehen. Ich hab Wale kalben sehen vor der Küste Argentiniens und Stürme geritten, die dir das Salz aus der Haut waschen. Aber nichts, aber auch gar nichts, macht mich so rasend wie das hier: brillanter, leidenschaftlicher, hoch-motivierter Schwachsinn. Ich saß neulich in meiner Stammkneipe am Hafen, der "Rostigen Boje", und ein junger, enthusiastischer Gründer – nennen wir ihn mal Ole – pitchte mir seine Idee. Er hatte alles: einen ansteckenden Glauben an das Gute, eine PowerPoint-Präsentation, die bunter war als ein Korallenriff, und genug Energie, um ein kleines Forschungsschiff anzutreiben. Er wollte mit Drohnen den Plastikmüll in Flussmündungen aufspüren. Brillant, oder? Alle klopften ihm auf die Schulter. Eine lokale Stiftung gab ihm Geld für die ersten 24 Monate. Presse hier, Applaus da. Ole war der Held der Stunde. Ein Strohfeuer. Letzte Woche hab ich ihn wiedergetroffen. Selbe Kneipe, anderer Gesichtsausdruck. Er sah aus, als hätte er in eine alte Socke gebissen. Das Projekt? Tot. Abgesoffen. Die Drohnen verstauben im Keller. Die Webseite ist offline. Die Stiftung? "Danke für den Abschlussbericht, wir fördern jetzt was mit Bienen." Und hier ist die Frage, die du dir jetzt stellen musst, während du an deinem Bier nippst und nickst: War das Projekt schlecht? War Ole dumm? Nein. Das Projekt ist ertrunken, weil es für eine Welt gebaut war, die es nicht gibt. Es war ein perfekt gezüchtetes Rennpferd, das man in der Arktis ausgesetzt hat. Es war ein Strohfeuer. Hell, heiß und nach 24 Monaten nur noch Asche. Und das ist die verdammte Seuche, die unseren Sektor von innen auffrisst. Die kalte, nasse Wahrheit hinter dem großen Projekt-Sterben Halt dich fest, das wird jetzt ungemütlich. Wir in der Möwen-Crew nennen dieses Phänomen den "Impact-Zombie" . Ein Projekt, das von außen lebendig aussieht, das Fördergelder frisst und schöne Berichte ausspuckt, aber im Inneren längst tot ist, weil es keine Chance hat, jemals auf eigenen Beinen zu stehen. Du denkst, Ole ist ein Einzelfall? Süß. Führende Persönlichkeiten im Sektor haben bestätigt, dass eine erschreckend hohe Zahl von Non-Profit-Initiativen die ersten paar Jahre nicht überlebt. Und das Problem hat sich verschärft. Eine Analyse des National Center for Charitable Statistics in den USA zeigt, dass tausende Non-Profits jedes Jahr ihre Pforten schließen. Das ist eine regelrechte Epidemie des Scheiterns. Warum? Weil die meisten Projekte auf einer fundamentalen Lüge aufgebaut sind. Der Lüge, dass eine gute Mission und eine erste Finanzspritze ausreichen, um in der echten, stürmischen Welt zu überleben. Das ist, als würdest du ein Schiff bauen, das nur aus einem Segel und einem frommen Wunsch besteht. Du kommst aus dem Hafen raus, die Sonne scheint, alle winken. Aber was machst du, wenn der erste richtige Sturm aufzieht? Wenn der Wind dreht? Wenn deine Crew Hunger bekommt? Die meisten Projekte werden für den Sonnenschein gebaut. Sie haben eine brillante Idee (das Segel), bekommen eine erste Förderung (der Proviant für die erste Woche) und segeln los. Aber sie haben keine Architektur . Sie haben keinen Plan, wie sie nach der Förderung überleben sollen (keinen Motor für die Flaute). Sie haben keine Ahnung, wie sie wirklich Geld verdienen könnten (kein Fischernetz an Bord). Sie haben keine unangreifbare Geschichte, die über den Kreis der wohlmeinenden Stiftungs-Tanten hinaus jemanden überzeugt (keinen Kompass, der über die nächste Bucht hinausreicht). Sie sind keine Schiffe. Sie sind bessere Flöße. Und der Ozean frisst Flöße zum Frühstück. Die Architekten der Unbesiegbarkeit: Es gibt sie, die Schiffe, die nicht sinken Okay, genug geheult. Ich hab dir versprochen, dass ich im Herzen ein Optimist bin. Und das bin ich auch. Denn ich sehe sie da draußen. Die anderen. Die Schiffe, die für den Sturm gebaut sind. Die Kapitäne, die nicht nur an die nächste Bucht, sondern an die nächste Weltumsegelung denken. Was machen diese Leute anders? Sie haben verstanden, was der führende Impact-Investor Europas, Francisco Saraiva Gomes, mir neulich auf dem World Ocean Summit ins Gesicht gesagt hat, als ich ihn fragte, was der Unterschied zwischen einer guten Mission und einer investierbaren Firma ist. Seine Antwort war ein Schlag ins Gesicht für 90% aller Projekte da draußen: "Die größte Lücke ist zwischen der Idee und dem Unternehmen selbst. Die Idee ist oft nicht mit dem Unternehmen verbunden." Bumm. Da hast du es. Die Gewinner investieren nicht nur in ihre Idee. Sie investieren in die Architektur ihres Schiffes . Ich hab mir mal ein paar dieser "unsinkbaren" Organisationen angeschaut. Nehmen wir "The Ocean CleanUp". Ob du ihre Methode nun liebst oder hasst, ist egal. Aber schau dir ihre Architektur an. Sie haben von Tag eins an nicht nur an das Sammeln von Plastik gedacht. Sie haben an die Finanzierung gedacht (Partnerschaften mit Konzernen), an die Skalierung (die riesigen schwimmenden Systeme) und an eine Geschichte, die so groß ist, dass sie die ganze Welt in ihren Bann zieht. Oder nimm ein kleineres Beispiel, das wir bei der Möwen-Crew gerade intensiv beobachten: Ein Verein namens "Stimme der Meere". Die Gründerin, Marcella Hansch, will nicht nur Plastik aus den Flüssen holen. Sie will eine systemische Lösung bauen, die sich am Ende selbst finanziert. Sie denkt nicht in Förderanträgen, sie denkt in Business-Modellen für den Planeten . Diese Leute haben eines gemeinsam: Sie wenden das an, was die klugen Köpfe W. Chan Kim und Renée Mauborgne in ihrem Buch "Blue Ocean Strategy" predigen, einem Wälzer, der in keiner Kapitänsbibliothek fehlen sollte. Sie verlassen die "Roten Ozeane", in denen sich alle um die gleichen Fische (Fördergelder) prügeln, und erschaffen "Blaue Ozeane" – völlig neue Märkte, in denen sie die Regeln selbst bestimmen. Sie stellen vier brutale Fragen, bevor sie auch nur einen Mast aufstellen: Was schmeißen wir komplett über Bord? (Welche "heilige Kuh" der NGO-Arbeit schlachten wir? Z.B. die teure Hochglanz-Gala.) Was reduzieren wir radikal? (Welchen Ballast, den alle mitschleppen, reduzieren wir auf ein Minimum? Z.B. 100-seitige Reports, die keiner liest.) Was drehen wir voll auf? (Welchen einen Hebel, der uns einzigartig macht, verstärken wir wie niemand sonst?) Was erfinden wir komplett neu? (Welches Angebot machen wir, das die Welt noch nicht gesehen hat?) Wer diese vier Fragen beantwortet, baut kein Floß. Er baut ein verdammtes Schlachtschiff des Guten. Dein Tritt in den Hintern: Wirst du ertrinken oder navigieren? So, mein Bier ist leer und die Kneipe macht gleich dicht. Zeit für Klartext. Wenn du gerade an einem Projekt sitzt, das von einer einzigen Förderung abhängt, bist du Ole. Du sitzt auf einem Strohfeuer und nennst es ein Leuchtfeuer. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Regen kommt. Hör auf, in deine Idee verliebt zu sein. Werde besessen von deiner Architektur . Stell dir die brutalste Frage von allen: "Wenn morgen mein Förderer anruft und sagt 'Das Geld ist alle', was ist mein Plan für Übermorgen?" Wenn du keine Antwort hast, hast du kein Unternehmen. Du hast ein Hobby. Hol dir einen Architekten an Bord: Du bist ein brillanter Meeresbiologe? Ein fantastischer Community-Manager? Super. Aber du bist wahrscheinlich kein Architekt für Geschäftsmodelle. Such dir jemanden, der das kann. Jemanden, der deine brillante Idee in eine Sprache übersetzt, die auch Kapitalgeber verstehen. (Ja, das ist unverschämte Schleichwerbung für die Kollegen von VLL, aber verdammt, sie sind gut darin.) Lies. Das. Buch: Kauf dir "Blue Ocean Strategy". Es ist keine leichte Lektüre für den Strand, aber es wird dir mehr über das Überleben beibringen als jeder Management-Guru. Am Ende ist es ganz einfach: Der Ozean ist gnadenlos. Er belohnt nicht die mit den besten Absichten. Er belohnt die mit den seetüchtigsten Schiffen. Also, was baust du gerade? Ein Floß oder eine Fregatte? Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Logbuch des Zorns: Die Invasion der Content-Korsaren

    Von Brenda Beachbum Ich saß neulich auf einem Felsen an einer kleinen Bucht, die vor fünf Jahren noch so geheim war, dass selbst die Gezeiten sie manchmal vergaßen. Ein guter Ort, um über den Dingen zu schweben und den menschlichen Wahnsinn aus sicherer Entfernung zu beobachten. Dachte ich. Heute ist dieser Felsen die VIP-Lounge für eine Spezies, die ich die "Content-Korsaren" nenne. Sie kommen in Schwärmen, bewaffnet nicht mit Säbeln, sondern mit Selfie-Sticks, Drohnen, die klingen wie eine Million wütender Mücken, und einem Arsenal an Outfits, das sie hinter einem Busch wechseln, um für jedes Foto einen neuen "authentischen" Look zu haben. Ich habe ein Pärchen beobachtet. Eine Stunde lang. Sie haben nicht einmal auf das Meer geschaut. Nicht ein einziges Mal. Ihre Augen waren auf den kleinen Bildschirm in ihrer Hand geklebt. Sie haben Posen einstudiert, die jeden Chiropraktiker in den sofortigen Ruhestand treiben würden. Sie haben Kieselsteine zu kleinen Türmchen gestapelt, die beim nächsten Windstoß umfallen und eine winzige, aber merkliche Narbe in der Landschaft hinterlassen. Sie haben sich nicht geküsst, weil sie sich liebten, sondern weil der Kuss im Sonnenuntergang exakt 237 Likes mehr bringt als der Kuss im schnöden Tageslicht. Sie waren nicht hier, um den Ort zu erleben. Sie waren hier, um ihn zu konsumieren, auszusaugen und die digitale Hülle davon in ihrem Feed zu spucken. Und während ich da saß, wurde mir klar, dass wir es mit einer neuen Form der Umweltverschmutzung zu tun haben: einer visuellen, mentalen und am Ende sehr physischen Seuche, die von den Bildschirmen direkt an unsere Strände schwappt. Und ich frage dich ganz direkt: Wann bist du das letzte Mal an einem schönen Ort gereist, nur für dich, ohne das dringende Bedürfnis, der ganzen Welt zu beweisen, dass du da warst? Die Seekarte des Wahnsinns: Vom Klick zum Kollaps Okay, legen wir die romantische Seebären-Wut mal kurz beiseite und werfen einen Blick in den Maschinenraum dieses Irrsinn-Tankers. Wie konnte es so weit kommen? Es ist eine toxische Mischung aus menschlicher Psychologie, gierigen Algorithmen und einer totalen Entkopplung von Ursache und Wirkung. Die digitale Droge: Jagd auf den perfekten Schuss Das Problem beginnt mit dem fundamentalen Missverständnis von "Erlebnis". Die Inszenierung für das Foto ist zum eigentlichen Erlebnis geworden. Die Reise dient nicht mehr der Erweiterung des Horizonts, sondern der Erweiterung der eigenen Social-Media-Galerie. Wir jagen keinen Sonnenaufgang mehr, wir jagen die perfekte Silhouette von uns vor dem Sonnenaufgang. Dieser Drang, das eigene Leben als eine ununterbrochene Kette von perfekten Momenten zu kuratieren, ist ein Symptom einer tiefen Unsicherheit, die von den Plattformen gezielt befeuert wird. Jeder Like ist ein kleiner Schuss Dopamin, eine Bestätigung, dass das eigene Leben – oder zumindest die Fassade davon – beneidenswert ist. Das ist kein Urlaub mehr, das ist unbezahlte Marketingarbeit für dein eigenes Ich. Der Algorithmus: Der unsichtbare Kapitän des Lemming-Zugs Du denkst, du hast diesen "Geheimtipp" in einer kleinen Bucht auf Kreta selbst entdeckt? Süß. Die Wahrheit ist: Der Algorithmus hat ihn dir serviert. Plattformen wie Instagram oder TikTok sind nicht dafür gebaut, dir die Welt zu zeigen. Sie sind dafür gebaut, dich auf der Plattform zu halten. Und das schaffen sie, indem sie dir zeigen, was bereits populär ist. Ein Influencer mit einer Million Followern postet ein Bild von einem malerischen Fischerdorf mit dem Geotag #HiddenGem. Der Algorithmus merkt: "Aha, dieses Bild erzeugt viel Interaktion!" Und schon spült er es in die Feeds von hunderttausenden anderen Nutzern. Aus dem Geheimtipp wird innerhalb von 48 Stunden ein Hotspot. Es ist ein selbst verstärkender Teufelskreis: Das Bild wird populär, weil es ein schöner Ort ist, und der Ort wird zerstört, weil das Bild populär wurde. Die knallharte Bilanz: Milliarden an Einnahmen, Tonnen an Müll Und jetzt wird's zynisch. Während unsere Küsten unter diesem Ansturm ächzen, reiben sich die Kämmerer die Hände. Der Tourismus ist eine Gelddruckmaschine. Schauen wir uns nur mal die Zahlen für Europa an. Nach aktuellen Prognosen für 2025, die man bei Organisationen wie dem World Travel & Tourism Council (WTTC) findet, spült die Reisebranche schwindelerregende Summen in die Kassen. An der Spitze thront oft Spanien mit einem Umsatz, der sich auf über 249 Milliarden Euro zu bewegt, dicht gefolgt von Frankreich und Italien, die ebenfalls in diesen astronomischen Sphären schweben. Auch Länder wie Griechenland oder Portugal erwirtschaften zweistellige Milliardenbeträge. Das Geld ist also da. Aber wo zur Hölle geht es hin? Es versickert in den allgemeinen Haushalten, aber es kommt nicht dort an, wo es am dringendsten gebraucht wird: an der Front. An den Stränden, in den Nationalparks, in den kleinen Dörfern. Du siehst Milliarden an Einnahmen, aber nur eine Handvoll überforderter Mülleimer. Du siehst Rekord-Besucherzahlen, aber keine zusätzlichen Ranger, die die Einhaltung von Regeln kontrollieren. Die Politik privatisiert die Gewinne aus dem Tourismus und sozialisiert die Müllberge und die Zerstörung. Man könnte Heerscharen von "Ordnungshütern" oder "Natur-Guides" einstellen, gerade in südlichen, von Arbeitslosigkeit geplagten Ländern. Man könnte in Kameras, in moderne Ticket-Systeme, in Aufklärung investieren. Aber das ist anstrengend. Ein neues Hotel für noch mehr Touristen zu genehmigen, ist einfacher. Leuchtfeuer in der Dunkelheit: Anstiftung zur Meuterei gegen den Schwachsinn Genug gejammert. Ein alter Seebär starrt nicht nur auf die aufziehenden Sturmwolken, er checkt die Taue und plant den Kurs neu. Es gibt Hoffnung, aber sie liegt nicht im Warten auf die Politik oder die Einsicht der Plattformen. Sie liegt in einer Meuterei. Einer Meuterei gegen die Dummheit. Deine persönliche Meuterei: Werde zum Daten-Piraten Der einfachste und wirkungsvollste Akt der Rebellion? Höre auf, den Schatz zu markieren. Poste deine Bilder. Freu dich dran. Aber lass den verdammten Geotag weg. Beschreibe das Gefühl, den Geruch, das Licht – aber nicht den exakten Längengrad. Mach es den Lemmingen schwer. Lass sie ihre "Geheimtipps" wieder selbst finden. Hinterfrage jeden Reise-Post, den du siehst. Ist das echt? Oder ist das nur eine gut ausgeleuchtete Lüge? Lege das Handy weg. Ernsthaft. Fahre an einen Ort und verbiete dir selbst, ein Foto zu machen, das du posten könntest. Rede mit den Leuten. Iss, wo die Fischer essen. Kaufe deinen Kram in einem kleinen Laden, der nicht aussieht wie ein Instagram-Prop. Und wenn du siehst, wie jemand seinen Müll liegen lässt? Sprich ihn an. Nicht aggressiv. Freundlich, aber bestimmt. Ein einfaches "Entschuldigung, ich glaube, Sie haben da was vergessen" wirkt Wunder. Warum du das tun solltest? Weil es dein verdammter Ozean ist. Es ist dein Strand. Es ist deine Verantwortung. Passivität ist Zustimmung . Inspirierende Leuchtfeuer: Es geht auch anders Es gibt da draußen Kapitäne, die den Kurs bereits ändern. Schau dir die Republik Palau an, ein kleiner Inselstaat im Pazifik. Jeder einzelne Besucher muss bei der Einreise den "Palau Pledge" unterschreiben – ein in den Reisepass gestempeltes Versprechen, die Umwelt und Kultur der Insel zu respektieren. Ein Verstoß dagegen führt zu saftigen Strafen. Stell dir das mal für Mallorca oder die Amalfiküste vor. Oder denk mal über radikale neue Ideen nach. Was wäre, wenn Klassenfahrten nicht mehr in den seelenlosen Freizeitpark führen, sondern an einen Küstenabschnitt, wo sich die Kids ihren Eintritt in die Pizzeria mit zwei Stunden Müllsammeln am Strand "verdienen" müssen? Verantwortung lernt man nicht durch Predigten, sondern durch Handeln. Wir brauchen höhere Strafen für wildes Campen, das nicht nur Müll hinterlässt, sondern im schlimmsten Fall Waldbrände auslöst. Das Reisen muss seinen Wert zurückbekommen. Wenn ein Flug nach Lissabon weniger kostet als eine Taxifahrt zum Flughafen, dann läuft etwas fundamental falsch. Eine höhere Bepreisung würde nicht nur die Umwelt entlasten, sondern vielleicht auch die Wertschätzung für die Reise selbst wieder steigern. Und ja, vielleicht brauchen wir so etwas Profanes wie Eintrittsgelder für überlaufene Strände. Nicht um die Leute auszusperren, sondern um die Einnahmen direkt und transparent in den Schutz und die Reinigung genau dieses Strandabschnitts zu investieren. Dein Kommando: Anker lichten oder mit dem Wrack untergehen? Was passiert, wenn wir nichts tun? Wenn wir weiter so tun, als wäre das alles nur harmloser Spaß? Dann werden aus Hotspots "Not-Spots". Orte, die so kaputt konsumiert sind, dass sie für die Natur und für uns Menschen wertlos werden. Wir werden durch eine Welt von austauschbaren Fotokulissen reisen, deren Authentizität so echt ist wie das Lächeln eines Influencers, der für eine Abnehm-Tee-Marke wirbt. Die Korallenriffe werden nicht nur durch die Erwärmung sterben, sondern auch unter den Flossen von Tausenden von Schnorchlern, die für ein Selfie draufsteigen. Die Einheimischen werden aus ihren eigenen Städten verdrängt, die zu reinen Touristen-Ghettos verkommen. Wir müssen uns entscheiden. Wollen wir Reisende sein oder nur menschliche Drohnen, die im Auftrag eines Algorithmus Datenpunkte abfliegen? Die größte Entdeckung einer Reise sollte nicht ein neuer Fotospot sein, sondern eine neue Perspektive auf die Welt und auf uns selbst. Hör auf, ein Passagier im Lemming-Zug zu sein. Übernimm das Kommando. Dein nächster Urlaub, deine nächste Reise, dein nächster Post – sie sind deine Chance zur Meuterei. Es ist dein Schiff. Du entscheidest, ob du den Kurs hältst, direkt auf das Riff des globalen Narzissmus zu, oder ob du das Ruder rumreißt. Die Ozeane können nicht für dich schreien. Das ist verdammt noch mal unser Job. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Blinde Passagiere, offene Türen: Der globale Lieferservice für invasive Arten

    Von Brenda Beachbum Ahoi, du Landratte! Brenda Beachbum hier, von der Möwen-Crew. Setz dich, nimm ’n Schluck aus der Pulle und hör gut zu. Ich muss mal wieder Dampf ablassen. Gestern saß ich an meinem Lieblings Kai, hab ’ne alte Sardine zerlegt und den Sonnenuntergang über der Bucht genossen. Plötzlich zerrt so ein Tourist eine Kreatur aus dem Wasser, die hier absolut nichts zu suchen hat. Ein Fisch mit einem Gesicht wie ein durchgeknallter Cartoon-Hase und Zähnen, die ein Vorhängeschloss knacken könnten. Der Hasenkopf-Kugelfisch. Ein illegaler Einwanderer aus dem Roten Meer, vollgepumpt mit einem Nervengift, das dich schneller ins Jenseits befördert, als du "Globalisierung" buchstabieren kannst. Der Touri wollte ein Selfie mit dem Ding machen. Ein. Selfie. Ich bin fast vom Poller gekippt. Musste ihm erstmal klarmachen, dass er da gerade mit seinem eigenen potenziellen Endgegner posiert. Das ist es, was mich so rasend macht: Wir haben es mit einer ausgewachsenen Invasion zu tun, einer feindlichen Übernahme unserer Meere, und die meisten von euch Zweibeinern merken es nicht mal. Ihr planscht im Wasser, als wäre es euer privater Swimmingpool, während unter der Oberfläche die Post abgeht. Und ihr seid selbst dafür verantwortlich. Schon mal drüber nachgedacht, wer eigentlich die wahren Monster im Meer sind? Blinde Passagiere, offene Türen: Der globale Lieferservice für invasive Arten Also, pass auf, ich erklär's dir, damit du es kapierst. "Invasive Arten" ist nicht nur ein schickes Wort für Biologen. Das sind Tiere und Pflanzen, die von Menschen – absichtlich oder aus purer Dummheit – in Gegenden verschleppt werden, in denen sie von Natur aus nichts verloren haben. Dort angekommen, benehmen sie sich wie Rockstars in einem Hotelzimmer: Sie vermehren sich unkontrolliert, fressen alles kurz und klein, verdrängen die Alteingesessenen und hinterlassen ein ökologisches Chaos. Wie kommen die Biester nach Europa? Stellt dir die Ozeane als ein riesiges Netz von Autobahnen vor, und eure Frachtschiffe sind die kostenlosen Fernbusse. Die größte Mitfahrzentrale ist das sogenannte "Ballastwasser". Riesige Tanker saugen in einem Hafen in Asien Wasser auf, um stabil zu bleiben, und kotzen es vor Rotterdam wieder aus – samt Larven, Eiern und allem, was da so rumschwimmt. Ein perfekter Lieferservice für Plagegeister. Und dann gibt es da noch die offenen Scheunentore. Allen voran der Suezkanal. Und was für eine Autobahn das ist! Dieser Graben, den ihr in Ägypten quer durch die Wüste geschaufelt habt, ist gut 193 Kilometer lang. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, sagen die einen. Ich sage: ein Meisterwerk der Kurzsichtigkeit. Ein französischer Diplomat namens Ferdinand de Lesseps hat sich dafür ein Denkmal bauen lassen, aber bezahlt haben es andere. Über 1,5 Millionen zwangsverpflichtete Ägypter haben von 1859 bis 1869 diesen Strich in den Sand gebuddelt, und Zehntausende sind dabei elendig verreckt – alles nur, damit eure Pfeffersäcke schneller in den Laden kommen. Ihr habt damit nicht nur das Mittelmeer mit dem Roten Meer kurzgeschlossen, ihr habt die Wand zwischen dem Hai-Becken und dem Streichelzoo eingerissen. Und heute? Heute quetschen sich da in einem guten Jahr fast 26.500 Schiffe durch. Jedes einzelne ein potenzielles Taxi für den nächsten Kugelfisch, jedes einzelne ein weiterer Nagel im Sarg unserer heimischen Meere. Dutzende Arten sind so schon ins Mittelmeer eingewandert, eine Entwicklung, die man "Lessepssche Migration" nennt, und viele davon sind alles andere als freundliche Nachbarn. Containerschiffe im Suezkanal Suezkanal in Ägypten Steckbriefe der schlimmsten Unruhestifter Die Liste der Eindringlinge ist lang, aber einige von ihnen sind besonders üble Gesellen. Du willst wissen, wer die Meere in den letzten Jahren unsicher gemacht hat? Hier ist eine kleine Auswahl der Crew, die niemand angeheuert hat: Die Geisterhafte Armada: Quallen & Co. Rippenqualle (Mnemiopsis leidyi): Dieses glibberige Ding, auch "Meerwalnuss" genannt, sieht harmlos aus, ist aber ein Killer. Ursprünglich von der amerikanischen Ostküste, kam sie in den 1980ern per Ballastwasser ins Schwarze Meer. Ohne Fressfeinde vermehrte sie sich explosionsartig – zeitweise wogen die Quallen pro Kubikmeter Wasser mehr als alles andere. Sie frisst Zooplankton, aber auch Fischlarven und -eier in rauen Mengen. Die Folge im Schwarzen Meer war ein dramatischer Zusammenbruch der Sardellenfischerei, die auf ein Zehntel einbrach. Das Ökosystem stand kurz vor dem Kollaps. Inzwischen hat sich diese Plage auch in der Nord- und Ostsee breitgemacht. Größe, Farbe und Gewicht: Sie wird etwa 10 bis 12 Zentimeter lang und hat einen durchsichtigen, fast geisterhaften Körper, der oft milchig getrübt ist. Nachts kann sie in einem unheimlichen grünen Licht leuchten (Biolumineszenz). Ihr Gewicht ist kaum mehr als das des Wassers, das sie verdrängt, also fast nichts – aber in der Masse werden sie zur tonnenschweren Plage. Aktuelle Position und Ausbreitung: Diese Qualle hat längst den Sprung aus dem Schwarzen Meer geschafft. Sie hat sich im gesamten Mittelmeer und in der Adria festgesetzt. Aber das ist nicht alles. Wahrscheinlich durch eine zweite, separate Einschleppung, hat sie sich auch in Nordeuropa eingenistet. Sie wurde zuerst in der Nordsee und dann in der westlichen Ostsee , insbesondere im Kieler Fjord, nachgewiesen. Von dort breitet sie sich weiter aus, entlang der Küsten von Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Norwegen . Mittlerweile ist sie auch an der französischen Atlantikküste etabliert, vom Ärmelkanal bis runter zur Bucht von Arcachon. Sie ist praktisch überall, wo Schiffe hinfahren, und besiedelt fast 45% der französischen Küstenlinie. Wichtiger Klartext zu "Quallen": Nicht jede Qualle, die du siehst, ist ein Invasor. Der Blaue Drache (Glaucus atlanticus) und das Segelschiffchen (Velella velella) zum Beispiel sind faszinierende, heimische Bewohner der Hochsee. Dass wir sie in letzter Zeit häufiger an den Küsten sehen, ist kein Zeichen für eine Invasion, sondern ein Symptom für etwas viel Größeres: den Klimawandel, der die Meeresströmungen durcheinander wirbelt. Verwechselt nicht die Flüchtlinge mit den Invasoren! Die Tropen-Terroristen: Giftzwerge und Rasenmäher Kaninchenfische & Hasenkopf-Kugelfische: Diese Truppe gehört zu den prominentesten Einwanderern durch den Suezkanal. Die Kaninchenfische (Siganus luridus und Siganus rivulatus) sind pflanzenfressende Algen-Vernichter. Klingt erstmal gut, oder? Falsch. Sie mähen die Unterwasserwälder kahl, die für unzählige heimische Arten als Kinderstube und Versteck dienen. Sie verwandeln blühende Landschaften in karge Wüsten. Auch wenn sie essbar sind, haben ihre Stacheln ein schmerzhaftes Gift. Größe, Farbe und Gewicht: Diese Fische werden typischerweise 20 bis 30 cm lang. Der Siganus luridus (Dunkler Kaninchenfisch) hat eine unauffällige, bräunlich-grüne Tarnfarbe, während der Siganus rivulatus (Rotmeer-Kaninchenfisch) eher graugrün mit helleren Flanken ist. Ein ausgewachsenes Exemplar bringt es auf ein Gewicht von bis zu 500 Gramm. Aktuelle Position und Ausbreitung: Ihr Siegeszug begann im östlichen Mittelmeer. Die Küsten von Israel, Libanon, der Türkei und Zypern waren ihr erstes Ziel. Von dort aus sind sie, angefeuert von der Klimaerwärmung, unaufhaltsam nach Westen vorgedrungen. Sie sind mittlerweile fest etabliert in der Ägäis, an den Küsten Griechenlands, Tunesiens, Libyens, Maltas und Süditaliens (besonders Sizilien und Linosa). Die Vorhut hat bereits das westliche Becken erreicht: Es gibt Nachweise vor der Küste Frankreichs und in der nördlichen Adria vor Kroatien und im Golf von Triest . Die Invasion rollt unaufhaltsam. Der Hasenkopf-Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus) ist eine andere Liga. Dieser Fisch, bis zu 110 cm lang, ist hochgiftig. Sein Nervengift Tetrodotoxin ist tödlich, und es gibt kein Gegenmittel. Wer ihn isst, riskiert, bei vollem Bewusstsein an Atemlähmung zu sterben. Er hat zudem ein Gebiss, das Fischernetze und Haken zerbeißt, was ihn bei Fischern extrem unbeliebt macht. Er ist der Albtraum jedes Anglers und eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. Größe, Farbe und Gewicht: Dieser Fisch kann eine beeindruckende Länge von bis zu 110 cm erreichen und dabei ein Gewicht von über 7 Kilogramm auf die Waage bringen. Sein Rücken ist grau bis grünlich mit dunklen Flecken, der Bauch ist weiß, und er hat einen markanten silbernen Streifen an den Seiten. Sein Name kommt von seinem Gebiss, das an die Zähne eines Hasen erinnert. Aktuelle Position und Ausbreitung: Seine Kaperfahrt begann 2003 an der türkischen Küste und hat seitdem das gesamte östliche Mittelmeer erobert. Er ist eine Plage an den Küsten von Ägypten, Israel, Libanon, Türkei, Zypern und Griechenland . Aber er ist längst weitergezogen. Er hat sich entlang der nordafrikanischen Küste bis nach Tunesien ausgebreitet und ist über Malta und Sizilien ins zentrale Mittelmeer vorgestoßen. Von dort hat er die Adria erreicht und wurde bis nach Kroatien nachgewiesen. Seine Westwanderung geht weiter mit Sichtungen vor Frankreich und Spanien . Er steht quasi an der Straße von Gibraltar und klopft an die Tore des Atlantiks. Der Schredder aus dem Brackwasser: Getigerter Flussflohkrebs (Gammarus tigrinus): Dieser kleine Kerl stammt ursprünglich von der nordamerikanischen Atlantikküste und fühlt sich im Süß- und Brackwasser pudelwohl. Er wurde wahrscheinlich über Kanäle und Ballastwasser nach Europa eingeschleppt. Er ist extrem anpassungsfähig und vermehrt sich rasant. Das Problem: Er ist ein aggressiver Konkurrent und frisst die heimischen Flohkrebsarten einfach weg. Da Flohkrebse eine entscheidende Nahrungsquelle für viele Fische sind, bringt er die gesamte Nahrungskette durcheinander. Er verändert das System von Grund auf. Größe, Farbe und Gewicht: Lass dich von seiner Größe nicht täuschen. Mit nur 8 bis 14 Millimetern ist er ein Winzling, dessen Gewicht im Milligrammbereich liegt und daher vernachlässigbar ist. Seine Farbe ist aber Programm: Der Körper hat eine blassgrüne bis gelbliche Grundfarbe und ist mit markanten, dunklen "Tigerstreifen" überzogen, die von dunkelblau bis schwarz reichen können. Aktuelle Position und Ausbreitung: Seine Invasion in Europa begann schon in den 1930ern in Großbritannien . Von dort hat er einen beispiellosen Feldzug durch die Flüsse und Küstengewässer des Kontinents angetreten. Er wurde absichtlich in Deutschland ausgesetzt, um die durch Verschmutzung zerstörte Fauna zu "bereichern" – ein kapitaler Fehler. Heute hat er sich über die großen Flusssysteme (Rhein, Oder, Weichsel) und Kanäle in ganz West- und Mitteleuropa ausgebreitet. Er ist dominant in den Niederlanden, Frankreich und Polen . Entlang der Ostseeküste marschiert er unaufhaltsam nach Osten und hat Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland und Russland erreicht. Er ist einer der aggressivsten und erfolgreichsten Süß- und Brackwasserinvasoren Europas. Das große Fressen: Wie die Nahrungspyramide kopfsteht Stell dir die Nahrungspyramide im Meer wie ein altes, wackeliges Kartenhaus vor. Jede Karte ist eine Art, und jede stützt die andere. Die Invasoren sind wie ein Hooligan, der mit voller Wucht gegen den Tisch tritt. Das Hauptproblem ist die Nahrungskonkurrenz . Die Rippenqualle frisst dem Nachwuchs von Sardellen und Heringen die Nahrung weg, bevor diese überhaupt eine Chance haben. In der Ostsee macht der getigerte Flussflohkrebs den heimischen Krebsen die besten Plätze und das Futter streitig. Das ist fatal für Jungfische und Seevögel, die auf diese heimischen Krebse als Hauptmahlzeit angewiesen sind. Schlimmer noch ist der direkte Fraßdruck . Wenn ein neuer, hungriger Jäger ohne natürliche Feinde auftaucht, ist das eine Katastrophe. Der Hasenkopf-Kugelfisch hat im Mittelmeer außer ein paar Haien kaum Feinde, sein Gift schützt ihn effektiv. Er kann sich also fast ungestört vermehren und frisst Weichtiere und Krebse, die eigentlich für heimische Raubfische bestimmt waren. Am schlimmsten trifft es die Spezialisten Tiere, die über Jahrtausende perfekt an eine bestimmte Nische und eine bestimmte Nahrungsquelle angepasst sind, haben keine Chance, wenn ein aggressiver Generalist auftaucht, der alles frisst, was ihm vor die Kiefer kommt. Das betrifft vor allem die Jungfische vieler kommerziell wichtiger Arten wie Dorsch, Hering und Sardelle, aber auch Küstenvögel, deren Nahrungsangebot schwindet. Europas meistgesuchte Meeres-Störenfriede Wenn man eine Top-6-Liste der gefährlichsten maritimen und küstennahen Invasoren für Europa zusammenstellen müsste, wären das Kandidaten, die Ökosysteme massiv verändern, wirtschaftlichen Schaden anrichten oder für den Menschen gefährlich sind: Rippenqualle (Mnemiopsis leidyi): Der Kollaps-Bringer für Fischereien. Hasenkopf-Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus): Giftig, gefräßig und zerstörerisch. Kaninchenfische (Siganus sp.): Die gnadenlosen Abholzer der Unterwasserwälder. Chinesische Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis): Kam schon vor über hundert Jahren im Ballastwasser, gräbt Gänge in Dämme und Deiche, beschädigt Fischereigeräte und ist ein Allesfresser. Gestreifter Korallenwels (Plotosus lineatus): Ein weiterer Einwanderer aus dem Roten Meer. Seine Stacheln sind hochgiftig und können extrem schmerzhafte Verletzungen verursachen. Meeresalge (Caulerpa taxifolia): Die "Killeralge". Im Mittelmeer aus einem Aquarium entkommen, überzieht sie riesige Flächen des Meeresbodens und erstickt alles Leben unter sich. Was bedeutet das für dich, du Badehosen-Held? Du denkst, das ist alles nur ein Problem für Fische und Fischer? Weit gefehlt. Gesundheitliche Risiken: Beim Baden im Mittelmeer, besonders im östlichen Teil (Griechenland, Türkei, Zypern), musst du inzwischen höllisch aufpassen. Ein Tritt auf einen giftigen Rotfeuerfisch oder Korallenwels kann dir den Urlaub und noch mehr versauen. Und wehe, ein uninformierter Angler serviert dir einen Hasenkopf-Kugelfisch – das wäre deine letzte Mahlzeit. Wirtschaftlicher Schaden: Die Kosten sind astronomisch. Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) schätzt die jährlichen globalen Kosten durch invasive Arten auf über 392 Milliarden Euro. Allein in Europa beliefen sich die Schäden zwischen 1960 und 2020 auf über 116 Milliarden Euro – und die Tendenz ist stark steigend. Das sind Kosten für die Bekämpfung, Ernteausfälle in der Fischerei und Schäden an der Infrastruktur, wie zum Beispiel durch die Wollhandkrabbe zerstörte Dämme. Verlust von dem, was du liebst: Die farbenfrohe Unterwasserwelt, die du beim Schnorcheln bewunderst? Die wird durch invasive Algen und Fische in eine monotone Wüste verwandelt. Der frische Fisch im Hafenrestaurant? Könnte bald unbezahlbar sein, weil die Bestände kollabiert sind. Die Invasion raubt uns nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch die Lebensqualität und die wirtschaftliche Grundlage ganzer Küstenregionen. Ist der Kahn schon abgesoffen? Ist es zu spät? Haben wir gegen die invasiven Arten schon verloren? Es sieht nicht gut aus, das will ich nicht schönreden. Eine einmal etablierte Art wieder vollständig loszuwerden, ist fast unmöglich, besonders im Meer. Aber das heißt nicht, dass wir die Flinte ins Korn werfen und zusehen sollten, wie unsere Ozeane zu einer globalen Einheitsbrühe verkommen. Licht am Horizont: Die Rebellen-Allianz Auch wenn die Lage ernst ist, gibt es Hoffnungsschimmer. Überall auf der Welt beginnen Leute, zurückzuschlagen. Die EU hat das Problem erkannt und eine sogenannte "Unionsliste" mit 88 invasiven Arten erstellt, für die strenge Regeln gelten: Verbot von Haltung, Zucht, Transport und Freisetzung. Die Strategie basiert auf einem dreistufigen Ansatz: Prävention, Früherkennung und Management. Spanien: Im Ebro-Delta kämpft man seit Jahren gegen die invasive Apfelschnecke, die ganze Reisernten vernichtet. Man setzt auf eine Kombination aus mechanischer Entfernung der Gelege und gezielter Flutung der Felder mit Salzwasser außerhalb der Anbausaison, um die Schnecken zu töten. Das ist ein zäher, aber notwendiger Kampf. Italien: Besonders in Sizilien ist die Invasion des Hasenkopf-Kugelfisches ein riesiges Problem. Italienische Forschungsinstitute wie das ISPRA führen intensive Monitoring-Programme durch und klären Fischer und die Öffentlichkeit über die Gefahren auf. Zudem wird die Entwicklung von Fangmethoden gefördert, die gezielt diese Art dezimieren, ohne den Beifang zu erhöhen. Deutschland: An Nord- und Ostsee liegt der Fokus stark auf der Prävention. Deutschland ist ein Vorreiter bei der Umsetzung des internationalen Ballastwasser-Übereinkommens. Neue Schiffe müssen mit Systemen ausgestattet sein, die das Wasser reinigen, bevor es abgelassen wird, um so die Einschleppung neuer Arten zu verhindern. Der Schlüssel zum Erfolg ist immer eine Kombination aus knallharter Wissenschaft, cleveren Managementplänen und vor allem internationaler Zusammenarbeit. Was nützt es, wenn Belgien das Herkuleskraut bekämpft, es aber aus Frankreich ständig nachwächst? Was zu tun ist, verdammt noch mal! Prävention ist tausendmal effektiver und billiger als jede Bekämpfung. Um zu verhindern, dass es überhaupt so weit kommt, müssen wir die Autobahnen für die Invasoren sperren. Das bedeutet: Strikte Kontrolle des Ballastwassers: Das ist der wichtigste Punkt. Jedes Schiff muss sein Ballastwasser behandeln, um Organismen abzutöten. Die Technologie gibt es, sie muss nur konsequent weltweit durchgesetzt werden. Biofouling stoppen: Nicht nur im Wasser, sondern auch am Rumpf von Schiffen reisen Organismen mit. Regelmäßige und effektive Reinigung der Schiffsrümpfe ist unerlässlich. Verantwortung im Handel: Der Handel mit exotischen Tieren und Aquarienpflanzen muss strenger reguliert werden. Zu viele Arten "entkommen" aus Aquarien und Gärten in die freie Wildbahn. Früherkennungssysteme: Wir brauchen ein globales Netzwerk von "Wachposten" – Forscher, Fischer und Bürger –, die neue Sichtungen sofort melden. Je früher wir einen Neuankömmling entdecken, desto größer die Chance, ihn wieder loszuwerden. Und ja, das gab es auch früher schon. Die Römer haben uns den Apfelbaum und die Weinrebe gebracht. Mit der Pest-Pandemie im 14. Jahrhundert, ausgelöst durch ein Bakterium, das mit der Hausratte aus Asien kam, haben wir auf die harte Tour gelernt, wie verheerend biologische Invasionen sein können. Der Unterschied heute ist die schiere Geschwindigkeit und das Ausmaß. Die Globalisierung hat den Prozess von Jahrhunderten auf Tage verkürzt. Es gibt sogar EU-Fördertöpfe wie das LIFE-Programm, das Projekte zur Bekämpfung invasiver Arten finanziert. Zwischen 2021 und 2027 stehen dafür im Gesamtbudget von 5,4 Milliarden Euro Mittel zur Verfügung, die auch für den Schutz der Biodiversität eingesetzt werden können. Dein Logbuch-Eintrag: Was DU tun kannst Hör auf, nur dazusitzen und mit den Schultern zu zucken. Hier ist deine persönliche Order: Sei kein blinder Passagier-Chauffeur: Wenn du segelst oder ein Boot hast, reinige verdammt noch mal deinen Rumpf und deine Ausrüstung, bevor du in ein anderes Gewässer fährst. Melde verdächtige Sichtungen: Du siehst einen Fisch oder eine Pflanze, die komisch aussieht und die du nicht kennst? Mach ein Foto. Melde es den örtlichen Naturschutzbehörden oder über Citizen-Science-Apps. Du bist unser bester Späher. Iss die Invasion: Klingt komisch, ist aber effektiv. In einigen Regionen gibt es Initiativen, die den Verzehr von essbaren invasiven Arten wie bestimmten Krebsen oder Fischen fördern. Frag im Restaurant gezielt danach. Jeder gefangene Invasor ist ein guter Invasor. Klär andere auf: Erzähl deinen Freunden davon. Teile diesen Artikel. Sorge dafür, dass die Leute kapieren, was auf dem Spiel steht. Je mehr Leute Bescheid wissen, desto größer der Druck auf die Politik, endlich konsequent zu handeln. Schütze dich selbst: Informiere dich vor deinem Urlaub, welche gefährlichen invasiven Arten es an deinem Reiseziel gibt. Fass keine unbekannten Tiere an und sei vorsichtig beim Angeln. Wir haben dieses Chaos angerichtet, also liegt es auch an uns, es wieder in Ordnung zu bringen. Es wird ein langer, harter und teurer Kampf, aber wenn wir jetzt nicht anfangen, unsere Meere zurückzuerobern, werden wir bald in einer Welt aufwachen, in der jeder Ozean gleich aussieht – und gleich leer ist. Jetzt geh und tu was. Brenda hat gesprochen. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Suntribe - Die Sonnencreme-Rebellen: Wie drei Freunde die Beauty-Industrie aufmischen

    Von Barry Birdbrain Mal ganz ehrlich, hast du dir jemals überlegt, was du dir da eigentlich auf die Haut schmierst, bevor du ins Meer springst? Wahrscheinlich nicht. Du vertraust drauf. Muss ja gut sein, steht ja „Schutz“ drauf. Genau das dachten Karl, Hampus und Julia auch. Bis 2016. Damals waren die drei vor allem eines: draußen. Auf Surfbrettern in Portugal, an Felswänden in den Alpen, auf Laufstrecken, die normale Menschen zum Weinen bringen. Die Natur war ihr Spielplatz. Und genau da, mitten in ihrem Wohnzimmer, haben sie gemerkt, dass sie sich und dem Ozean jeden Tag eine Ladung Giftcocktail verpassen, den die Industrie frech „Sonnencreme“ nennt. Und sie hatten die Nase nicht nur voll. Sie waren stinksauer. Stinksauer auf eine Branche, die dir mit einem Lächeln Inhaltsstoffe verkauft, deren Schädlichkeit für dich und die Korallenriffe längst bewiesen ist. Klingt nach einem schlechten Witz? Ist aber die verdammte Realität. Klartext: So vergiftest du Korallenriffe im Akkord Das Hauptproblem hat einen Namen, den du dir merken solltest: Oxybenzon . Diese chemische Keule steckt in rund 3.500 Sonnenschutzcremes. Die Forscher vom Haereticus Environmental Laboratory haben herausgefunden, dass dieser Mist Korallen schon in einer Konzentration von 62 Teilen pro Billion schädigt. Damit du kapierst, wie lächerlich wenig das ist: Das ist ein einziger verdammter Tropfen Wasser in sechseinhalb olympischen Schwimmbecken. Und jetzt halt dich fest: Jedes Jahr kippen wir zwischen 6.000 und 14.000 Tonnen von diesem Sonnencreme-Schleim in die Korallengebiete. Du kannst dir also ausrechnen, was da unten los ist. Wir ersticken die farbenprächtigsten Ökosysteme des Planeten mit dem Zeug, das uns vor einem Sonnenbrand schützen soll. Die Ironie ist so fett, man könnte sie frittieren. Der Kodex der Rebellen: Schluss mit dem Hokuspokus! Für das Trio war klar: Genug ist genug. Sie haben den Spieß umgedreht und Suntribe gegründet. Ihre Mission war so einfach wie ein Faustschlag: unbedenkliche, natürliche Sonnencreme entwickeln. Zu 100 % frei von synthetischem Müll, Parfüm und anderem Füllmaterial. Ihr Mantra ist so klar wie das Wasser in einer unberührten Bucht: Weniger ist mehr. Und das ist kein Marketing-Geschwafel, das ist ihr Gesetz: Regel Nr. 1: Kein Dreck an Bord.  In die Dosen kommt nur, was die Natur hergibt: zertifizierte Bio-Öle, Wachse, Butter und Mineralien. Punkt. Regel Nr. 2: Die Feuertaufe im Ozean.  Ein Produkt wird nicht im Labor von Leuten im weißen Kittel getestet. Es wird von den Gründern selbst in die größten Wellen und an die heißesten Strände geschleppt. Wenn die Creme eine portugiesische Waschmaschine überlebt, dann – und nur dann – ist sie gut genug für dich. Regel Nr. 3: Radikale Transparenz.  Die Jungs und Mädels von Suntribe spielen mit offenen Karten. Du kannst auf ihrer Seite den gesamten Lebenslauf eines Produkts nachlesen. Kein Seemannsgarn. Barrys Logbuch-Eintrag: Chemiekeule vs. Spiegeltrick Damit du den Unterschied kapierst, hier die Kurzfassung für Dummies: Chemische Filter (der Feind):  Stell dir einen Kamikaze-Schwamm vor. Du schmierst ihn auf, er sickert in deine Haut, saugt die UV-Strahlen auf und wandelt sie in Wärme um. Klingt praktisch, ist aber oft hochgiftig für dich und das Meer und steht im Verdacht, dein Hormonsystem durcheinanderzubringen. Mineralische Filter (die Guten):  Das ist der knallharte Türsteher. Du schmierst ihn drauf, er legt sich wie eine Schutzschicht AUF die Haut und die UV-Strahlen prallen einfach ab wie ein Gummiball von der Wand. Sie kommen gar nicht erst rein. Das ist der ganze Trick. Sicher, effektiv, sauber. Immer mehr Leute kapieren den Schwindel. Vom Profi-Surfer bis zur Familie am Baggersee, die Crew wächst. Aber wer steckt wirklich hinter dieser Rebellion? Wir wollten es genau wissen und haben bei Julia nachgehakt. Ganz ehrlich, wann und wo hattet ihr den zündenden Gedanken: „Wir machen jetzt unsere eigene Sonnencreme!“? Der zündende Gedanke kam uns an der Universität Lund, an der ich mit meinen zukünftigen Mitgründern Karl und Hampus studierte. Karl war gerade aus Australien zurückgekehrt, wo er von seinen Surferfreunden gedrängt wurde, ausschließlich natürliche Zinksonnencreme zu verwenden. In Europa war das damals noch überhaupt kein Thema und mineralische Sonnencremes waren nirgendwo zu finden. Zur selben Zeit hatte unsere Uni gerade eine Analyse der 3.500 populärsten Sonnencremes veröffentlicht. Das Ergebnis war schockierend: 65 % der enthaltenen Inhaltsstoffe waren offiziell als schädlich für den Menschen und/oder die Umwelt eingestuft. Da war für uns klar – es muss eine bessere Lösung geben. Also haben wir gesagt: „Wir machen jetzt unsere eigene Sonnencreme!“ Gab es einen bestimmten Moment am Strand oder auf dem Surfbrett, der das Fass zum Überlaufen brachte? Ja, den Moment gab es tatsächlich – und zwar, als Karl nach seiner Rückkehr aus Australien in Portugal surfen war. Dort suchte er vergeblich nach der natürlichen Sonnencreme, die er in Australien ausschließlich benutzt hatte – nicht nur, weil sie umweltfreundlich war, sondern auch, weil sie deutlich besser schützte. Dieses Gefühl, plötzlich keine gute Option mehr zu haben, obwohl man wusste, dass es sie gibt, hat ihn total frustriert. Genau da wurde uns klar: Wenn es selbst an Surf-Hotspots in Europa keine besseren Alternativen gibt, dann müssen wir selbst eine Sonnencreme erschaffen, die wir guten Gewissens verwenden können. Wie sah die allererste Version von Suntribe aus? Habt ihr in der eigenen Küche gemischt? Ja, die allererste Version von Suntribe ist tatsächlich in der Küche von Hampus entstanden! Danach war jedes Mal eine riesige Putzaktion angesagt – und er hatte definitiv öfter mal Sonnencremereste im Essen. Zum Glück verwenden wir nur unbedenkliche, natürliche Inhaltsstoffe! Unsere erste Sonnencreme bestand aus nur drei Inhaltsstoffen – das ist die minimalistischste Formel, die überhaupt möglich ist. Genau diese Originalformel bieten wir bis heute an, unverändert. Was bedeutet der Name „Suntribe“ für euch? „Sun“ steht für Sonnenschutz – das ist unsere Spezialität. Und „tribe“ symbolisiert die Gemeinschaft, die wir aufgebaut haben und die täglich weiter wächst: eine Community von ähnlich denkenden Menschen, die bewusst leben, ihre Haut und gleichzeitig die Umwelt schützen möchten. Es geht nicht nur um ein Produkt, sondern um ein gemeinsames Mindset. Welches war das erste Produkt, das ihr entwickelt habt und warum gerade dieses? Unser allererstes Produkt war unsere mineralische Zink-Sonnencreme fürs Gesicht – die mit der dicken, sichtbaren Schicht, die viele aus der Surfwelt kennen. Warum gerade dieses? Weil wir genau das vermisst haben: eine natürliche Sonnencreme, die wirklich zuverlässig schützt, keine schädlichen Inhaltsstoffe enthält und auch unter extremen Bedingungen wie beim Surfen hält. Wir wollten mit einem Produkt starten, das kompromisslos sicher und funktional ist. Wir bieten diese Sonnencreme auch weiterhin als minimalistische Surf- & Sport-Sonnencreme unter folgendem Namen an: Mineralische Bio-Zinksonnencreme Gesicht Sport LSF 50, Original Weiß (auch in anderen Farben verfügbar). Wie habt ihr drei euch eigentlich kennengelernt? Tatsächlich kannten wir uns vor Suntribe gar nicht – wir haben uns erst während des Studiums an der Universität Lund kennengelernt. Und das Lustige ist: Wir haben Suntribe gegründet, bevor wir überhaupt richtige Freunde wurden! Die gemeinsame Vision hat uns zusammengebracht, und erst mit der Zeit ist daraus auch eine echte Freundschaft entstanden. Was habt ihr beruflich gemacht, bevor ihr zu Sonnencreme-Pionieren wurdet? Unsere Wege vor Suntribe waren ziemlich wild und ganz unterschiedlich. Hampus hatte Politikwissenschaften studiert und war viel durch Südamerika gereist. Ich selbst hatte BWL studiert, bei verschiedenen Start-ups in Deutschland gearbeitet und war ebenfalls fleißig als Backpackerin in Südamerika unterwegs. Und Karl? Der schießt definitiv den Vogel ab: Er hatte in Australien Psychologie und Journalismus studiert und sogar schon ein eigenes Start-up gegründet – ein Projekt, das schwedischen Farmern geholfen hat, mithilfe von Hydroponic-Systemen Erdbeeren und Microgreens anzubauen. Also ja, unser Weg zur Sonnencreme war nicht unbedingt vorhersehbar! Julia, du, Karl und Hampus seid die Gründer von Suntribe, wer nimmt welche Rolle im Team ein, und was hat dich, Julia, an der Idee sofort begeistert? Karl kümmert sich bei uns vor allem um den Vertrieb, die Finanzen und unseren gesamten Produkt-Content – also alles rund um die Kommunikation unserer Produkte. Ich selbst bin für die Produktionsplanung, Produktentwicklung und das Marketing verantwortlich. Und Hampus ist mittlerweile nur noch sporadisch bei Suntribe aktiv, da er sein eigenes Bier-Start-up namens Ofrälse gegründet hat – auch ein ziemlich cooles Projekt! Ich wusste schon immer, dass ich nur Teil eines wirklich nachhaltigen Unternehmens sein möchte. Außerdem liebe ich das Meer, seit ich denken kann. Und mit meiner superhellen Haut habe ich in meinem Leben wahrscheinlich schon so viel Sonnencreme verbraucht, dass man locker mehrere Elefanten darin baden könnte. Als die Idee zu Suntribe aufkam, fühlte es sich für mich an wie die perfekte Lösung – quasi serviert auf dem Silbertablett! Wer von euch ist der wagemutige Produkttester, wer der geniale Tüftler und wer der kühle Kopf? Karl ist ganz klar unser wagemutiger Produkttester – nicht nur, weil er all unsere Formeln im Wasser auf Herz und Nieren prüft, sondern auch, weil er waghalsige Wellen surft und dabei sogar noch auf dem Surfboard tanzt! Hampus ist der geniale Tüftler – er hatte immer die verrücktesten Ideen und hat sich nie mit Standardlösungen zufriedengegeben. Und ich bin wohl der kühle Kopf im Team – ich behalte gern den Überblick, plane vorausschauend und sorge dafür, dass aus all unseren Ideen auch wirklich funktionierende Produkte werden. Was ist deine erste oder schönste Erinnerung an das Meer? Meine schönste Erinnerung ans Meer ist aus meiner Kindheit in Griechenland, wo ich einige Urlaube mit meiner Familie verbrachte. Ich bin stundenlang schnorcheln gegangen und komplett in der Unterwasserwelt aufgegangen – es war, als würde ich einen fremden Planeten betreten. Ich war ständig auf der Suche nach Fischen, Oktopussen, außergewöhnlichen Muscheln und bunten Seesterngehäusen. Ich gehe heute noch für mein Leben gerne schnorcheln, wenn mal keine Wellen zum Surfen zu finden sind. Beschreibe deine Liebe zum Ozean in drei Worten. Magisch, meditativ, grenzenlos. Was bereitet dir die größten Sorgen und macht dich traurig, wenn du an die Zukunft unserer Meere denkst? Was mich am traurigsten macht, ist, dass wir die Lösungen eigentlich längst in der Hand haben, um unsere Ozeane wieder gesunden zu lassen – wie etwa Korallenschutzgebiete, Fischereibeschränkungen, strengere Regulierungen oder das Verbot umweltschädlicher chemischer UV-Filter. Aber wir setzen sie viel zu inkonsequent um. Dieses Zögern, obwohl wir wissen, was zu tun ist, frustriert mich ungemein. Du hast 3 Wünsche, damit du die Welt verändern und einen besseren Ort gestalten kannst. Diese wären …? Kostenloser Zugang zu Bildung weltweit Bildung sollte kein Privileg sein. Wenn alle Menschen – egal wo – kostenlos zur Schule und Uni gehen könnten, würden wir viele globale Probleme langfristig lösen. Hohe Zuckersteuer Zucker ist überall – oft völlig unnötig. Eine hohe Steuer würde Produzenten zum Umdenken bringen und unsere Gesundheit deutlich verbessern. Globaler Meeresschutz Unsere Ozeane brauchen dringend verbindliche Schutzregeln – für Fischerei, Schifffahrt und Umwelt. Das schließt natürlich das weltweite Verbot nachgewiesenermaßen schädlicher UV-Filter mit ein 🙂 Ohne gesunde Meere keine gesunde Zukunft. Welches ist dein Lieblingstier / Krafttier und warum? Meine Lieblingstiere sind Katzen. Eine Katze ist unabhängig, kümmert sich trotzdem um ihre Mitmenschen, bewegt sich geschmeidig durch jede noch so schwierige Situation – und ist dabei auch noch unglaublich elegant. Eine wunderbare Mischung aus Stärke und Leichtigkeit. Was treibt dich am meisten in deinem Leben an? Was mich am meisten antreibt, ist – auch wenn’s ein bisschen kitschig klingt – der Wunsch, mit meinem Leben einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen. Außerdem: Freude zu verbreiten, Menschen zu inspirieren, über sich hinauszuwachsen und sich Neues zu trauen. Mich selbst zu trauen, dazuzulernen, mich weiterzuentwickeln. Welchen Rat würdest Du unserer jetzigen jungen Generation für den Einstieg in ihr zukünftiges Leben geben? Welchen Rat sollten sie ignorieren? Mein Rat an die junge Generation: Folgt euren Leidenschaften – wenn ihr wirklich für etwas brennt, findet sich meistens auch ein Weg, damit euren Lebensunterhalt zu verdienen. Und: Besinnt euch darauf, was euch von anderen unterscheidet und wählt auch mal den weniger komfortablen oder gesellschaftlich akzeptierten Weg, es zahlt sich langfristig aus. Welchen Rat man ruhig ignorieren darf? Jeden, der nicht zu eurer Lebensrealität passt. Fragt euch immer: Aus welcher Situation heraus gibt mir diese Person ihren Rat? Nur weil etwas für andere funktioniert hat, heißt das nicht, dass es auch für euch stimmt. Abgesehen von Sonnencreme, was ist dein persönlicher Beitrag zum Umweltschutz im Alltag? Abgesehen von Sonnencreme ist mein persönlicher Beitrag zum Umweltschutz vor allem mein Lebensstil: Ich lebe vegetarisch/vegan und – vielleicht noch wichtiger – ich konsumiere sehr bewusst. Ich frage mich immer, was ich wirklich brauche, leihe Dinge, kaufe Secondhand oder verwende, was ich schon habe. Materielle Dinge sind mir weniger wichtig – ich gebe mein Geld lieber für Erfahrungen aus. Welcher ist dein absoluter Lieblings-Surfspot und warum? Das kann ich natürlich nicht einfach so preisgeben, tut mir leid! Meine Lieblings-Surfspots sind nämlich genau die, an denen man möglichst wenige oder gar keine Mitsurfer trifft 😉 Für mich geht’s beim Surfen um Ruhe, Verbindung zur Natur und diesen ganz eigenen Flow – und den finde ich am besten fernab vom Trubel. Was war die größte Hürde, die ihr am Anfang überwinden musstet? Die größte Hürde am Anfang war definitiv die finanzielle Herausforderung – wir haben alles selbst finanziert und die ersten zwei Jahre nebenbei gearbeitet, um Suntribe am Laufen zu halten. Erst danach konnten wir uns das erste Gehalt auszahlen. Eine weitere große Herausforderung war, in einem von riesigen Marken dominierten Markt überhaupt Fuß zu fassen. Unsere minimalistische Produktphilosophie hat uns zwar ein klares Alleinstellungsmerkmal verschafft, aber es war (und ist) nicht immer leicht, Vertriebspartner davon zu überzeugen, dass es Zeit für einen nachhaltigen Wandel ist. Das braucht einfach Zeit, bis die Welle alle erreicht! Wie habt ihr die ersten Reaktionen von Freunden und Familie erlebt? Gab es Zweifler? Klar gab es auch Zweifler, die sich gesorgt haben, dass wir andere Jobangebote ausschlagen – besonders am Anfang haben viele gefragt, wie wir uns denn bitte gegen die großen Marken behaupten wollen. Zum Glück hat sich gezeigt: Das ist durchaus möglich 🙂 Insgesamt war unser Umfeld aber sehr unterstützend. Viele haben unsere langen Vorträge über sichere Sonnencreme mit Engelsgeduld ertragen – und uns von Anfang an den Rücken gestärkt. Ihr sagt, ihr testet eure Produkte unter Extrembedingungen. Was war der verrückteste Test, den ihr je gemacht habt? Da war schon einiges dabei! Unsere Sonnencremes wurden zum Beispiel von Extremkletterern auf fast 7.000 Metern Höhe getestet – dort ist die Sonneneinstrahlung rund 70 % stärker als auf Meeresniveau. Auch Ultramarathonläufer und Langstreckenkiter haben sie unter härtesten Bedingungen ausprobiert. Wir selbst testen unsere Produkte vor allem bei ausgiebigen Surfsessions – inklusive einiger „Waschmaschinen“, bei denen man so richtig vom Meer durchgespült wird. Wenn die Sonnencreme das übersteht, dann ist sie bereit für den Launch! Eure Verpackungen sind nachhaltig. Wie schwierig war es, plastikfreie oder recycelte Lösungen zu finden, die auch funktionieren? Es war und ist definitiv nicht einfach. Nachhaltigere Produktverpackungen bringen oft höhere Mindestbestellmengen mit sich, weil sie nicht standardmäßig produziert werden. Das macht die Suche nach passenden Lösungen gerade für kleinere Marken wie uns herausfordernd. Und auch heute sehen wir noch viel Bedarf an neuen, innovativen Verpackungen, die ähnlich gut funktionieren wie herkömmliche Plastikverpackungen – nur eben ohne die negativen Umweltauswirkungen. Da ist noch einiges an Entwicklung nötig, denn biologisch abbaubar und funktional sind schwierig zu vereinbaren. Was war der stolzeste Moment seit der Gründung 2016? Da gibt es ständig neue Momente, auf die wir stolz sind! Zum Beispiel erst letzte Woche, als wir unsere neue Bio-Gesichtssonnencreme mit LSF 50 gelauncht haben – rein mineralisch, nicht fettend, perfekt für den täglichen Sonnenschutz und bei hellen Hauttönen ohne Weißel-Effekt. Das ist ein Produkt, auf das ich persönlich schon lange gewartet habe – und jetzt ist es endlich da! Ihr produziert mitten in Europa. Warum war euch das wichtig? Uns war von Anfang an klar: Wir wollen in Europa produzieren. So können wir unsere Fabrik regelmäßig selbst besuchen, sicherstellen, dass alles unseren Standards entspricht, und gleichzeitig lange Transportwege vermeiden. Eine Produktion außerhalb Europas stand für uns nie zur Debatte. Eure Philosophie lautet „Weniger ist mehr“. Wie schwer ist es, sich daran zu halten, wenn der Markt ständig nach neuen, exotischen Inhaltsstoffen verlangt? Es ist definitiv eine Herausforderung. Bei einigen unserer Produkte sind die Formulierungen inzwischen auch komplexer geworden, was sich in etwas längeren INCI-Listen zeigt. Wichtig ist uns aber: Wir setzen ausschließlich auf Inhaltsstoffe, von deren Funktionalität und Sicherheit wir wirklich überzeugt sind – und nicht, weil sie gerade im Trend liegen. Alle unsere Inhaltsstoffe erreichen auf unabhängigen Bewertungsplattformen wie INCI Beauty oder EWG die höchsten Sicherheitsbewertungen. Qualität und Transparenz gehen für uns immer vor. Wenn Suntribe in 10 Jahren der neue Standard für Sonnencreme ist, was ist eure nächste Mission? Es gibt noch so viel zu tun: noch nachhaltigere Verpackungen entwickeln, funktionierende Nachfülllösungen etablieren und vielleicht sogar den Rest der Kosmetikwelt auf den Kopf stellen. Oder eine lässige nachhaltige Modemarke aufbauen, die elegant Schutz vor der Sonne bietet - wer weiß! Welches Suntribe-Produkt habt ihr immer bei euch? Täglich und überall dabei habe ich unsere neue mineralische Bio-Gesichtssonnencreme mit LSF 50 und unseren getönten Lippenbalsam mit LSF 30. Beim Surfen in Europa ist der getönte Bio-Sonnenstift mein ständiger Begleiter. In den Tropen setze ich auf unsere Zinksonnencreme in der Dose für maximalen Schutz, kombiniert mit unserer Sonnencreme in der Tube mit LSF 50. Ohne diese Produkte gehe ich nirgendwo hin! Wenn ihr nicht Suntribe gegründet hättet, was würdet ihr heute tun? Wenn wir Suntribe nicht gegründet hätten, wären unsere Wege wohl trotzdem ziemlich bunt verlaufen: Karl wäre mit Sicherheit Olympiasurfer – oder wird es vielleicht sogar noch! Ich würde vermutlich ein veganes Café führen, irgendwo in Strandnähe mit guter Musik. Und Hampus? Der braut mittlerweile ohnehin sein eigenes Bier – sein Craft-Beer-Traum ist also Realität geworden! Was ist ein gemeinsamer Traum, den ihr als Gründer-Trio noch verwirklichen wollt? Ein gemeinsamer Traum von uns ist, dass mineralische Sonnencremes zum weltweiten Standard werden – und wir irgendwann gemeinsam darüber lachen können, dass wir früher tatsächlich chemische Sonnencremes verwendet haben. So wie man heute darüber schmunzelt, dass wir je in Flugzeugen geraucht haben. Heute einfach unvorstellbar! Eure Botschaft an alle, die am Strand liegen und sich gerade eine herkömmliche Sonnencreme auftragen? Ladet euch die kostenfreie INCI Beauty App herunter, scannt den Barcode eurer Sonnencreme – und schaut selbst, was wirklich drinsteckt. Dann könnt ihr entscheiden, ob ihr sie noch aufbrauchen wollt … oder doch lieber gleich auf eine mineralische Sonnencreme mit grüner INCI Beauty Bewertung umsteigt. Eure Haut (und das Meer) werden’s euch danken Herzlichen Dank! Ein fettes Dankeschön an Julia für die ehrlichen Worte. In einer Welt voller aalglatter CEOs und Greenwashing-Lügen ist ein Klartext-Interview wie dieses ein verdammt guter Grund, die Hoffnung noch nicht über Bord zu werfen. Was du jetzt mit diesen Informationen machst, liegt bei dir. Du kannst weiter die Augen verschließen und dir den Chemie-Cocktail auf die Haut klatschen. Oder du fängst an, die Inhaltsstoffe zu lesen, die richtigen Fragen zu stellen und Marken wie Suntribe zu unterstützen, die den Arsch in der Hose haben, es anders zu machen. Es ist deine Haut. Es ist dein Ozean. Triff eine Entscheidung. Neugierig auf mehr? Website Suntribe: https://suntribesunscreen.com/de/ Instagram Suntribe: https://www.instagram.com/suntribesunscreen YouTube Suntribe: https://www.youtube.com/@suntribesunscreen Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • World Ocean Summit: Warum 150 Milliarden fehlen und es nicht (nur) am Geld liegt.

    Von Barry Birdbrain Hör zu. Ich war da. In Lissabon. Beim World Ocean Summit. Dem Ort, an dem sich die Welt trifft, um dem Ozean feierlich auf die Schulter zu klopfen und ihm zu versichern, dass wir ihn ganz doll lieb haben. Ich habe mehr Anzugträger gesehen als Fische im Mittelmeer, habe Kaffee getrunken, der teurer war als der Tageslohn eines senegalesischen Fischers, und an mehr Podiumsdiskussionen teilgenommen, als es Planktonarten gibt. Und nach 8 Stunden dachte ich mir: Was zum Klabautermann machen wir hier eigentlich? Wir sitzen in klimatisierten Räumen und reden über steigende Meeresspiegel. Wir lauschen Keynotes über "Blue Economy", während draußen die letzten traditionellen Fischer ihre Netze flicken und nicht wissen, wie sie die nächste Tankfüllung bezahlen sollen. Es ist ein perfekt inszeniertes Theaterstück. Der Titel: "Wir tun ja was!". Applaus vom Publikum, Verbeugung der Darsteller, und am Ende gehen alle nach Hause und der Ozean erstickt weiter leise vor sich hin. Bist du auch manchmal auf diesen Events und fragst dich, ob du der Einzige bist, der die schreiende Absurdität des Ganzen bemerkt? Das Logbuch der knallharten Zahlen: Eine Reise in den Maschinenraum des Geldes Ich war kurz davor, meine Akkreditierung in den Tejo zu werfen und mich einer vorbeiziehenden Kolonie von Quallen anzuschließen. Die schienen einen klareren Plan zu haben als die meisten Menschen dort. Aber dann habe ich angefangen, die Dinge zu tun, die wir bei der Möwen-Crew am besten können: Ich habe die Klappe gehalten und zugehört. Nicht dem, was auf der Bühne gesagt wurde, sondern dem, was zwischen den Zeilen zu hören war. Und ich habe mir Notizen gemacht. Hier ist der ungeschminkte Auszug aus meinem Logbuch, direkt aus dem Maschinenraum der globalen Ozean-Finanzierung. Eintrag 1: Der Ozean ist pleite. Costas Kadis, der EU-Kommissar für Fischerei & Ozeane, hat es quasi nebenbei fallen lassen. Um das UN-Nachhaltigkeitsziel 14 – Leben unter Wasser – auch nur annähernd zu erreichen, fehlt uns jedes Jahr die Kleinigkeit von 150 Milliarden Euro. Ich wiederhole das mal, damit es auch im Hirn ankommt: 150.000.000.000 Euro. Jährlich. Das ist kein Loch im Rumpf, das ist ein fehlender Rumpf. Eintrag 2: Die Philanthropie ist ein Rettungsboot mit Paddel. Okay, dachte ich, vielleicht springen ja die großen Stiftungen in die Bresche. Falsch gedacht. Tiago Pitta e Cunha von der Oceano Azul Foundation hat die nächste Bombe platzen lassen. Von allem Geld, das weltweit von Stiftungen gespendet wird, fließen gerade einmal 0,4 Prozent in den Meeresschutz. Das ist weniger, als die Menschheit für Katzenfutter ausgibt. Wir behandeln den Motor unseres Planeten wie ein streunendes Kätzchen, dem wir ab und zu mal einen Rest vom Tisch zuwerfen. Eintrag 3: Die großen Banken haben volle Tresore, aber keine Ahnung. Die großen Player wie die Europäische Investmentbank (EIB) haben das Geld. Franck Jesus von der EIB hat klargemacht: Sie sind bereit, "mehr" zu tun. Aber sie können keine Kredite unter 20 Millionen Euro vergeben. Sie sind ein Supertanker, der versucht, einem einzelnen Fischer in seiner Nussschale eine Kiste Wasser zuzuwerfen. Sie wollen helfen, aber ihr System ist zu träge, zu bürokratisch, zu weit weg von der Realität der kleinen, agilen Organisationen, die an der Front kämpfen. Es war zum Verzweifeln. Das Geld ist da, aber es kommt nicht an. Die Ideen sind da, aber sie bekommen kein Geld. Der ganze Sektor schien gefangen in einem gordischen Knoten aus guten Absichten und systemischem Versagen. Und dann kam der eine Moment, der alles veränderte. Die eine Frage, die alles veränderte: Willkommen in der Architektur-Lücke Es war ein Panel über "Blue Foods". Auf der Bühne saß Francisco Saraiva Gomes, einer der Gründer von Ocean 14 Capital. Das sind keine sanften Meeres-Poeten, das sind Haie. Positive Haie, wenn du so willst, aber immer noch Haie. Sie investieren hunderte Millionen in die Zukunft des Ozeans, aber sie wollen dafür einen "Return". Und dann, in der Q&A-Runde, stellte ein junger Skipper aus dem Publikum die eine, entscheidende Frage. Er hat nicht gefragt, "In welche Ideen investieren Sie?". Er hat gefragt (ich hab's mitgeschrieben): "Was ist der kritische architektonische Unterschied zwischen einer überzeugenden Mission und einem wirklich investierbaren Unternehmen?" Bumm. Da war es. Das eine Wort, das niemand sonst benutzt hatte: Architektur . Und Gomes' Antwort war die Offenbarung. Er sagte (sinngemäß): "Die größte Lücke ist zwischen der Idee und der Organisation. Die Leute denken, sie bekommen Geld für ihre Idee. Aber die Idee ist oft nicht mit dem Fundament der Organisation verbunden." Er hat es gesagt. Der Top-VC Europas hat die "Architektur-Lücke" bestätigt. Der Grund, warum das Geld nicht fließt, sind nicht die schlechten Ideen. Es sind die brüchigen, undurchdachten, nicht-investierbaren Architekturen der Organisationen dahinter. Plötzlich machte alles Sinn. Wir starren die ganze Zeit auf die schönen Fassaden der Projekte, aber wir ignorieren das bröckelnde Fundament. Wir bitten um Geld für neue Segel, während der Rumpf leck ist. Wir brauchen keine neuen Projekte. Wir brauchen verdammt nochmal bessere Schiffe. Und es gibt sie, die Schiffsbauer. Die Architekten. Organisationen, die verstanden haben, dass man, bevor man um Geld bittet, eine unangreifbare Blaupause schmieden muss. Ein "investment-grade blueprint", wie es einer der wenigen anderen wachen Geister dort nannte. Eine Architektur, die nicht nur eine nette Geschichte erzählt, sondern die eine unangreifbare Antwort auf drei Fragen gibt: Das Narrativ: Ist unsere Geschichte so klar und unwiderstechlich, dass sie jeder versteht? Die Finanzen: Haben wir ein hybrides Modell, das sowohl für eine Stiftung als auch für einen Investor Sinn macht? Der unfaire Vorteil: Warum sind ausgerechnet WIR die Einzigen auf diesem Planeten, die dieses Problem lösen können? Organisationen, die diese drei Fragen beantworten können, betteln nicht um Geld. Sie wählen ihre Partner aus. Hört auf, um Planken zu betteln. Baut verdammt nochmal bessere Schiffe. Also, was bedeutet das jetzt für dich, der du da draußen jeden Tag für den Ozean kämpfst? Es bedeutet, dass du aufhören musst, dich als Bittsteller zu sehen. Du bist kein Aktivist, der um Almosen bittet. Du bist ein Unternehmer, der eine der wertvollsten Investment-Chancen dieses Jahrhunderts anbietet: die Rettung unseres Planeten. Aber um in dieser Liga zu spielen, musst du deine Hausaufgaben machen. Sei selbstkritisch: Schau dir deine eigene Organisation an. Ist sie nur eine "nette Idee" oder ist sie ein "investierbares Betriebssystem"? Wo ist deine Architektur-Lücke? Denk hybrid: Verlasse dich nicht nur auf die 0,4% der Philanthropie. Welche Teile deiner Mission könnten für einen Investor interessant sein? Wie kannst du eine Brücke zwischen den Welten bauen? Schaffe dein Meisterstück: Bevor du den nächsten Antrag schreibst, schreib deine unangreifbare Architektur. Definiere dein Narrativ, dein Finanzmodell und deinen unfairen Vorteil so klar, dass es selbst deine Großmutter versteht. Eine brillante Architektur ist die schärfste Waffe im Kampf um Kapital. Der World Ocean Summit hat mir gezeigt, dass wir nicht zu wenig Geld oder zu wenig gute Ideen haben. Wir haben zu wenig Mut, uns als das zu sehen, was wir sein müssen: die souveränen Architekten der Zukunft. Also, hör auf, nach Rettungsringen zu schreien. Fang an, den verdammt besten Eisbrecher zu bauen, den die Welt je gesehen hat. Der Ozean wird es dir danken. Und die Investoren auch. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

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