top of page

Suchergebnisse

111 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Der Papier-Tsunami: Warum wir die besten Ideen der Welt in Formularen ertränken (und was wir verdammt nochmal dagegen tun werden)

    Von Gary Gullson Ich saß neulich an meinem Schreibtisch, der eher ein Stapel alter Seekarten und leerer Kaffeetassen ist, und starrte auf ein Dokument, das mir ein Freund geschickt hatte. Ein Freund mit einem Traum. Einem verdammt guten Traum. Er will mit Spezialdrohnen die letzten Rückzugsgebiete von bedrohten Papageitauchern überwachen. Genial, oder? Stattdessen schickte er mir 50 Seiten "Antragsprosa". Ich habe versucht, es zu lesen. Bei Gott, ich habe es versucht. Nach drei Seiten über "Stakeholder-Engagement-Matrixen", "paradigmatische Synergieeffekte im post-fossilen Zeitalter" und "multilaterale Disseminationsstrategien" hatte ich das Gefühl, mein Gehirn würde zu Plankton zerfallen. Ich verstand nichts mehr. Das war keine Sprache, um die Welt zu retten. Das war die Sprache, mit der man Seelen erstickt. Ich knallte den Schädel auf den Tisch – was bei der Menge an Papier kaum einen Ton machte – und fragte mich das, was ich jetzt dich frage, während du hier bei einem virtuellen Bier mit mir sitzt: Wann zur Hölle haben wir eigentlich beschlossen, dass man die Welt mit Bullshit rettet? Die Bürokratie-Krake und ihre tödlichen Tentakel Hör zu. Das hier ist kein Rant gegen Leute in Büros. Okay, vielleicht ein bisschen. Aber es ist vor allem ein Rant gegen ein System, das so kaputt ist wie ein Fischkutter nach einem Zusammenstoß mit einem Eisberg. Wir alle lieben doch diese Bilder: Engagierte Leute, die mit schlammverspritzten Gesichtern eine gerettete Robbe freilassen. Meeresbiologinnen, die bis zur Hüfte im Mangrovensumpf stehen. Aktivisten in Schlauchbooten, die sich mit Walfängern anlegen. Das sind die Helden unserer Geschichten. Das sind die, die den Job machen. Aber weißt du, was diese Leute die meiste Zeit tun? Sie sitzen vor Bildschirmen. Sie füllen Excel-Tabellen aus. Sie versuchen, die kryptische Sprache von Stiftungen und Förderprogrammen zu entschlüsseln. Sie verschwenden ihre kostbarste Ressource – ihre Zeit und ihre Leidenschaft – damit, um Geld zu betteln. Schauen wir uns das Biest mal genauer an. Allein in Deutschland gibt es laut dem Deutschen Spendenrat über 600.000 gemeinnützige Organisationen. Ein riesiges Geschwader an potenziellen Weltrettern. Aber sie alle kämpfen um dieselben, oft viel zu kleinen Futtertröge. Nimm zum Beispiel die großen EU-Fördertöpfe wie das LIFE-Programm. Die Europäische Kommission, ein Apparat so wendig wie ein Containerschiff im Hafenbecken, gibt selbst zu, dass die Erfolgsquote für Projektanträge oft im niedrigen zweistelligen, manchmal sogar im einstelligen Bereich dümpelt. Das bedeutet: Neun von zehn Anträgen, in die Hunderte von Arbeitsstunden geflossen sind, landen direkt im Reißwolf der Bürokratie. Das ist, als würdest du neun von zehn Rettungsbooten absichtlich versenken, nur um zu sehen, welches am schönsten brennt. Die besten Ideen sterben nicht im Ozean, sie ertrinken in Antragsformularen. Das ist die kalte, nasse Wahrheit. Wir haben ein System geschaffen, das nicht die besten Projekte belohnt, sondern die besten Antrags-Schreiber. Den Weltmeister im Buzzword-Bingo. Den Meister der Graphen und Diagramme, die so tun, als könnte man die Rettung eines Korallenriffs in einem "Gantt-Chart" vorhersagen. Das Problem ist die Professionalisierungs-Falle. Natürlich brauchen NGOs professionelle Strukturen. Aber was passiert, ist eine schleichende Vergiftung. Die Biologin, die eigentlich Korallen züchten will, muss zur Projektmanagerin werden. Der Aktivist, der eigentlich illegale Fischerei aufdecken will, muss zum Buchhalter werden. Sie müssen eine Sprache sprechen, die nicht ihre ist, um Leute zu überzeugen, die oft meilenweit vom eigentlichen Problem entfernt sind. Das Ergebnis? Burnout. Frustration. Und das Schlimmste von allem: Mittelmäßigkeit. Man traut sich nicht mehr, die wirklich wilden, mutigen, bahnbrechenden Ideen zu verfolgen, weil man schon vorher weiß, dass sie nicht in die engen, vorgefertigten Kästchen eines Antragsformulars passen. Man feilt so lange an der Idee herum, bis sie "förderfähig" ist – und dabei gehen oft ihre Seele und ihre schärfsten Kanten verloren. Zeit für einen neuen Kurs: Die Werkstatt für scharfe Werkzeuge Okay. Genug geheult. Wir bei der Tribune sind keine Fans davon, nur auf dem Wrack herumzuhacken. Wir wollen es wieder flottmachen oder gleich ein neues Schiff bauen. Und genau das passiert jetzt. Du kennst uns. The Ocean Tribune ist unser Megafon. Unser Ausguck. Die laute, krähende Möwe auf dem Mast, die "Scheiße!" schreit, wenn sie Scheiße sieht. Aber ein Megafon allein holt keinen Plastikmüll aus dem Wasser. Dafür braucht man eine Werkstatt. Einen Maschinenraum. Eine Werft, in der die echten Werkzeuge geschmiedet werden. Deshalb haben wir im Stillen, unter Deck, etwas Neues aufgebaut: Die Vita Loom Labs. Das ist unsere kommerzielle Schwester. Unser "schmutziger" Zwilling, wenn du so willst. Der Teil, der sich die Hände ölig macht und dafür sorgt, dass der Leuchtturm Strom hat. Und diese Werkstatt hat sich das Problem mit dem Papier-Tsunami genau angesehen und gesagt: "Das können wir besser." Das Ergebnis ist nicht einfach nur ein neues Förderprogramm. Förderprogramme sind Teil des Problems. Sie sind große, langsame Tanker. Wir wollten ein schnelles, wendiges Beiboot. Eine Spezialeinheit. Wir nennen es das Vita Loom Impact Fellowship. Das ist kein Almosen. Das ist kein Scheck. Das ist ein Pakt. Wir verschenken kein Geld, wir investieren unsere schärfste Waffe: unseren "Antrags-Booster". Ein Prozess, der einer NGO dabei hilft, ihre genialen, chaotischen Ideen in eine rasiermesserscharfe, überzeugende Bewerbung zu verwandeln, ohne ihre Seele zu verkaufen. Pro Quartal suchen WIR uns eine einzige, verdammt gute Organisation aus, von der wir glauben, dass sie das Potenzial hat, eine richtige Delle ins Universum zu hauen. Eine Organisation, die vielleicht brillant in ihrer Arbeit ist, aber noch nie die Zeit oder das Know-how hatte, sich durch den Antrags-Dschungel zu kämpfen. Und dann gehen wir rein. Wir arbeiten mit ihnen, wir feilen, wir schleifen, wir polieren. Wir sind ihr Sparringspartner, ihr Waffenmeister, ihr strategischer Erster Offizier. Wir helfen ihnen nicht nur, einen Antrag zu schreiben. Wir helfen ihnen, ihre eigene Geschichte so klar und kraftvoll zu erzählen, dass die Leute, die das Geld haben, gar nicht anders können, als zuzuhören. Die erste Organisation, mit der wir diesen Pakt schmieden werden, ist genau so ein Fall. So brillant in ihrer Arbeit, dass sie bisher nie aktiv um Geld betteln mussten – die Leute kamen zu ihnen. Aber dieses Modell macht abhängig. Es ist, als würde man als Kapitän darauf warten, dass einem der Wind gnädig ist. Wir wollen ihnen einen verdammten Motor einbauen, damit sie ihren Kurs selbst bestimmen können. Wir wollen den Besten nicht nur auf die Schulter klopfen. Wir wollen ihnen die Werkzeuge in die Hand geben, mit denen sie die Welt erobern können. Der Tritt in den Hintern: Was das für dich bedeutet So, und was sollst du jetzt mit dieser Information anfangen? Du kannst dich nicht für das Fellowship bewerben, wir wählen aus. Aber du kannst etwas viel Wichtigeres tun. Du kannst deine verdammte Denkweise ändern. Hör auf, auf die Verwaltungskosten zu schielen.  Die dümmste Frage, die du einer NGO stellen kannst, ist: "Wie hoch sind eure Verwaltungskosten?" Eine bessere Frage ist: "Wie groß ist euer Hebel? Wie verdammt effektiv seid ihr?" Wenn eine Organisation einen Betrag wie 1.490 Euro für ein professionelles Werkzeug wie unseren Antrags-Booster investiert und damit einen Antrag über 100.000 Euro an Land zieht, war das eine der besten Investitions-Entscheidungen ihres Lebens. Professionalität ist kein Abfallprodukt, sie ist ein Kraftmultiplikator. Unterstütze die Mutigen.  Schau dir die Organisationen an, die verrückte, neue Dinge ausprobieren. Die, deren Pläne nicht in eine Excel-Tabelle passen. Das sind die, die vielleicht die größten Probleme haben, an Fördergelder zu kommen, aber oft die größten Durchbrüche erzielen. Teile diesen verdammten Artikel.  Schick ihn an jeden, der in einer NGO arbeitet. Schick ihn an jeden, der spendet. Schick ihn an jeden, der immer noch glaubt, man könnte die komplexesten Probleme des 21. Jahrhunderts mit den Verwaltungs-Methoden des 19. Jahrhunderts lösen. Wir bei der Möwen-Crew haben das Geschwafel satt. Wir wollen Taten sehen. Das Fellowship ist unsere Tat. Es ist unser Versuch, den Spieß umzudrehen. Wir wollen die Helden aus den Büros zurück ins Feld holen. Denn am Ende des Tages wird der Ozean nicht durch perfekt formatierte Anträge gerettet, sondern durch die unermüdliche Arbeit von leidenschaftlichen Menschen. Sorgen wir dafür, dass sie endlich wieder Zeit dafür haben. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Rotes Wasser, stumme Schreie: Warum der Kampf gegen die Walmörder (Grindadráp) auf den Färöern ein neues Schwert braucht

    Von Patricia Plunder Ich habe wieder diese Bilder gesehen. Du weißt, welche ich meine. Die Bilder, die sich wie ein rostiger Anker in dein Gedächtnis bohren und dich nachts wachhalten. Das blutrote Wasser in einer Bucht, so rot, als hätte der Ozean selbst eine tödliche Wunde erlitten. Die glatten, grauen Leiber von Dutzenden von Grindwalen, aufgerissen, leblos aneinandergereiht am Kai. Und dazwischen die Menschen. Lachend, schleifend, messerwetzend. Das Grindadráp. Ein Wort, das klingt wie ein Kehlkopf-Rasseln kurz vor dem Tod. Jedes Mal, wenn ich diese Bilder sehe, durchlaufe ich dieselben drei Phasen. Zuerst die pure, weiße Wut. Eine Wut so heiß, dass sie das Meerwasser um mich herum zum Kochen bringen könnte. Ich will schreien, ich will etwas zertrümmern, ich will ein Schiff kapern und Kurs auf Tórshavn setzen. Dann kommt die tiefe, schwarze Trauer. Ich denke an diese hochintelligenten, sozialen Tiere. Familien, die seit Generationen durch die kalten Weiten des Atlantiks ziehen. Ich stelle mir ihre Panik vor, die Schreie, die sie unter Wasser ausstoßen, die wir aber nicht hören können. Ein stummes Massaker. Und dann, nach der Wut und der Trauer, kommt die eine, zermürbende Frage, die mich am meisten quält und die ich heute an dich weiterreiche, mein Freund in dieser digitalen Hafenkneipe: Wie zur verdammten Hölle kann das im 21. Jahrhundert, in einem reichen, europäischen Land, noch verdammt noch mal passieren? Der Mythos der Tradition und die kalte Realität Bevor du mir jetzt mit dem ausgelutschten "Aber das ist doch Tradition!"-Argument kommst, lass uns mal kurz die Segel dieses Mythos einholen und sehen, wie morsch das Holz darunter ist. Ja, die Färinger jagen Grindwale seit Jahrhunderten. Damals, in einer Zeit ohne Supermärkte und globalen Handel, war es vielleicht eine Notwendigkeit, um über die harten Winter zu kommen. Ein brutaler, aber notwendiger Teil des Überlebens. Aber wir leben nicht mehr im 10. Jahrhundert. Die Färöer-Inseln sind heute eine moderne, subventionierte High-Tech-Gesellschaft mit einer der höchsten BIP-pro-Kopf-Raten der Welt. Sie haben volle Supermärkte, Glasfaserkabel und Geländewagen. Die Notwendigkeit ist verschwunden. Was geblieben ist, ist ein blutiges Volksfest. Ein Ritualmord als Teambuilding-Event. Und es wird noch schlimmer. Die Wissenschaft, die wir ja so gerne ignorieren, wenn sie unbequem ist, schreit uns die Fakten ins Gesicht. Eine Langzeitstudie, veröffentlicht unter anderem von Wissenschaftlern wie Pál Weihe, einem Chefarzt des färöischen Gesundheitssystems, hat bereits vor Jahren nachgewiesen, dass Grindwalfleisch hochgradig mit Schadstoffen wie Quecksilber und PCBs verseucht ist. Die Gesundheitsbehörden der Inseln raten selbst vom übermäßigen Verzehr ab, weil es nachweislich die neurologische Entwicklung von Kindern schädigt. Sie töten also nicht nur Wale, sie vergiften auch langsam ihre eigenen Kinder. Alles im Namen der "Tradition". Das ist keine Tradition mehr, das ist eine kollektive Wahnvorstellung. Die Welt schaut zu. Seit den 80er Jahren kämpfen Organisationen wie Sea Shepherd mit unglaublichem Mut gegen diese Praxis. Sie stellen sich mit ihren Schiffen dazwischen, sie dokumentieren, sie klären auf. Sie werden verhaftet, ihre Schiffe beschlagnahmt. Und ja, sie haben Erfolge erzielt. Sie haben die Weltöffentlichkeit auf das Thema gestoßen. Ohne sie wüssten die meisten von uns gar nichts von diesem roten Wasser. Aber seien wir ehrlich zu uns selbst. Das Gemetzel geht weiter. Warum? Warum scheitern all diese mutigen, passionierten Anläufe daran, dieses blutige Schauspiel endgültig zu beenden? Weil Wut, Leidenschaft und ein Schlauchboot allein nicht ausreichen, um eine jahrhundertealte Mauer aus Sturheit, Nationalstolz und wirtschaftlichen Interessen einzureißen. Tradition oder Tragödie? Aufnahme vom Grindadráp 2018, Quelle: Himmelunäd, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons Warum Kampagnen ausbluten (und Traditionen nicht) Der Kampf gegen das Grindadráp ist ein brutales Abnutzungsrennen. Auf der einen Seite steht die "Tradition", die tief im sozialen Gefüge der Inseln verankert ist. Sie braucht kein Budget. Sie braucht keine Spendenkampagne. Sie ist einfach da, Jahr für Jahr. Auf der anderen Seite stehen die Kampagnen der Tierschützer. Und diese Kampagnen haben eine Achillesferse: Sie bluten aus. Eine einzige Saison vor Ort auf den Färöern ist ein logistischer und finanzieller Alptraum. Schiffe, Treibstoff, Crew, Rechtsanwälte, Kameras, Drohnen – das kostet Hunderttausende, wenn nicht Millionen. Dieses Geld muss jedes Jahr aufs Neue durch Spenden gesammelt werden. Und Spenden sind so unbeständig wie das Wetter im Nordatlantik. Sie kommen, wenn die Bilder schrecklich sind und die Medien berichten. Wenn die Kameras weiterziehen, trocknen die Spendenströme aus. Die Organisationen sind gefangen in einem Teufelskreis. Sie müssen jedes Jahr aufs Neue mit dramatischen Bildern um Aufmerksamkeit und Geld betteln, nur um die nächste Saison zu überleben. Sie können kaum langfristig planen. Sie sind im ständigen Reaktionsmodus. Der Kampf um die Ozeane wird oft nicht auf dem Wasser verloren, sondern in den Excel-Tabellen und den leeren Bankkonten an Land. Wir schicken unsere besten Kämpfer in eine jahrelange Belagerung, aber geben ihnen nur Proviant für eine Woche. Genau das ist die strategische Schwäche. Es fehlt der lange Atem. Es fehlt die finanzielle Grundlage, die es erlaubt, über die nächste Protestaktion hinauszudenken. Es fehlt die Professionalität, nicht im Aktivismus, sondern in der strategischen Organisation im Hintergrund. Die Fähigkeit, große, mehrjährige Förderungen von Stiftungen oder Institutionen zu akquirieren, die nicht auf den schnellen Medien-Hype, sondern auf langfristige, systemische Veränderung setzen. Die meisten Aktivisten sind keine Finanzexperten oder Antrags-Profis. Und das sollen sie auch gar nicht sein! Ihre Aufgabe ist es, an der Front zu sein. Aber solange ihnen im Hintergrund eine professionelle, strategische Finanz-Maschinerie fehlt, kämpfen sie einen ungleichen Kampf. Getötete Weißseitendelfine in Hvalba 2006, Quelle: Erik Christensen, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons Wir schmieden das Schwert. Andere führen es. Und genau hier, an diesem Punkt der Frustration und der strategischen Analyse, mussten wir bei The Ocean Tribune eine Entscheidung treffen. Wollen wir weiter nur die wütende Möwe sein, die vom Mast aus das Gemetzel kommentiert? Oder wollen wir endlich in den Maschinenraum gehen und anfangen, die Waffen zu schmieden, die diesen Kampf entscheiden könnten? Wir haben uns für Letzteres entschieden. Wir werden niemals ein Schiff zu den Färöern schicken. Das ist nicht unser Job. Aber wir können etwas tun, was vielleicht noch wichtiger ist. Wir können dafür sorgen, dass die, die die Schiffe haben, diese auch noch in fünf Jahren betanken können. Deshalb haben wir das Vita Loom Impact Fellowship  geschaffen. Das ist keine weitere NGO, die um Spenden bettelt. Es ist eine strategische Einheit, eine Werft für die besten Ideen. Wir identifizieren die Organisationen mit dem größten Mut und dem größten Potenzial, und wir geben ihnen das, was ihnen fehlt: die strategische und prozessuale Feuerkraft, um ihren Kampf auf ein neues Level zu heben. Wir nehmen ihre brillante, aber oft chaotische Energie und gießen sie in die Form eines Antrags, der so überzeugend, so professionell und so strategisch ist, dass er auch die Türen zu den großen, langfristigen Geldtöpfen aufstößt. Wir stoppen keinen einzigen Walfänger. Aber wir sorgen dafür, dass die Organisationen, die sie stoppen wollen, die Puste, die Professionalität und die Mittel haben, um ihren Kampf über Jahre aufrechtzuerhalten. Wir sind nicht die Helden. Wir sind die Waffenmeister, die den Helden das verdammt schärfste Schwert in die Hand geben, das sie je hatten. Hör auf, auf das Blut zu starren. Schau auf die Struktur. Und du? Was kannst du tun? Es ist einfach, diese Bilder auf Social Media mit einem wütenden Emoji zu teilen. Das ist gut, das schafft Bewusstsein. Aber es ist nicht genug. Wenn du das nächste Mal spendest oder eine Organisation unterstützt, die gegen das Grindadráp kämpft, frag nicht nur: "Was macht ihr vor Ort?" Frag auch: "Wie lautet eure Strategie für die nächsten drei Jahre? Wie sichert ihr eure Finanzierung, wenn die Kameras weg sind?" Unterstütze die Organisationen, die nicht nur einen Plan für die nächste Protestwelle haben, sondern einen Plan für den Sieg. Wir müssen aufhören, nur auf das rote Wasser zu starren. Das lähmt uns. Wir müssen anfangen, die unsichtbaren Strukturen dahinter zu verstehen und zu bekämpfen. Die finanzielle Unsicherheit, die strategische Kurzatmigkeit, die administrative Last. Wenn wir diese Strukturen stärken, wenn wir den Kämpfern den Rücken freihalten und ihnen die besten Werkzeuge geben, die es gibt, dann, und nur dann, haben wir eine echte Chance. Dann wird der Tag kommen, an dem das Wasser in diesen Buchten wieder klar ist. Nicht nur für einen Tag, nicht nur für eine Saison. Sondern für immer. Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

  • Zwei Schiffe in der Nacht (und beide sinken langsam) - das Impact-Finanzierungs-Paradoxon

    Von Patricia Plunder Stell dir zwei Schiffe vor, die in einer pechschwarzen Nacht im Nordatlantik treiben. Das erste Schiff heißt "Leidenschaft". Es ist vollgestopft bis unters Deck mit den brillantesten, mutigsten Seebären, die du dir vorstellen kannst. Sie haben Seekarten, die zu unbekannten Schätzen führen, sie haben den Mut, sich mit jedem Kraken anzulegen, und sie haben mehr Herzblut im Tank als ein Blauwal. Aber ihr Proviant ist fast aufgebraucht, ihre Werkzeuge sind rostig, und sie haben kein Funkgerät, das weit genug reicht, um Hilfe zu rufen. Das zweite Schiff heißt "Kapital". Es ist ein schwerer, goldener Frachter, bis an die Reling beladen mit Proviant, Werkzeugen und den besten Funkgeräten, die man für Geld kaufen kann. Die Crew an Bord will ihre Schätze unbedingt verteilen. Sie suchen verzweifelt nach würdigen Häfen, nach mutigen Expeditionen, die sie ausrüsten können. Aber ihre Radarschirme sind voller Störsignale, und sie können die kleinen, genialen Schiffe in der Dunkelheit kaum von Piraten unterscheiden. Beide Schiffe haben die besten Absichten. Und beide werden scheitern, wenn sie nicht zueinander finden. Sie treiben aneinander vorbei, während an Land alle Beifall klatschen, wie toll es doch ist, dass beide überhaupt auf dem Meer sind. Das, mein Freund, ist der Zustand unseres sogenannten "Impact-Sektors". Es ist das Impact-Finanzierungs-Paradoxon. Und wenn du denkst, ich übertreibe, dann schnall dich an. Das große Vorbeireden Ich habe neulich etwas gelesen, das mir die Zornesröte ins Gesicht getrieben hat – nicht weil es dumm war, sondern weil es so verdammt wahr ist. Eine Chefin einer großen deutschen Stiftung hat öffentlich gepostet, dass sich bei ihr die "soooo guten" Projektideen stapeln, sie aber nicht genug Geld hat, um all diese brillanten Leute zu finanzieren. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen. Das ist die B-Seite unserer kaputten Schallplatte. Auf der A-Seite haben wir die Leute von Schiff "Leidenschaft", die in unserem Papier-Tsunami ertrinken, den wir hier schon mal beschrieben haben. Und auf der B-Seite haben wir die Leute von Schiff "Kapital", die verzweifelt nach guten Anlegestellen suchen, aber nicht wissen, wohin mit dem ganzen Gold. Wir haben keinen Mangel an guten Ideen und auch keinen absoluten Mangel an Geld. Wir haben ein kaputtes verdammtes Funkgerät. Wir haben eine systemische Unfähigkeit, die besten Ideen mit dem passenden Kapital zu verbinden. Stattdessen haben wir einen bürokratischen Hindernislauf geschaffen, der beide Seiten zermürbt. Die NGOs feilen an ihren Anträgen, bis sie so generisch und weichgespült sind, dass sie niemanden mehr vom Hocker hauen. Und die Stiftungen entwickeln Richtlinien, die so eng und kompliziert sind, dass die wirklich innovativen, unkonventionellen Ideen direkt durchs Raster fallen. Es ist zum Heulen. Wir bauen jetzt ein verdammtes Lotsenboot Wir bei der Möwen-Crew haben lange genug vom Ausguck aus zugesehen, wie diese beiden Schiffe aneinander vorbeidriften. Jetzt ist Schluss damit. Wir haben beschlossen, ein kleines, schnelles, verdammt lautes Lotsenboot zu Wasser zu lassen. Ein Boot, das genau zwischen diesen beiden Schiffen operiert. Dieses Lotsenboot ist unser Vita Loom Impact Fellowship. Unsere Aufgabe ist es nicht, selbst zum goldenen Frachter zu werden. Unsere Aufgabe ist es, an Bord von Schiff "Leidenschaft" zu gehen, ihnen zu helfen, ihre rostige Funkanlage auf Vordermann zu bringen, ihre Seekarten zu polieren und ihnen beizubringen, eine so klare und laute Botschaft zu senden, dass Schiff "Kapital" sie einfach hören MUSS. Wir bringen den passionierten Weltrettern bei, die Sprache der Strategen zu sprechen, ohne ihre Seele zu verkaufen. Wir übersetzen Herzblut in einen Businessplan. Wir sorgen dafür, dass die besten Ideen nicht mehr in der Dunkelheit verhungern. Das ist kein sanfter Prozess. Das ist eine intensive Trainingseinheit im Maschinenraum. Wir zerlegen die Ideen, reinigen sie vom Bullshit-Ruß, ölen die Gelenke und bauen sie stärker wieder zusammen. Wir sind die mürrischen, aber fähigen Maschinisten, die dafür sorgen, dass der Motor nicht nur läuft, sondern brüllt. Wir sind die Werkstatt für die Revolutionäre. Deine Aufgabe: Hör auf, in Schiffen zu denken Und was ist deine Aufgabe? Hör auf, dich für eine Seite zu entscheiden. Es geht nicht um "die armen NGOs" gegen "die reichen Stiftungen". Das ist Bullshit. Beide sitzen im selben stürmischen Meer. Wenn du das nächste Mal eine Organisation unterstützt, frag nicht nur, was sie tun, sondern wie sie es finanzieren. Wenn du eine Stiftung siehst, frag nicht nur, wen sie fördern, sondern wie sie die wirklich innovativen Ideen finden, die noch unter dem Radar fliegen. Wir müssen aufhören, die Crews der beiden Schiffe gegeneinander auszuspielen. Wir müssen anfangen, die Brücken, die Funkgeräte und die Lotsenboote zu bauen, die sie zusammenbringen. Unser Fellowship ist unser erster Versuch, genau das zu tun. Es ist unser lauter Ruf in die Nacht: "Wir sind hier. Und wir haben einen verdammten Plan." Klartext braucht eine starke Crew. The Ocean Tribune ist zu 100% unabhängig, werbefrei und für alle frei zugänglich. Wir lassen uns von keiner Lobby kaufen, weil wir nur einer Sache verpflichtet sind: dem Ozean. Das ist nur möglich, weil eine Crew von unerschrockenen Unterstützern hinter uns steht, die diesen Kurs finanziert. Wenn du unsere Arbeit wertvoll findest, dann werde jetzt Teil dieser Bewegung. Jeder Beitrag ist Treibstoff für unsere Mission und sorgt dafür, dass wir weiter die unbequemen Wahrheiten aussprechen können. Aus der Werkstatt: Vom Problem zur Lösung Aufklärung ist der erste Schritt. Die Umsetzung der zweite. Wir bei Vita Loom Labs entwickeln die professionellen Werkzeuge und strategischen Prozesse, die Impact-Organisationen dabei helfen, ihre Missionen wirkungsvoller zu machen. Sie wollen sehen, wie unser strategischer Prozess in der Praxis aussieht? Unsere 'Blueprint Case Study' demonstriert Schritt für Schritt, wie wir aus einer guten Idee einen unwiderstehlichen, förderfähigen Antrag schmieden. The Ocean Tribune Wir wissen, was die Ozeane zu sagen haben!

bottom of page